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Region Kelheim
Samstag, 5. September 2015 18° 5

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Kelheim lockt die wendigen Libellen an

Hubschrauber-Piloten überlegen, die Stadt zum Stammsitz ihres Treffens zu machen. Dabei ließen sich Rundflüge anbieten.

Hunderte Besucher nutzten voriges Jahr die Gelegenheit, am Pflegerspitz einen der 27 angereisten Helikopter zu besichtigen.

KELHEIM. Die Hubschrauber-Profis aus Deutschland und den Nachbarländern wollen dauerhaft Kurs nehmen auf Kelheim: Wenn es nach dem „HeliTreff“ geht, einer Info-Plattform für Hubschrauberpiloten, dann könnte ihr alljährliches Treffen „HeliDay“ künftig immer in Kelheim stattfinden, und zwar alljährlich am ersten Mai-Wochenende. Möglich wäre dann auch, kurze Rundflüge für Interessierte anzubieten, erklärt Gerhard Schug vom Team HeliTreff. Aus Sicht der Stadt wäre ein solches regelmäßiges Ereignis durchaus „eine zusätzliche Attraktion“, zeigt sich Barbara Wieben von der Stadtverwaltung aufgeschlossen für die Idee. Erstmals waren die Hubschrauberpiloten voriges Jahr in Kelheim zu Gast; heuer wollen sie auf alle Fälle am 5. und 6. Mai auf der Wiese beim Pflegerspitz landen.

Denn gefallen hat es ihnen sehr gut in Kelheim, vor allem im „Wittelsbacher Hof“ als Tagungshotel, bekundet Gerhard Schug. Der HeliDay ist nicht einfach nur ein lockeres Treffen, sondern steht alljährlich unter einem thematischen Schwerpunkt (siehe Zusatztext), der mit Fachreferenten diskutiert wird. Für die Kelheimer und auswärtige Gäste interessanter sind freilich die unterschiedlichen „Libellen“, mit denen die Piloten Kelheim anfliegen.

Dazu ist vorab einiges an organisatorischer „Bodenarbeit“ erforderlich, schildert Gerhard Schug. Denn die Wiese an der Donau (im Anschluss an den Mitarbeiter-Parkplatz des Landratsamts) ist dann nicht mehr einfach nur Wiese, sondern wird für das zweitägige Treffen zum Feldflugplatz deklariert, auf dem der „Helipad“ eingerichtet ist, also der Hubschrauber-Landeplatz. Dazu müssen die Organisatoren nicht nur mit dem Grundstückseigentümer und der Stadt Kelheim einig werden. Sondern solch ein Feldflugplatz muss beim Luftamt Südbayern beantragt werden, das bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt ist. Das Luftamt legt unter anderem genau die Anflugrouten und -höhen fest – möglichst über unbebautem Gebiet, damit die Lärmbelästigung gering bleibt.

Das Gelände am Kelheimer Donauufer eigne sich gut für den Anflug, bescheinigt Schug: Es ist frei von Hindernissen und lässt sich gut sichern. Die einzige Gefahr, die drohen könnte, wäre ein Hochwasser – für diesen Fall überlegt das HeliTreff-Team, im garantiert hochwasser-sicheren Ihrlerstein ein Ausweichgelände vorzuhalten.

Stadt ist aufgeschlossen

Die Heli-Parade am Pflegerspitz lockte voriges Jahr zahlreiche Zuschauer an – allerdings auch deshalb, weil zeitgleich ein Markt am Volksfestplatz stattfand. Barbara Wieben, die im Rathaus die Bereiche Tourismus, Wirtschaft, Marketing und Kultur leitet, glaubt aber, dass auch der HeliDay für sich genommen zum Publikumsmagneten werden könnte. „Wir würden uns freuen, wenn Kelheim zum alljährlichen Standort für das Treffen würde“, bestätigt sie. Einerseits, weil es für Einheimische und Gäste eine zusätzliche Attraktion wäre; andererseits, weil die Piloten zu einer Art „fliegender Werbebotschafter“ für den Urlaubsort Kelheim werden könnten. In der Tat gibt es schon HeliDay-Teilnehmer, die nach dem Treffen 2011 in der Kreisstadt nochmals Urlaub machten, weiß Gerhard Schug. „Die Region hat so viel zu bieten – die kann man auch ausländischen Piloten nahe legen!“ 2011 brummten nämlich die flinken Flieger nicht nur aus den verschiedensten Ecken Deutschlands zu dem Treffen, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.

Aus Österreich hat Schug auch die Anregung, das Treffen alljährlich am selben Ziel zu veranstalten: „Der HeliDay Austria findet, jeweils am ersten September-Wochenende, immer in Gmunden statt, mit Unterstützung der dortigen Ferienregion Salzkammergut“. Kelheim und Gmunden könnten künftig die Treffs zur gegenseitigen touristischen Werbung nutzen, regt Schug an.

Machbar wäre aus seiner Sicht, am Rande des HeliDays in Kelheim kurze Hubschrauber-Rundflüge über Kelheim anzubieten – schließlich seien unter den Teilnehmern ja solche, bei denen das zum Geschäft gehört. Voraussetzung sei eine entsprechende Genehmigung durch das Luftamt, die aber mit „überschaubarem“ Aufwand zu erreichen sei.

Genehmigung wäre wohl machbar

Bei den bisherigen Treffen waren Rundflüge für Besucher nicht möglich, weil beim Luftamt nur je eine Landung und ein Start pro Helikopter beantragt war. Den Preis für solche Rundflüge schätzt Schug auf 30 bis 40 Euro für etwa fünf Minuten. „Für die Organisation des Ticketvorverkaufs müsste allerdings das örtliche Gewerbe mitspielen“ – das könne der HeliTreff selbst nicht organisieren.

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