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Region Kelheim
Freitag, 30. September 2016 24° 1

Zwiespältig

Katzen verschwinden: Tierfänger am Werk?

Mehrere Tierhalter im Raum Kelheim vermissen ihre Samtpfoten und befürchten, dass sie Opfer von Fängern wurden.

Erika Blatt von der Tierhilfe Kelheim mit einigen ihrer Schützlinge.Foto: epk

LANDKREIS.Der Futternapf bleibt seit 4. September unangetastet, und das Lieblingsplätzchen im Heu auch: Kater Gizmo ist an jenem Tag verschwunden und blieb bis heute unauffindbar, obwohl seine Besitzerin, Manuela Barth aus Schwaig, nichts unversucht gelassen hat, den markanten, kastrierten schneeweißen Kater mit den smaragdgrünen Augen wiederzubekommen. „Wir haben die Polizei informiert, Zettel an Supermärkten und Tankstellen geklebt und die Medien eingeschaltet. Tageszeitungen und auch Radiosender haben die Suchmeldung veröffentlicht!“, erzählt sie bewegt.

Der Kater blieb zwar verschwunden. Aber Barth erhielt alarmierende Informationen von zahlreichen, ebenfalls betroffenen Katzenhaltern. Manche verdächtigten Jäger, am Verlust ihrer Samtpfoten schuld zu sein, andere gaben Rattengift oder der Agrar-Chemie die Schuld. Auch Marder stehen auf der Liste der Verdächtigen. Doch die Mehrzahl der Hinweise konzentriert sich auf die – freilich unbewiesene – These, dass Tierfänger unterwegs sind, die gezielt Jagd auf die Katzen machen.

„Ich hab das anfangs als Hirngespinst abgetan, so unwahrscheinlich kam mir das vor“, gesteht Barth. Doch völlig unabhängig voneinander hätten viele Besitzer verschwundener Katzen nahezu identische Beobachtungen geschildert. Einzig die Beweise fehlen.

Auch Monika Pledl, Vorsitzender der Tierhilfe Kelheim, nennt auf Anfrage die schon genannten Verdächtigen, inklusive der Tierfänger in Gestalt von Altkleidersammelfirmen. Auf die große Anzahl verschwundener Katzen angesprochen, bestätigt Pledl, dass tatsächlich sehr viele Samtpfoten abgängig seien.

Neben der verzweifelten Suche eint die Katzenfreunde noch etwas: die Forderung nach einer Art „Katzenschutzverordnung“: Manuela Barths „Gizmo“ stammte aus dem Tierheim, war jedoch aus unerfindlichen Gründen nicht wie üblich tätowiert oder gechipt.Katzen sollten tätowiert oder „gechipt“ sein – viele verschwundene Haustiere finden dank Kennzeichnung auch nach langer Zeit und über weite Entfernungen zurück nach Hause. Und aus Tierschutzgründen sollte die Gesamtpopulation des Haustieres Nummer eins in Deutschland drastisch sinken. „Und das ist nur über Kastration zu erreichen“, sagt Pledl.

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