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Sonntag, 19. November 2017 7

Buch

Mit Kelheimer Autor ins Herz Afrikas

Karl Dorsch hat seinen ersten Psycho-Thriller druckfrisch vorliegen. In Afrika erlebte er eine abenteuerliche Rucksackreise.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Karl Dorsch zeigt sein erstes Buch „Die Gier des Mzungu oder Flucht nach Afrika“. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Der Kelheimer Karl Dorsch hält sein gedrucktes Erstlingswerk in der Hand. Der Titel: „Die Gier des Mzungu oder Flucht nach Afrika“. Das Buch ist Anfang der zweiten August-Woche im Verlag epubli erschienen. Die Freude des Autors ist groß. „Ich weiß, dass es spannend und interessant ist“, sagt der 66-jährige Rentner Karl Dorsch über seinen „Psycho-Thriller, der in Deutschland beginnt und im Herzen Afrikas endet – da war ich drinnen vor über 20 Jahren“. Der gebürtige Kelheimer hatte damals eine Rucksackreise unternommen und einiges erlebt.

An der Uni Regensburg gearbeitet

Karl Dorsch – auch Charly genannt – war in seinem Berufsleben Jahrzehnte lang als Elektroniktechniker im Fachbereich Physik an der Uni Regensburg beschäftigt. Und wie kam er zum Schreiben? „Weil ich gerne anspruchsvolle Bücher lese und gerne reise mit dem Rucksack, auch alleine.“ Im Alter von 30 Jahren habe er mit dem Rucksackreisen begonnen. Der Kelheimer berichtet von seiner „ersten großen Reise“, die in nach Syrien und Jordanien führte. Eine Woche lang sei er damals unterwegs gewesen. „Das sind kleine, leicht zu bereisende Länder“, sagt der Kelheimer. „Ich habe die ganzen östlichen Mittelmeeranrainer bereist.“ Mit der Frau sei er in Thailand und auf den Philippinen gewesen.

Diese Raubkatze ist auf dem Cover des Buches von Karl Dorsch. Foto: Bachmeier-Fausten

Der Kelheimer berichtet im Gespräch mit der Reporterin unseres Medienhauses auf der heimischen Terrasse am Affeckinger Berg von seiner einstigen Reise nach Afrika, die vier Wochen dauerte. „Da gab’s mehrere Punkte, wo ich sagte, ich will da raus, obwohl ich mich 13 Monate ganz hart vorbereitet hab’.“ Er habe sich Literatur und Kartenmaterial besorgt, sei bei einem Ausstatter für Rucksackreisen gewesen, bei dem er unter anderem auch Silberiodid bekommen habe, denn in dem Land, in das er reiste, „kann man nicht einfach die Wasserleitung aufdrehen“. Im Tropeninstitut habe er sich impfen lassen. Das Interesse an „Leuten und Land“ hat den Niederbayern dort hingezogen. Warum hat er sich dann gesagt, „,ich will da raus“? Karl Dorsch: „Weil ich nicht wusste, wie ich mich weiter versorgen kann. Es gab nichts zum Essen und Trinken. Ich habe vier Tage alten Tee getrunken. Die Afrikaner leben auch nur von der Hand in den Mund, wo ich war.“ Die damalige Tour des Niederbayern hatte in Kenia begonnen, führte nach Tansania, zum Tanganjikasee, dem damaligen Zaire, jetzt Kongo, nach Burundi, Uganda und wieder nach Kenia zurück. Auf offenen Pritschenwagen sei er mitgefahren – 15 Personen seien darauf gewesen. Auch Hühner, Reis, eventuell Früchte seien transportiert worden. Einmal sei er auch mit dem Zug gefahren.

Von einer Bekannten zum Schreiben ermuntert

Als er noch berufstätig war, hatte Karl Dorsch seinen Angaben nach bereits zum Schreiben begonnen. Eine Bekannte, eine Ärztin, habe ihm erzählt, dass sie ein Buch schreibe. Sie habe ihn ermuntert, auch zu schreiben. Eine Geschichte habe er „schon im Kopf“ gehabt. „Vor etwa vier Jahren habe ich mich gefragt, kann ich überhaupt schreiben?“ Der Kelheimer erwähnt, ein selbstkritischer Mensch zu sein.“ Seine Zweifel seien bezüglich des Stils und ob es spannend sei, was er schreibe, gewesen. Auch die frühere Leiterin der Stadtbücherei Kelheim, Gabriele Matthes habe ihn zum Schreiben ermutigt.

Ein Taschenbuch mit 228 Seiten

  • Exposé

    In den Buch „Die Gier des Mzungu oder Flucht nach Afrika“ geht es um „die Geschichte von Frank Roland und Michael Hagner“. Es ist eine „außergewöhnliche Reise und ein Kampf ums Überleben“. „Was wie ein normaler Tag begann, entwickelt sich für den deutschen Architekten Franz Roland zu einem nicht enden wollenden Alptraum. Sein durchdachtes Leben wird auf den Kopf gestellt, als er erfährt, dass ihn sein Bruder Rolf in den Ruin getrieben hat. Er ermordet ihn und flüchtet nach Mombasa“ ...

  • Psycho-Thriller

    Zwei Jahre hat der Karl Dorsch an dem Buch gearbeitet. Dieses ist im Verlag epubli erschienen. Das Taschenbuch hat 228 Seiten. Auf dem Cover sieht einen ein Gepard an. Der Autor unternahm vor über 20 Jahren einer Rucksackreise ins „Herz Afrikas“. Wie er sagt, habe er immer schon ein Faible für Psycho-Thriller und Reiseberichte gehabt, beides verbinde er jetzt. Das Buch ist zu beziehen über: den Online-Verlag www.epubli.de/shop, das Geschäft „Buch und Wein am Alten Markt‘ in Kelheim oder Amazon.

  • Steckenpferd

    Den Rat einer Bekannten, die er mit den Worten „,Charly mach’ das als befreiendes Hobby‘“ zitiert, hat der Karl Dorsch befolgt. Er hat mit dem Schreiben begonnen. Mittlerweile hat er nicht nur sein erstes Buch gedruckt vorliegen, sondern Pläne für weitere Bücher in den nächsten Jahren. Wie er sagt, sehe er das Schreiben als Hobby an, „das befreiend ist“. Dorsch ist Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er hat drei Enkel. Enkelin Laura habe mehreren Protagonisten in seinem Buch Namen gegeben. (eb)

Die Geschichte von zwei Brüdern die sich nicht kennen – einer wuchs in Deutschland auf, der andere in Spanien – plant der Kelheimer Autor in einem Jahr zu veröffentlichen. Er berichtet auch, dass er ein drittes Buch „in Vorbereitung“ habe. Dafür habe er in diesem Jahr den Tauchschein abgelegt, um sich genau ins Tauchen reinversetzen zu können. Es geht in ferne Länder – von Syrien durch den Libanon, Jordanien, den Golf von Aqaba. Zum Inhalt verrät Karl Dorsch, „dass es ums Tauchen geht. Da kommt einer ums Leben.“ Das habe er nicht erlebt. Aber: „Fantasie habe ich viel.“ Im Dezember fliegt der 66-Jährige für acht Tage nach Südägypten zum Tauchen. Er brauche eine der wichtigsten Szenen für das Buch.

Auch für sein gedrucktes Erstlingswerk „Die Gier des Mzungu oder Flucht nach Afrika“ hat der Niederbayer seine vor vielen Jahren gewonnenen Reiseeindrücke verarbeitet und „die Protagonisten, die vorkommen, gab’s teilweise“. Den Kampf ums tägliche Überleben im Innern des Kontinents habe er selbst erlebt. Der Kelheimer spricht von einem Kulturschock. Die beschriebenen Reisebedingungen „sind etwas abgemildert“. Wie er sagt, habe er in Uganda Angst vor AIDS gehabt, „weil jeder Zweite AIDS hatte“ und bei einer offenen Wunde eine Gefahr sei. Im Zug habe ein Fahrgast um sich geschlagen und dabei Dorsch getroffen. Er erwähnt auch noch andere Krankheiten – „der nächste Arzt ist 1000 Kilometer entfernt“. Der Niederbayer hat beispielsweise auch gesehen, „wenn jemand im Straßengraben stirbt, gehen die Leute vorbei und es wird ignoriert“.

Am dem Thriller „Die Gier des Mzungu oder Flucht nach Afrika“ arbeitete der Autor zwei Jahren. Monatelang habe er einen Verlag gesucht. Er habe Leseproben an offizielle Lektorate von Verlagen gesandt. „Die haben mir zum Beispiel zurückgeschrieben, dass es sehr spannend ist und sie gerne weiterlesen würden“, so der 66-Jährige. Er greift nicht nur zum Stift oder tippt in den Computer, sondern ist auch sportlich – unternimmt Radtouren, ist gerade dabei das Rettungsschwimm-Abzeichen in Silber abzulegen. Das Malen gehört ebenfalls zu den Steckenpferden des Kelheimers.

„Da darf nichts stören“

Die kalte Jahreszeit bevorzugt der Kelheimer fürs Schreiben. Wenn er im Wohn-/Esszimmer mit Block und Bleistift sitze, um zu schreiben, „brauche ich eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen und ich muss alleine sein. Da darf nichts stören.“ Seine Gedanken beschreibt der Kelheimer mit den Worten, dass der „Film abläuft und den schreibe ich nieder.“ Den Block mit dem darauf Festgehaltenem lege er weg, lese das dann einige Tage später nochmals und überarbeite es beim Schreiben in den PC.

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