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Region Kelheim
Sonntag, 25. Juni 2017 27° 4

Extrem

Läufer lieben Schlamm, Wasser und Morast

1170 Läufer und tausende Zuschauer waren dabei: Der zweite LimesRun in Bad Gögging sorgte mit neuer Strecke und neuen Hindernissen für Begeisterung.
Von Bastian Winter

  • Viele Läufer versuchten das Tauchhindernis durch Klettern zu vermeiden – auf den rutschigen Baumstämmen nur mit mäßigem Erfolg. Fotos: Winter
  • Beim neuen Hindernis-Parcours an der Ziegelei in Sittling galt es eine Lehmrutsche zu meistern. Fotos: Winter
  • Trotz allem blieben die Teilnehmer gut gelaunt und posierten auch gern für Fotos. Fotos: Winter
  • Aus den metertiefen Moorgruben konnte man ohne Hilfe kaum mehr herauskommen. Da waren die Läufer gegenseitig auf Hilfe angewiesen. Fotos: Winter

Bad Gögging. Eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund beim LimesRun mitzumachen. Dafür waren es aber ziemlich viele Sportler, die am Samstagmorgen ihren Weg zum Gelände des Marc Aurel Hotels im Kurort gefunden hatten. Dort trafen sich 1170 Läuferinnen und Läufer, um den zweiten LimesRun zu absolvieren. Ursprünglich hatten sich 1800 Teilnehmer angekündigt, jedoch konnten wohl viele wegen des Bahnstreiks nicht anreisen, mutmaßte Ursula Schemm, Pressesprecherin des Veranstalters. Bei der Premiere des Laufwettbewerbs im letzten Jahr waren es noch 1240 Mutige. Die Veranstalter heizten die Stimmung der gespannt wartenden Teilnehmer an diesem nebligen und kühlen Morgen mit Musik und Anfeuerungsrufen an, bevor um 11 Uhr für die erste Gruppe der Startschuss fiel. Die Teilnehmer wurden in Startgruppen aufgeteilt, damit es an den Engstellen der Strecke nicht zu Staus kam.

Beim LimesRun geht es darum, eine Strecke mit verschiedenen Hindernissen zu bewältigen, die meist darauf abzielen den Durchhaltewillen der Teilnehmer zu prüfen. Denn als wären die knapp 26 Kilometer Laufstrecke nicht schon genug, waren die zahlreichen Schlammlöcher und Schwimmeinlagen bei den spätherbstlichen Temperaturen eine zusätzliche Herausforderung.

Fast jedes der 17 Hindernisse musste sowohl auf dem Hin-, als auch auf dem Rückweg absolviert werden. Während es also am Anfang noch leicht war, war es beim zweiten Mal eine Qual, vor jedem Hindernis die ohnehin schon schweren Beine heben zu müssen.

Auch die Schwimmstrecke durch den herbstlich kalten See im Kurpark war dieses Jahr wieder dabei. Hier mussten die Veranstalter vom PAS-Team aus Bad Kissingen letztes Jahr noch eingreifen und das Hindernis kurzfristig aus dem Streckenverlauf nehmen. Das eisige Wasser führte damals bei etlichen Teilnehmern zu Krämpfen und Schockzuständen, weswegen viele aufgeben mussten. Dieses Jahr ging dank besserer Vorbereitung der Veranstalter alles gut.

Der Streckenverlauf wurde in diesem Jahr geändert. Erstmals mussten die Teilnehmer beispielsweise die Höhenmeter von den Donauauen bis zum Gelände der Ziegelei in Sittling überwinden. Dort erwarteten die Läufer Sumpf, dschungelartiges Dickicht, tiefe Lehmgruben und Schutt-Hügel. Sogar der Geländebuggy von PAS-Team-Chef Joachim von Hippel soll dort bei einer Testfahrt stecken geblieben sein.

Fragen wie „Warum macht man denn so was?“ hörte man immer wieder von den tausenden Zuschauern, welche die Straßen und Wege an der Strecke säumten. Vor allem an den eisigen Wasserhindernissen sah man immer wieder ungläubiges Kopfschütteln und Menschen, die sich sichtbar tiefer in ihre warmen Jacken zurückzogen. Auch dem ein oder anderen Teilnehmer war kalt. „Ich würde mir mehr Schlamm wünschen, der hält nämlich warm“, meinte einer.

Die Teilnehmer selbst hatten sichtlich Spaß, was nicht zuletzt den Anfeuerungsrufen aus dem Publikum zu verdanken war. „Die Leute hätten ruhig mehr anfeuern können, das treibt an“, sagte ein Teilnehmer nach dem Zieleinlauf. Insgesamt mussten die „Legionäre“ auch untereinander auf der Strecke gut zusammenhalten, denn manche Hindernisse waren ohne Hilfe kaum zu schaffen.

Wenn jemand aber trotz aller Unterstützung nicht mehr weiterlaufen konnte, waren Rettungs- und Hilfskräfte nicht weit. „Wir sind heute mit rund 125 Helferinnen und Helfern der Sanitätsbereitschaften, der BRK-Wasserwacht und der DLRG vor Ort“, sagte Stephan Zieglmeier vom BRK- Kreisverband Kelheim. Hinzu kamen noch 18 weitere Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren, die sich um die Straßensperrungen kümmerten. Zu tun gab es für die Freiwilligen genug: 60 der angehenden Legionäre mussten medizinisch versorgt werden, vier davon mussten in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden.

Der schnellste Läufer wurde Moritz Kränkl (2:23:39 Stunden) aus Kelheim. Schnellste Läuferin wurde Sarah Drees (3:09:33) aus Unna bei Dortmund. Schnellstes Team, wurde der KLJB Hausen (3:05:23). Außerdem wurde noch der Teamspirit-Preis „LimesRun Heroes“ für das sportlichste und fairste Team vergeben. Er ging an das Team SBS aus Finningen, weil sie „auf der ganzen Strecke anderen Läufern die Hand gereicht haben und sogar einen Verletzten mit in Ziel gebracht haben“.

Für alle, die ihr Durchhaltevermögen nun auch einmal testen wollen, steht der Termin für das nächste Jahr bereits fest: Am 17. Oktober 2015 geht der LimesRun in die dritte Runde. Anmelden kann man sich bereits.

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