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Region Kelheim
Dienstag, 26. September 2017 21° 1

Saal

Historiker Mirko Urbatschek klärt bei einem Rundgang der SPD Saal am KZ-Gedenkweg über das dunkle Kapitel der Geschichte auf

Eine Gruppe interessierter Bürger beging am Samstag auf Einladung der SPD Saal den hiesigen

Eine Gruppe interessierter Bürger beging am Samstag auf Einladung der SPD Saal den hiesigen KZ-Gedenkweg. Foto: SPD

Saal.KZ-Gedenkweg. Historiker Mirko Urbatschek aus Saal gab ergänzend zu den vorhandenen Texttafeln zusätzliche Erläuterungen und umfassende Informationen.

Aus Materialien, die er in verschiedenen Archiven gesichtet hatte, konnte er erklären, wie es zu dem Projekt Ringberg-Me kam, warum dieser Standort gewählt wurde und wie die Baustelle eingerichtet wurde. Anschließend wurden Häftlinge aus dem Konzentrationslager Flossenbürg nach Saal transportiert, die sich ihr Lager selbst errichten mussten. Urbatschek informierte über das Leben und Sterben im Lager. „Von Ende 1944 bis April 1945 mussten die Häftlinge unter unwürdigen Umständen hier arbeiten. Neben der Schwerstarbeit litten die Häftlinge am meisten unter dem ständigen Hunger. Dazu kamen die Kälte und die verlausten Schlafplätze. Die Arbeitsbedingungen und die Versorgung der Gefangenen in Saal waren katastrophal. Jeder dritte der insgesamt über 740 Häftlinge ließ hier sein Leben“, sagte Urbatschek.

Die letzte Tafel des Gedenkweges steht auf dem Saaler Friedhof. Hier ging der Historiker auf die Gedenkkultur allgemein ein und wie das Gedenken in Saal gehalten wurde und wird.

Im Beisein der Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer erinnerte der SPD-Ortsvorsitzende Reinhard Schwikowski daran, „dass wir alle nie vergessen sollen, durch welches Unrecht diese unschuldigen Menschen ihr Leben lassen mussten“. Zum Gedenken stellte er eine Blumenschale am Gedenkstein im Saaler Friedhof nieder.

Die anwesenden Kinder verschiedenen Alters bewiesen, wie wichtig es ist, dass die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel an die nächsten Generationen weiter gegeben wird. „Sicherlich wären diese Informationen auch für unsere Schulklassen von Nutzen, denn so fern sind die Diktaturen und Kriege derzeit nicht“, sagte Schwikowski.

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