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Region Kelheim
Freitag, 20. Oktober 2017 19° 3

Vorbildlich

Junge Kicker werden zu Lebensrettern

Beim Fußballspielen in Mitterfecking hören fünf Jungs plötzlich leise Hilferufe. Und reagieren genau richtig.
Von Ferdinand Pledl

Vize-Bürgermeister Josef Rummel (li.) mit den jungen Lebensrettern (v. li.) Sebastian Forster, Martin Roithmeier, Florian Dauerer, Fabian Rösch, Jonas Greß und Bürgermeister Christian NerbFoto: Pledl

Saal.Eine besondere Auszeichnung hat Bürgermeister Christian Nerb jetzt verliehen: Er dankte fünf jugendlichen Rettern, die die Hilferufe einer gestürzten Frau hörten und vorbildlich reagierten. Außerdem überreichte Nerb an 78 Feuerwehrdienstleistende der Gemeinde Saal die „Fluthelfernadel“.

„Fußball ist die schönste Nebensache der Welt“ – in der Tat: Für fünf Jugendliche wurde an jenem 19. Dezember vorigen Jahres ganz schnell etwas Anderes zur Hauptsache. Jonas Greß (14 Jahre), Martin Roithmeier (12), Sebastian Forster (15), Florian Dauerer (13) und Fabian Rösch (13) kickten sich an diesem kalten, sonnigen Montagnachmittag auf dem Übungsplatz des SC Mitterfecking. Als sie aufs Tor an der Brückenstraße schossen, vernahmen sie plötzlich leise Hilferufe.

Diese kamen aus dem etwa 70 Meter entfernten Garten von Maria Fuchs. Die 84-jährige Rentnerin bewohnt das letzte, etwas abgelegene Haus am Ende der Brückenstraße. Auf einmal war Fußballspielen unwichtig: Sie suchten nach der Person, die um Hilfe rief. Im Hof des Anwesens fanden sie schließlich Maria Fuchs am Boden liegend vor.

Die allein lebende Frau war beim Holz holen gestürzt und konnte nicht mehr aufstehen. Ihr beim Aufstehen zu helfen und sie in das Wohnhaus begleiten war nicht möglich, weil die Verunglückte zu große Schmerzen hatte. Zwei Buben fuhren zur Tochter von Maria Fuchs, die aber nicht anzutreffen war. Dann hatten die Jungs die Idee, mit einem Stuhl, den sie aus dem Anwesen holten, die Verunglückte aufzurichten und sie damit ins Haus zu holen. Die Verunglückte benützte die Stuhllehne als Stütze und konnte so die etwa acht Meter bis zum Haus zurücklegen. Mit einer Decke versorgten die Retter die leicht unterkühlte Frau und organisierten mit Hilfe von Nachbarn den Rettungsdienst. Nach etwa 30 Minuten wurde Maria Fuchs ärztlich versorgt und in das Krankenhaus gefahren. Sie hatte einen Oberschenkelhalsbruch erlitten. Die vorbildlichen Lebensretter wünschten Maria Fuchs beim Abtransport noch „Gute Besserung“ und konnten danach wieder Fußball spielen.

Vize-Bürgermeister Josef Rummel (li.) mit den jungen Lebensrettern (v. li.) Sebastian Forster, Martin Roithmeier, Florian Dauerer, Fabian Rösch, Jonas Greß und Bürgermeister Christian NerbFoto: Pledl

Mittlerweile war die Seniorin auf Reha und befindet sich auf dem Weg der Genesung. Bürgermeister Christian Nerb lobte am Freitag im Gasthaus Zeller in Mitterfecking das umsichtige Einschreiten der fünf Jugendlichen: „Die 84-jährige befand sich in Lebensgefahr, weil die Temperatur nur wenige Grad über Null lag. Sie trug keine Winterkleidung und somit bestand die Gefahr, über Nacht an Unterkühlung zu sterben“. Nerb und sein Stellvertreter Josef Rummel dankten den Lebensrettern mit einer Urkunde, einer öffentlichen Anerkennung sowie einem Kino-Geschenkpaket.

Geehrt wurden ferner die Saaler Feuerwehrler, die Anfang Juni 2016 bei der Hochwasserkatastrophe im Einsatz waren. Schwerpunkt war Simbach am Inn, aber auch im kreis Kelheim waren die Bereiche Herrngiersdorf und Rohr schwer betroffen. In Einmuß wurden durch die Wassermassen ganze Felder in die Ortsmitte gespült und Schäden im fünfstelligen Eurobereich verursacht. Die Feuerwehren von Saal, Mitterfecking, Einmuß, Schambach, Reißing und Teuerting waren bei den Einsätzen viele Stunden unter zum Teil widrigsten Bedingungen in Aktion. Bürgermeister Christian Nerb dankte den freiwilligen Helfern für ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz und überreichte den 78 Feuerwehrdienstleistenden die Fluthelfernadel.

Die ausgezeichneten Mitglieder der FFW Schambach mit Bürgermeister Christian Nerb (li.) und Kreisbrandrat Nikolaus Höfler (re.) Foto: Pledl

„Was wäre Bayern ohne die Freiwilligen Feuerwehren: 2200 Einsätze waren allein im Landkreis Kelheim zu bewältigen“, sagte Kreisbrandrat Nikolaus Höfler. Und weiter: „Ich danke dem Bürgermeister und dem Gemeinderat für die Bereitstellung der nötigen Technik. Noch wichtiger als die technischen Mittel seien aber die ehrenamtlichen Personen, die diese Technik bedienen. „Ich bitte Sie, bleiben Sie weiterhin Mitglied der FFW und unterstützen Sie diese mit ihrer persönlichen Hilfeleistung““, appellierte Höfler.

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