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Region Kelheim
Samstag, 25. November 2017 13° 3

Wandel

Heimat ist beim Essen zu schmecken

Kelheimer Wirtschaftsforum fand im Edeka-Markt Dillinger statt – ein Vorzeigebeispiel für „Aus der Region – Für die Region“.
Von Roland Kugler

  • Kartoffelchips aus blauen und roten Kartoffeln vom Erzeuger Frischeisen in Kelheim Fotos: Kugler
  • Viele nutzten die Einladung zum Kelheimer Wirtschaftsforum, das bei Edeka Dillinger stattfand. Foto: Kugler
  • Rosa Obster (Mitte) bot Selbstgebackenes mit Mehl aus der Schmeller-Mühle an. Foto: Kugler

Kelheim. „Heimat kann man schmecken, wenn man Lebensmittel aus unserer Region kauft“, sagte Nicole Dillinger beim neunten Kelheimer Wirtschaftsforum, das Stadt und Stadtmarketingverein veranstalteten. Zusammen mit ihrem Lebenspartner Claudius Wenzler und ihrem Vater Bernhard Dillinger trifft Nicole Dillinger seit kurzem die Entscheidungen im Familienunternehmen. „Wenn wir uns nicht einig sind, entscheiden die Jungen“, so der Seniorchef und freute sich, dass sie dabei bisher eine glückliche Hand hatten.

Auf Regionalität gebaut

„Umsätze und Zuwächse geben ihnen recht. Erfolg ist der beste Beweis“, sagte Bernhard Dillinger. Er war ein Vorreiter in Sachen Regionalität und führte schon vor Jahren in seinen Märkten Produkte von regionalen Anbietern ein. „Heute ist Regionalität in aller Munde.

Wer weiter denkt, kauft näher ein“, sagte Gastreferent Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er wies darauf hin, dass bereits 2002 das Siegel „Geprüfte Qualität aus Bayern“ eingeführt wurde. Später kam das „Bio-Siegel-Bayern“ dazu das bayerische und biologische Ware garantiert. Staatliche Kontrollen sollen dem Kunden Sicherheit und Vertrauen in die Herkunft und Qualität dieser Erzeugnisse geben. Daneben ist aber auch eine möglichst gute Vernetzung innerhalb der Wirtschaft notwendig. „Wo gibt es einen Markt, wo Produzenten, wie bringen wir diese zusammen?“ Darüber referierte Bittlmayer vor zahlreichen Vertretern aus heimischer Wirtschaft, Politik, Finanzwesen, Verwaltung und Kultur der Stadt und des Landkreises Kelheim.

Auch Bürgermeister Horst Hartmann betonte, wie wichtig der gegenseitige Austausch und die Zusammenarbeit aller Bereiche für unsere Region seien. „Regionalität sollte auch in der Wirtschaft eine noch größere Rolle haben“, appellierte er an die Verantwortung aller Teilnehmer. „Die zunehmende Nachfrage nach regionalen Produkten ist als Gegenbewegung zur Globalisierung entstanden“, erklärte Bittlmayer. Diese hätte zwar zu niedrigeren Preisen, aber auch zu Massenproduktion und Vereinheitlichung geführt. Der Kunde will wieder mehr Vielfalt, Sicherheit und Vertrauen bei Lebensmitteln haben. Die Produktionswege müssten rückverfolgbar sein, von der Rohware bis zum Anbieter.

Vieles spielt für Kunden ein Rolle

Der Käufer will den Metzger und Lebensmittelhändler wieder kennen, betonte der Ministerialdirektor. Auch Aspekte wie Natur- und Tierschutz, Nachhaltigkeit, umwelt- und ressourcenschonende Produktion gewinnen zunehmend an Bedeutung – ebenso Faktoren wie Genuss, Frische und Geschmack heimischer Erzeugnisse und kurze Transportwege. Deshalb ist das Unternehmen Dillinger noch einen Schritt weiter gegangen und hat neben den bisherigen Qualitätssiegeln ganz neu ein eigenes eingeführt, speziell für ihre Verbrauchermärkte. Damit sollen regionale Betriebe, die nicht viel weiter als 30 Kilometer im Umkreis produzieren, hervorgehoben werden. Als einige Beispiele wurden genannt Obst vom Geigerhof in Ihrlerstein, Gemüse von der Firma Küffner bei Regensburg, Mehl aus der Schellermühle bei Pfaffenhofen und Dottergod-Eier aus dem mobilen Hühnerstall der Familie Köglmeier in Mitterfecking.

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