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Region Kelheim
Dienstag, 31. Mai 2016 23° 5

Bayerntreff

Kanuwanderer kommen in Abbach auf Touren

Rund 120 Paddelfreunde sind auf Donau, Altmühl, Naab und Vils unterwegs. Für den Kanu-Club Kelheim als Mit-Ausrichter hieß das erst mal: viel Arbeit…
Von Martina Hutzler

  • Schleusen im Verbund: Für die Wanderfahrer war die Schleuse Gronsdorf kein Problem. Foto: Oliver Tietz
  • Mit ihren Autos fahren die Teilnehmer zur Einsatzstelle; ein Shuttledienst bringt sie dann von Abbach aus wieder dorthin zurück.Fotos: Hutzler
  • Vizepräsidentin Isa Winter-Brand ist bei den Touren im Seekajak mit dabei.

Bad Abbach.Hedi Ort zieht ihr Einer-Kajak zu den vielen anderen Faltbooten, Kajaks und PE-Booten, die auf einer Wiese am Bad Abbacher Campingplatz schon lagern, bereit für eine neue Wandertour zu Wasser. Und auch Hedi Ort überlegt schon, was ihre nächste Route wird: auf der Naab oder auf der Donau durch die Weltenburger Enge…? Dass sie gerade erst von Riedenburg nach Bad Abbach gepaddelt ist, merkt man der 74(!)-Jährigen nicht an. Kein Wunder, sie ist gut im Training: Im Mai erst legte sie an acht Tagen mal eben gute 500 Kilometer auf dem Rhein zurück und war zuvor bei einer Tour auf dem Tiber nach Rom dabei… „Aber die haben hat ja auch mehr Strömung als die Altmühl“, ergänzt sie lachend.

Hedi Ort vom TSV Lohr am Main ist eine von gut 120 Teilnehmern des Bayerischen Wanderfahrertreffens, für das heuer der Kanu-Club Kelheim der Ausrichter ist, zusammen mit dem Bayerischen Kanu-Verband respektive dem Kanu-Bezirk Niederbayern. Seit Donnerstag und noch bis Sonntag erkunden Freizeitsportler aus ganz Bayern die Fluss-Wanderwege auf Donau, Altmühl, Naab und Vils. Ihre – oft im Wortsinne – Zelte aufgeschlagen haben sie auf Campingplatz auf der Abbacher Freizeitinsel. Von dort aus hat Platzbetreiber Alois Schmidbauer den Bootskapitänen einen Fußweg direkt zum Donau-Stichkanal freigemäht.

Marianne Fruth ist ganz froh über diese Lösung – schließlich plant der Kelheimer Club gerade erst sein neues Vereinsgelände im Kelheimer Donaupark. „Ganz schön anstrengend“ sei’s schon gewesen, die fünftägige Großveranstaltung zu organisieren, auch wenn man sich die Arbeit mit dem Landesverband teilte, gesteht Fruth, Vorsitzende des rund 650 Mitglieder starken Kelheimer Kanu-Clubs.

Programm zu Lande und zu Wasser

Er selbst hat zwar gar nicht so sehr viele Wanderfahrer in den eigenen Reihen. Aber als örtlicher Verein war der Kelheimer Club verantwortlich für die Ausarbeitung der Kanutouren, den Shuttledienst zwischen Ausstiegs- und Einsatzstelle, außerdem das Rahmenprogramm, zu dem ein Hundertwasser-Turmbesuch, Radltour und Stadtführung in Kelheim gehörten. Auch den Festabend, am Samstag im Gasthaus Kellner, hatte der Kelheimer Club mit vorbereitet. Viel Arbeit also, „aber ein Verein muss leben und sich zeigen – da gehören solche Veranstaltungen dazu!“, bekräftigt Vorsitzende Marianne Fruth.

Mit von der Partie sind, zu Lande und zu Wasser, auch Mitglieder der Sparte Behindertensport im Kanu-Verband. Vier Rolli-Fahrer nehmen am Treffen teil, zwei davon haben sich auch am Campingplatz einquartiert. Für Paddler mit Handicap hat Marianne Fruth zusammen mit Christine Wilholm vom Landesverband ein eigenes Fahrtenprogramm zusammengestellt. Fast einen Tag lang seien sie unterwegs gewesen, um die drei Touren mit entsprechender barrierefreier Infrastruktur auszutüfteln, erzählt Fruth.

Von den umfangreichen Vorbereitungen profitieren nun, ob mit Handicap oder ohne, Wanderfahrer aus ganz Bayern. Eine Gruppe vom Bamberger Faltboot-Club etwa hat sich gerade auf einem schattigen Plätzchen am Camping-Areal bequem gemacht, genießt die „Feierabend“-Halbe nach getaner Fahrt: die einen von Riedenburg nach Abbach, die anderen von Essing aus. „Ziemlich sportlich“ , bilanziert Martin Müller, weil auf dem Kanal ja sowieso fast keine Strömung herrscht; die Donau schiebt derzeit, wegen ihres niedrigen Wasserstandes, auch nicht gerade übermäßig an. Umso mehr Zeit blieb den dreien, die Landschaft zu genießen. „Viele Radler sind unterwegs“, das ist Lore Nistler besonders aufgefallen. Verbesserungsmöglichkeiten für Kanu-Wanderer? Armin Hein denkt kurz nach: „Auf dem Main gibt es den Wasserwanderweg ,Gelbe Welle’“, berichtet er: Ein- und Ausstiegsstellen, sonstige Infrastruktur und Infotafeln für Bootswanderer. „Man könnte überlegen, ob das auch für die Donau etwas wäre“, empfiehlt er.

Grundsätzlich seien die Bedingungen hier aber schon gut und die Region „wunderbar geeignet“ zum Bootswandern, urteilt Isa Winter-Brand, Vizepräsidentin Freizeitsport im Bayerischen Kanu-Verband: „Die Landschaft ist schön, vor allem die Felshänge entlang der Flüsse.“ Alle vier, fünf Kilometer entlang Donau und Altmühl finde sich auch eine Ein- und Ausstiegsstelle: Das sei, zumal auf einem Fluss wie der Donau, ausreichend.

Dem Kanu-Landesverband sei wichtig, dass das Wanderfahrer-Treffen alljährlich in einer anderen Region stattfindet. „Der Verein vor Ort kennt die Besonderheiten und kann sie den Teilnehmern zeigen. Die können dann ihre eigenen Vereine auch mal in diese Region lotsen“, erklärt Winter-Brand, die zusammen mit ihrem Mann natürlich auch selbst die Wasserwege rund um Bad Abbach erkundet. „Vom Boot aus bekommt man einfach eine ganz andere Sichtweise auf Natur und Landschaft“, schwärmt sie von diesem Sport. Die Liebe zur Natur eint denn auch die Wanderfahrer, „und dass sie sehr gesellig sind“, antwortet sie denn auch, ohne groß nachdenken zu müssen.

Schulungen sind mit im Angebot

Das „Familientreffen“ von Bayerns Wanderfahrern wird vom Kanu-Verband auch für ein begleitendes Schulungsprogramm genutzt. Es geht um Naturverträglichkeit im Kanusport, um die Sicherheit auf Kleingewässern und um die Abnahme des Europäischen Paddelpasses, eines freiwilligen Fähigkeitsnachweises für Kanuten. Und ein Höhepunkt des Treffens ist am Samstagabend der Festabend im Gasthaus Kellner in Gundelshausen, der auch die Verpflegung der Wanderfahrer übernommen hatte.

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