mz_logo

Region Kelheim
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Glaube

Guter Hirte in der Goldberg-Klinik

Krankenhausseelsorger Egon Dünhofen zelebriert letztmals Weihnachtsgottesdienste in Kelheim – im Sommer naht sein Ruhestand.

Der Hochwürdige Herr Egon Dünhofen ist seit vielen Jahren Krankenhausseelsorger in Kelheim. Foto: eb

Kelheim.Er gehört zur Goldberg-Klinik in Kelheim genauso wie die Ärzte oder Pflegekräfte, der Hochwürdige Herr Egon Dünhofen. Seit Anfang 1994 ist der gebürtige Klagenfurter Seelsorger am Krankenhaus in der Kreisstadt. Heuer ist er zum letzten Mal an Weihnachten an seiner Wirkungsstätte. Im August 2018 steht der 75. Geburtstag des Augustiner Chorherrn im Kalender, ab 1. September 2018 „bin ich in Rente“. Von seiner Amtswohnung am Krankenhaus wechselt der Hochwürdige Herr Egon Dünhofen wieder ganz ins Kloster St. Michael in Paring.

Früh morgens öffnet er Kapelle

Sein zu Hause in der Goldberg-Klinik ist über der Sakristei der Krankenhauskapelle. An der Wirkungsstätte in der Kreisstadt „bin ich meistens ab Montagabend bis Sonntagmittag“. Die übrige Zeit verbringt Dünhofen im Kloster St. Michael. „Durch Zufall“ sei Pfarrer geworden, sagt der Ordensmann. Der 74-Jährige sitzt auf einem Stuhl am Tisch in dem Zimmer, in dem auch sein Schreibtisch steht, und hat einen Blick auf die zwei Bilder von Andreas Hofer, der als Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung von 1809 gilt. Bevor Egon Dünhofen ins Kloster eintrat und in Rom Theologie studierte, „war ich bei der Polizei“. 1979 wurde er zum Priester geweiht, „ab 1981 war ich in Paring“. In Ober- und Niederleierndorf „war ich Pfarrer“. Seit mittlerweile über 23 Jahren ist der gebürtige Österreicher Krankenhausseelsorger und das „sehr gerne“. Um 5.30 Uhr steht er auf. „Dann bete ich, mache die Kapelle auf, meistens um 6, kann früher auch sein.“ Danach frühstückt der Augustiner Chorherr.

Das Kloster Paring

  • Die Propstei

    St. Michael in Paring im Landkreis Kelheim besteht seit 1974. In dem Kloster sind Augustiner Chorherren von Windesheim. Ordenskürzel: C.R.V.. Die Ordensgemeinschaft lebt nach der Regel des hl. Augustinus. Es ist ein römisch-katholischer Orden. Auf Initiative von Dr. Karl Egger wurde die Windesheimer Kongregation gegründet. Probst der Gemeinschaft der Augustiner Chorherren in Paring ist Maximilian Korn. Er wurde am 13. Dezember 2016 – dem Gedenktag der heiligen Chorfrau Ottilia – vom Regensburger Bischof Dr. Rudolf Vorderholzer zum Propst geweiht.

  • Den Augustiner Chorherren

    in Paring gehören momentan 15 Ordensmänner an. „Wir sind ein richtig junges Kloster“, so Probst Maximilian. Zehn Mitbrüder sind im Alter „unter 30 Jahren“. Die Propstei kümmere sich um die Seelsorge in der Umgebung von Paring. Laut dem Probst sind es im Moment fünf Priester, die anderen Mitglieder der Ordensgemeinschaft sind in Ausbildung. Der Probst: „Wir sind ein Priesterorden.“ Er sagt auch: „Wir versuchen unser priesterliches Wirken mit dem klösterlichen Wirken zu verbinden, dass sich das eine mit dem anderen gegenseitig befruchtet.“

Der Krankenhausseelsorger kommt in den verschiedenen Abteilungen ans Bett von Patienten, tröstet Kranke und Angehörige. Auf Anfrage spendet er das Sakrament der Krankensalbung. Der Augustiner Chorherr ist immer in Rufbereitschaft, wenn er in der Klinik ist; ansonsten gibt es einen Hintergrunddienst der Pfarreien in Kelheim und Umgebung.

Im Laufe der Zeit lernte er viele Patienten kennen. Gottesdienste zelebriert der Chorherr werktags in der Krankenhauskapelle um 18.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 9 Uhr. „Es kommen sehr viele Leute von draußen. Samstag und Sonntag sind es ungefähr 70 Gottesdienstbesucher, manchmal mehr.“ Den Gottesdienst an Heiligabend hält er um 18.30 Uhr – „auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes“ wird er in der Predigt eingehen. Am ersten Weihnachtsfeiertag möchte der 74-Jährige nochmals auf diese Botschaft nahebringen. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag nennt er das Martyrium des heiligen Stephanus als Thema. Über die Orgelklänge an Weihnachten bei den Gottesdiensten freut sich der Krankenhausseelsorger. Der 74-Jährige hebt besonders das Engagement dafür von Andreas Bäumler hervor, der selbst Orgel spiele oder Organisten organisiere.

Der 74-Jährige verteilt Lichter

Am 24. Dezember bleibt Egon Dünhofen in der Goldberg-Klinik. An diesem Tag spende er in den Krankenzimmern Patienten auch die Krankenkommunion und bringe in die Stationszimmer und in die Nothilfe Weihnachtslichter, die aber nicht angezündet werden dürften. Die meisten Gottesdienstbesucher bekämen an Heiligabend oder am ersten Feiertag „ein kleines Weihnachtslicht“. Nach dem 9-Uhr-Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag geht es nach Paring zum Kloster St. Michael und abends wieder zurück nach Kelheim. Am 26. Dezember feiert Egon Dünhofen hier wieder die Messe. Auf die Frage, mit was er selbst an Weihnachten bedacht wird, antwortet der Augustiner-Chorherr: „Ich brauche gar nichts.“ Im Kloster feiert er Weihnachten „wie bei der Familie“ und er erwähnt „ein fürstliches Essen“. Und was wünscht er sich zu Weihnachten? Egon Dünhofen: „Gesundheit und ein langes Leben.“

Während des Gesprächs verrät der Ordensmann auch, „ich fühle mich als Südtiroler. Ich bin Ehrenkaplan der Tiroler Gebirgsschützen“. Die Jahresurlaube „hab’ ich immer in Osttirol in Obertilliach „bei meinen Schützen verbracht“. Die selbst gemachten „Tiroler Gebirgswürst’ sind mir lieber als alle Kekse“.

Fällt es ihm schwer, heuer letztmals an Weihnachten in der Klinik Krankenhausseelsorger zu sein? „Schon.“ Er erwähnt in diesem Zusammenhang „die Leute, die auf einen zukommen, die Patienten und das Personal“. Die Zusammenarbeit „mit dem Personal – Ärzte, Krankenschwestern, -Pfleger und Verwaltung – ist allgemein sehr gut“. Unterstützt wird der Krankenhaus-Seelsorger von Pfarrer i. R. Siegfried Felber und von Michaele Fuhrmann-Neumayr. Von der Diözese ist sie als Pastoralreferentin seit September 2014 zur Mitarbeit in der Krankenhausseelsorge beauftragt. Für Herrn Egon ist die Mainburgerin der „gute Geist“. Der Augustiner Chorherr lebt am Goldberg und kommt regelmäßig in die Stadt. Einige Kelheimer seien ihm auch ans Herz gewachsen. Wenn der Ordensmann in gut acht Monaten seine Tätigkeit an der Klinik beendet, geht eine Ära zu Ende. Aber nun feiert er erst einmal Weihnachten mit Gläubigen in der der Krankenhauskapelle.

Interview mit Klinik-Geschäftsführerin Dagmar Reich

Dagmar Reich Foto: hu/Archiv

Frau Reich, wie wichtig ist ein Seelsorger an der Goldberg-Klinik Kelheim für die Patienten und deren Angehörige?
Der Seelsorger am Krankenhaus erfüllt eine Aufgabe wie er sie in Gemeinden auch erfüllt. Er ist da für die Patienten und deren Angehörige als mitfühlender Ansprechpartner. Die Besonderheit im Krankenhaus ist sicherlich, dass Patienten und deren Angehörige sich meist in Ausnahmesituationen befinden. Sie haben Angst um ihre Gesundheit oder um ihr Leben. Da ist ein Ansprechpartner mit einer theologischen Ausbildung sicherlich eine wertvolle Unterstützung. Er ist Ratgeber und Seelentröster zugleich.

Wann ist Augustiner Chorherr Egon Dünhofen an der Goldberg-Klinik als Krankenhaus-Seelsorger erreichbar?

Der Herr Pater Egon, wie wir zu ihm sagen, ist immer im Krankenhaus erreichbar, hält regelmäßig die heilige Messe und unterstützt uns mit seiner Meinung zu aktuellen Entwicklungen im Krankenhaus.

Der bekannte Seelsorger an der Goldberg-Klinik geht am 1. September in Ruhestand. Ist das ein Verlust für das Haus?

Die Seelsorge ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil in einem Krankenhaus. Derzeit wird Herr Egon von Frau Michaele Fuhrmann-Neumayr regelmäßig unterstützt. Wie die Regelung ab September 2018 für die Krankenhaus-Seelsorge aussieht, ist noch nicht abschließend bekannt. Frau Fuhrmann-Neumayr wird sicherlich weiter die Seelsorge an der Goldberg-Klinik leisten.

Der Krankenhauskurator ist heuer das letzte Mal an einem Weihnachtsfest im Haus. Wird das von Ihrer Seite auch besonders gewürdigt werden?

Wir werden sicherlich Pater Egon an seinen letzten Arbeitstagen mit den Beschäftigten der Goldberg-Klinik verabschieden. Wir hoffen, dass er seinen Ruhestand, so wie er ihn sich vorstellt, genießen kann.

Weihnachtslichter stellt die Klinik dem Seelsorger zum Verteilen zur Verfügung, aus welchem Grund?

Das ist eine gute Tradition bei uns im Haus. In der Klinik dürfen die Kerzen aber nicht angezündet werden.

Weitere Berichte aus Kelheim lesen Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

  • JG
    Jutta Göller
    26.12.2017 13:08

    Schöner Artikel zu Weihnachten! Bravo und herzlichen Dank, Jutta Göller.

    Missbrauch melden

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht