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Region Kelheim
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Jagd

Hubertusfeier mit Parforce-Hornbläsern

Waidmänner beleben in Bad Abbach eine alte Tradition, die in früheren Zeiten nur Fürsten und Königen vorbehalten war.
Von Josef Eder

Das Parforce-Horn ist ein schwierig zu beherrschendes Instrument. Fotos: Eder

Bad Abbach.Eine beachtliche Strecke an Rot-, Schwarz-, Nieder- und Federwild sowie eine Gams lagen im Garten des Brauereigasthofs Zirngibl in Bad Abbach bei der ersten Hubertusfeier, die in diesem Rahmen stattfand. Das Wild kam aus den Revieren rund um sowie dem Truppenübungsplatz Hohenfels in der Oberpfalz. In Letzterem sind Hirsche beheimatet.

Nach Jagdsignalen der Oberpfälzer Parforce-Hornbläser mit ihren B-Hörnern unter der Leitung von Hubert Bäuml erklang „Jagd vorbei“, bevor das Halali geblasen wurde. Vor dem Verblasen der Strecke feierten in der voll besetzten Christophorus-Kirche, die Waidmänner und- frauen ihre Hubertusmesse. Die Bläser gestalteten sie hier mit S-Hörnern feierlich.

Da kommt die Hubertusfeier her

  • oder 658 als ältester Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren. Die Legende erzählt, dass er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde.

  • Die Oberpfälzer Parforce-Hornbläser

    wurden 1989 in Burglengenfeld gegründet.

  • Ziel der Musiker

    ist die konzertante Interpretation historischer und zeitgenössischer Jagdmusik, wie sie früher an den großen kaiserlichen, königlichen und fürstlichen Höfen gepflegt wurde und wie sie heute noch bei großen Jagden und festlichen jagdlichen Anlässen geblasen wird. (lje)

Dekan Anton Dinzinger begann die Messfeier mit launigen Worten an Michael Hofer, den Wirt des Brauereigasthofs. „Sie schauen auf ihre Kundschaft, ich auf die meinige. Wenn wir uns wie heute zusammentun, haben wir beide unser Haus voll. Der Schöpfer erlaubt dies, denn wir gehen gut mit ihm, der Natur und all seinen Geschöpfen um.“

Hubertus – so die Legende – war ein Jäger, der auch am Karfreitag jagte, nachdem ihm seine Ehefrau im Kindsbett, bei der Geburt seines ersten Sohnes Floribertus gestorben war. Er war ein Trophäenjäger. Solche streben in der heutigen Zeit nach Gewinn. Sie suchen Elfenbein, Felle oder andere jagten nach Öl. Stars nach Ruhm. Alle jagen, aber die Jäger jagen Wild. Hubertus wurde Bischof. Die Jagd sei keine Sünde, so Dinzinger. Sie müsse sich in den Dienst der Natur stellen. Die Jäger seien Gleichgesinnte mit der Natur. Dem Halali muss ein Halleluja folgen. Mit dem kraftvoll intonierten Te Deum endete der Gottesdienst. „Pfarrer ist an Tagen wie heute der allerschönste Beruf“, so Dinzinger abschließend.

Der Geistliche segnete die aufgelegte Strecke und auch einen anwesenden Jagdhund, der sich sofort mit dem Pfarrer anfreundete. Reinhard Proske von den Bläsern erklärte den Anwesenden das Ritual des Verblasens.

Hofer, selbst ein Jäger, wollte die Feier eigentlich schon im Vorjahr durchführen. Aber die Vorbereitungszeit wurde immer kürzer. So begann der gebürtige Rottaler zusammen mit Bernhard Bäuml heuer schon im Mai. Mit 200 Sitzplätzen war der Saal, bei dem das Wildbret serviert wurde, flugs ausverkauft. Eine Wiederholung 2018 ist vorgesehen.

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