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Region Kelheim
Donnerstag, 14. Dezember 2017 4

Saft

Mosterei läuft nur im Schneckentempo

Kaltes Frühjahr verhinderte gute Obsternte. Deshalb kommt Mostmeisterin Marianne Kuhlen in Neustadt nicht ins Schwitzen.
Von Wolfgang Abeltshauser

Mostmeisterin Marianne Kuhlen an der Abfüllanlage Foto: Wolfgang Abeltshauser

Neustadt.Seit einigen Tagen hat die Neustädter Mosterei wieder ihre Pforten offen. Doch es läuft noch alles im Schneckentempo. Muss Mostmeisterin Marianne Kuhlen manches Mal fast bis Sonnenuntergang arbeiten, um alle Kundenwünsche unterzubringen, herrscht noch gähnende Leere zwischen den einzelnen Terminen. Schuld ist nach ihren Worten das kalte Frühjahr.

Auf mehr als 50 Prozent weniger Obst, als es bei einer Durchschnittsernte der Fall ist, schätzt die Fachfrau die Menge ein, die es heuer von den Bäumen zu holen gilt. Entsprechend wenig los ist in der Mosterei. „Normalerweise haben wir zu dieser Zeit die ganze Woche offen.“ Diesmal reiche ein Mosttag pro Woche noch aus. Und da drängen sich die Kunden keinesfalls. „Birnen gibt es noch gar keine“, bedauert Kuhlen.

Grund sei die Witterung im Frühjahr. Wir erinnern uns. Ende April und Anfang Mai war es noch einmal so kalt, dass es ohne Heizung in der Wohnung nicht ging. Das sei genau die Zeit der Blüte gewesen. Es habe den Pflanzen selbstverständlich nicht gut getan. Es sei kaum etwas zu finden an den Bäumen.

Das merken die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, dem die Mosterei gehört, nicht nur im heimischen Garten. Die Obstexperten aus der Donaustadt kennen auch Bäume auf öffentlichen Plätzen. Auch dort ernten sie normalerweise. Um beispielsweise Saft zu produzieren, der dann auf Veranstaltungen angeboten werden kann. Das dürfte heuer laut Mostmeisterin schwierig werden. Es gibt schlichtweg zu wenig Früchte.

Wobei es auch im Kleinraum regional sehr unterschiedlich sein könne. So habe eine Kundin aus Ingolstadt schon einen Termin gemacht. Und die spreche von viel Obst. Rund um Neustadt wisse Kuhlen niemanden, den es so geht. „In Abensberg ist es nicht anders“, weiß sie von den Kollegen dort. Dagegen hat sie mit eigenem Auge festgestellt: In der Gegend um Baden-Baden hängen die Äpfel nur so an den Bäumen.

Dabei hat der OGV wieder ein wenig investiert in die Mostanlage. Die Schaltvorrichtung für das Befüllen der Saftbehälter ist anders als noch im Vorjahr. „Einfacher zu bedienen“, sagt die Mostmeisterin. Der Knopf ist jetzt so angebracht, dass sie die Hände nicht eigens wegnehmen muss. Sondern in einem Arbeitsgang die Behälter festhalten und mit der flachen Hand die Maschine einschalten kann. Da kommt es selbstverständlich umso ungelegener, dass die Einnahmen wohl deutlich weniger sein werden als in einem Durchschnittsjahr. Klar ist: Je weniger Kunden – umso weniger Geld.

Immerhin lassen die Stammkunden ihre Mostmeisterin nicht im Stich. Zu denen gehört Franz Oberleitner. Seit mindestens zehn Jahren komme er mit seinen Äpfeln nach Neustadt. Der Service dort sei halt so gut, dass er sich nicht erst eine Mosterei in Ingolstadt hat suchen wollen. „Es war heuer eine mittelmäßige Ernte“, beschreibt er es. Immerhin eine zweite Fuhre nach Neustadt werde möglich sei. Weil es im eigenen Garten verschiedene Apfelsorten gebe.

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Obst waschen

  • Termine für

    die Mosterei können mit Marianne Kuhlen, Tel. 01 71- 4 87 86 62 vereinbart werden.

  • Dabei soll

    die Menge an Obst angegeben werden. Das Obst solle zuvor gewaschen werden.

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