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Region Kelheim
Montag, 20. November 2017 7

Speedway

Harte Konkurrenz für Smolinski und Co.

Deutschlands Vorzeigefahrer Martin Smolinski nimmt in Abensberg Anlauf zur Rückkehr in den Grand-Prix. Auch Erik Riss startet
von Alexander Reichmann und Benjamin Neumaier

Speedway in Abensberg – strahlender Sonnenschein und eine tolle Zuschauerkulisse, so stellt man sich das Pfingstrennen vor. Foto: Archiv-Pieknik

Abensberg.Der Pfingstmontag hat seit zig Jahren für jeden Motorsportfan in der Region eine ganz besondere Bedeutung. Traditionell dröhnen in Abensberg an diesem Tag die 500-Kubik-Motoren der Speedwaymaschinen auf der Sandbahn im Alten Stadion. Auch heuer richtet der MSC Abensberg wieder den vierten von vier Erstrunden-Qualifikationswettbewerben für den Speedway-Grand Prix 2018 aus. Deutschlands Vorzeigefahrer Martin Smolinski ist natürlich wieder mit von der Partie.

Der 32-jährige ist seit vielen Jahren Mitglied beim MSC Abensberg, hat hier seine „zweite Heimat“ gefunden, wie er immer wieder betont, und war im Abensberger Oval oft erfolgreich. Mit ihm wird als zweiter deutscher Fahrer Erik Riss auf die Bahn gehen.

Anmeldungen laufen

Noch kann Rennleiter Sascha Dörner wenig zu den Fahrern sagen, die am 5. Juni kommen. Die Anmeldungen aus den verschiedenen Motorsportverbänden aus zehn Nationen, neben Deutschland unter anderem Polen, Tschechien, Schweden, die USA und Dänemark, trudeln in den Wochen vor dem Wettbewerb langsam ein.

Die Dänen haben bereits gemeldet und schicken zwei ernstzunehmende Gegner für Smolinski und Co. ins Rennen. Peter Kildemand (27) war bereits vor zwei Jahren in Abensberg am Start, ist mehrfacher Grand-Prix-Teilnehmer und konnte bereits – in Dänemark 2014 – einen Grand Prix gewinnen. In der aktuellen Saison ist er nicht dabei, möchte sich aber wieder für den Wettbewerb qualifizieren. Vor ihm hat Wolfgang Glas vom MSC Abensberg und Mitglied der FIM-Bahnsportkommission großen Respekt: „Ein robuster Fahrer, der geht dahin wo es weh tut“.

Peter Kildemand ist einer der Favoriten in Abensberg. Foto: dpa

Hans Andersen – „der kann immer was reißen“ (Glas) – kommt ebenfalls aus Dänemark und ist mit 36 Jahren ein Routinier mit mehrjähriger Erfahrung im Grand Prix. Bei 53 Starts stand er 13 Mal auf dem Podium, holte vier Einzelsiege und stand mit dem dänischen Team zweimal an der Spitze des World Cup. Auch er will es noch einmal wissen. Österreich hat Daniel Gappmaier gemeldet, Italien ist mit Nicolas Vicentin vertreten – beide zählen aber nicht zu den Favoriten. Gappmaier war im vergangenen Jahr schon in Abensberg am Start und lag bis zum Regenabbruch nach dem zwölften Lauf an Rang fünf, qualifizierte sich so für die nächste Runde, schied dann dort aber ohne Punkt aus. Außerdem haben bisher Ludvig Lindgren, Oliver Berntzon (Schweden), Matej Kus und Patrik Mikel (Tschechien) gemeldet.

Dörner sieht den jungen Polen Przemysław Pawlicki weit vorne: „Der ist verdammt schnell. Ich denke, die erste drei Plätze sind so gut wie vergeben, aber dahinter wird es richtig eng.“

Der Grand Prix im Speedway ist zu vergleichen mit dem Grand Prix bei der Formel 1. 15 Fahrer plus ein Wild-Card-Fahrer pro Rennen messen sich in zwölf verschiedenen Veranstaltungen, die in ganz Europa und in Australien stattfinden. Der Grand Prix 2016 begann Ende April in Krsko in Slowenien dauert bis Ende Oktober, wo das letzte Rennen im australischen Melbourne stattfindet. Auch heuer ist mit Teterow am 9. September wieder ein deutscher Veranstaltungsort im Programm.

Interview:

Martin Smolinski ist Deutschlands bester Speedwayfahrer – nicht nur das will er in Abensberg beweisen.

Martin Smolinski hat bereits Grand Prix-Erfahrung sammeln können. Er konnte sich für die Saison 2014 qualifizieren und sorgte für einen riesigen Paukenschlag, als er gleich sein allererstes Rennen, den damaligen Saisonauftakt in Neuseeland, gewann. Leider lief es danach nicht mehr ganz so gut und er konnte sich nicht für die neue Saison qualifizieren. Doch „Smoli“, wie er genannt wird, gibt nicht auf und versucht jedes Jahr, sich erneut zu qualifizieren.

Im vergangenen Jahr hätte er es fast geschafft. Smolinski kämpfte sich durch die erste Qualifikationsrunde in Abensberg und durch das Halbfinale in Lonigo in Italien, das wegen Regens vorzeitig abgebrochen wurde, und stand im Finale in Vetlanda in Schweden. Dort wurde er jedoch Fünfter und verpasste damit seine zweite Grand-Prix-Saison denkbar knapp um nur einen einzigen Punkt.

Ein weiter und harter Weg

Der Weg zum Grand Prix 2018 ist allerdings wieder weit. Er beginnt für Smolinski und Erik Riss, Sohn der Langbahn-Legende Gerd Riss, in Abensberg am 5. Juni. Smolinski und Riss müssen in der Babonenstadt unter die ersten Sieben kommen, um sich direkt für die nächste Runde zu qualifizieren, der achte geht lediglich als Reservefahrer weiter.

Martin Smolinski Foto: DMSB

Die erfolgreichen Qualifikanten aus Abensberg und den drei anderen Erstrunden-Wettbewerben in Esbjerg (Dänemark), Zarnovica (Slowakei) und Lonigo (Italien) treffen dann in den Semifinals am 15. Juni im bayerischen Olching oder zwei Tage später in Terrenzano in Italien aufeinander. Hier sind auch zwei Wild-Card-Fahrer pro Wettbewerb dabei. Das Finale für die besten Sieben aus jedem Halbfinale plus wieder zwei Wild-Card-Starter findet am 19. August im russischen Togliatti statt. Um das Ticket für den Grand Prix 2018 zu erhalten, muss man unter die ersten Drei kommen.

„Dass Martin Smolinski dann unter den Glücklichen ist“, hofft auch Rennleiter Sascha Dörner, der außerdem noch einen Wunsch hat: „Besseres Wetter als im vergangenen Jahr“. Damals hatte es das Abensberger Rennen verregnet, es musste nach zwölf Runden abgebrochen werden. Dass das auf das Zuschauerverhalten in diesem Jahr abfärben könnte, denkt Dörner nicht. „Der Traditionstermin am Pfingstmontag ist in einem weiten Umkreis ein Begriff und für viele ein fester Termin im Jahresablauf. Es waren ja sogar schon Leute da, als wir wegen des Grand Prix das Rennen auf einen anderen Termin verlegen mussten.“ Zumindest das passiert heuer nicht.

Zeitplan:

Speedway Grand Prix-Qualifikation Abensberg, Pfingstsonntag, 4. Juni: Öffentliches Training ab 14 Uhr – Eintritt frei.

Pfingstmontag, 5. Juni: Stadionöffnung ist um 9 Uhr, Autogrammstunde um 12 Uhr, Fahrerpräsentation um 13.30 Uhr, der Start zum ersten Lauf dann um 14 Uhr.

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