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Region Kelheim
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 2

Schiffsbau

„Renates“ Kiellegung am Rhein gefeiert

Firma Schweiger brachte dazu bayerische Spezialitäten auf die Werft mit – 2018 läuft das neue Ausflugsschiff in Kelheim ein.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die Kiellegung für die neue „Renate“Foto: Schweiger

Kelheim. Das neue Fahrgastschiff „Renate“ mit der Befreiungshalle an Bord des Kelheimer Unternehmens Personenschiffahrt Schweiger nimmt Gestalt an. Am Mittwoch, 26. April, erfolgte in der Werft am Rhein in Oberwinter in Rheinland-Pfalz die Kiellegung, also der Beginn der Montage des Schiffrumpfes. Anfang vergangener Woche war bereits ein Teil der Seitenwände mit der Bodenplatte fest verankert. Und der Bau läuft weiter. Die Fertigstellung ist laut Unternehmerin Renate Schweiger im März/April 2018.

Befreiungshalle etwas geändert

Gegenüber der ursprünglichen Planung, die im vergangenen Herbst bei der Vertragsunterzeichnung an Bord der bisherigen „Renate“ auf der Donau durch Unternehmerin Renate Schweiger und Chef Günter Müller von der Firma Stahlbau Günter Müller stattfand, ist die Außenansicht der Befreiungshalle an Bord „a bissl geändert worden aufgrund der Daten des Schleppversuchs, da das Schiff einen so geringen Tiefgang hat“. Circa 70 Zentimeter habe der Schleppversuch ergeben. Es sei ursprünglich mit etwas mehr gerechnet worden. Durch den geringen Tiefgang wäre die Gesamthöhe zu hoch geworden, wie Renate Schweiger sagt. Die Befreiungshalle am Heck ist jetzt oben offen, das Dach sieht auf der planerischen Darstellung wie ein Schirm aus und neu ist auch das Freideck, das darunter entsteht. Der geschlossene Raum der Befreiungshalle am Bord wird als runder Salon gebaut mit 60 Sitzplätzen und bekommt laut Renate Schweiger den Charakter des Innenraums des Monumentalbaues, den König Ludwig auf dem Kelheimer Michelsberg errichten hatte lassen. Die Einrichtung solle sich etwas von der der zwei anderen Räume auf dem Schiff abheben. Der Rundbau circa 8,5 Meter Durchmesser werde aus gelblichem Glas und außen seien auch Figuren vorgesehen.

Die „Renate“ wird auf der Werft in Oberwinter gebaut. Foto: Schweiger

Insgesamt werde das Schiff für 500 Personen zugelassen. Im Innern und auch am Freideck, das teilweise überdacht werde, entstünden jeweils 270 Gästeplätze. Als weitere Änderung erwähnt Renate Schweiger statt einer Eisen- eine Glaswand beim Sonnendeck, damit die Passagiere die bestmögliche Sicht hätten „und näher an der Natur sind“. Die einen Meter hohe Glaswand „ist bruchsicher“. Renate Schweiger: „Wir haben versucht, so wenig wie möglich Eisen zu verbauen, sondern Glas, Glas, Glas.“

Werftchef Günter Müller legt den Glückscent unter den Kiel. Foto: Schweiger

Die Inneneinrichtung des neuen Ausflugsschiffes „steht soweit fest“. Die Möblierung werde „klassisch mit Stühlen“ und es seien verschiedene Anordnungen möglich. Die Küche für das neue Schiff „ist auch schon bestellt“. Als Besonderheit nennt Renate Schweiger den „sehr großen Herdblock“ mit einer Breite von circa zwei Metern und einer Länge von 2,5 Metern, der mit Hilfe eines Krans in das fertige Schiff eingehoben werde. Dafür müsse dann ein Teil des Decks, das „vorerst nur angeheftet wird“, nochmals abgehoben werden mittels Kran.

Die Kiellegung wurde am Rhein gefeiert. Foto: Schweiger

Aber nun muss die neue „Renate“ erst weiter Gestalt annehmen. Bei der Kiellegung, die vergleichbar mit einer Grundsteinlegung für ein Gebäude sei, ist auch ein Cent unter den Kiel, das „Rückgrat“ des Schiffes, gelegt worden und wird von dort wieder herausgeholt, wenn das Schiff fertig ist. Sie habe ursprünglich geplant gehabt, dafür einen Pfennig mitzunehmen, habe den aber in der Eile vergessen, daher sei ein Cent hergenommen worden. Die Kiellegung bedeute, dass auf die Bodenplatten (diese sind aus sechs Millimeter starkem Schiffbaustahl) die ersten Schotten (Querwände) draufkämen.

Werftleiter Günter Müller (l.) mit Renate und Andreas Schweiger (r.) Foto: Schweiger

Die Familie Schweiger feierte mit Werftmitarbeitern, Konstrukteuren und einigen weiteren Gästen die Kiellegung „bayerisch“ mit Weltenburger Dunkel, Weißwürsten und frischen Brezen. Renate Schweiger und ihr Partner Harald Buchner hatten im Wohnmobil Geschirr und Weißwürste nach Oberwinter transportiert, ihr Sohn Andreas das Bier und die Gläser mitgebracht und Brauereivertreter Thomas Drexler die frischen Brezen.

„Sehr gut in der Zeit“

Mit der Kiellegung sei zunächst erst im Mai gerechnet worden. Die Kelheimer Schifffahrtsunternehmerin sagt bezüglich des Baues der neuen „Renate“, dass man „bis jetzt sehr gut in der Zeit ist“. Das sei wichtig, denn es könnten auch mal Lieferschwierigkeiten auftreten. Das werde aber nicht gehofft. „Es ist alles vorbereitet und bestellt.“ Renate Schweiger erwähnt, dass große Anlagen wie Antriebskomponenten „eine Lieferzeit von acht bis neun Monaten“ haben. In einem Jahr soll die neue „Renate“ „in Dienst gestellt“ werden. Über das genaue Datum werde im Oktober/November gesprochen.

Ein Teil der Seitenwände war am 9. Mai auf dem Schiffsboden montiert. Foto: Schweiger

Das derzeitige Ausflugsschiff „Renate“ des Unternehmens Schweiger fahre hier auf der Donau und dem Main-Donau-Kanal solange, bis die Nachfolgerin hier starte. Die bisherige „Renate“ „ist bereits verkauft und von der Werft in Zahlung genommen worden“, sagt die Kelheimer Firmenchefin.

Der erste Stopp ist in Nürnberg

Die Nachfrage für die Neuanschaffung der Personenschiffahrt Schweiger „ist bisher gut für Sonderfahrten, Feiern an Bord“. Fest steht bereits, dass auf der „Renate“ mit der Befreiungshalle an Bord an der Werft die erste Veranstaltung stattfinde. „Die Werft wird das Schiff potenziellen Kunden vorstellen“, das werde wie ein „Tag der offenen Tür“ sein. Bei der Überführungsfahrt „ist der erste Stopp gebucht in Nürnberg“ für zwei Tage von einem Kunden für ein Event. Ein weiterer Kunde habe das neue Schiff ab Beilngries bis Kelheim gebucht. „In Kelheim hoffen wir, dass uns die Bevölkerung erwartet.“ Nach der Ankunft werde gleich ein „Tag der offenen Tür“ abgehalten. Nicht nur der Bau läuft, sondern auch die Suche nach einer Patin für die neue „Renate“. Es gebe einige Gedanken, aber noch sei nichts Konkret, sagt Renate Schweiger bezüglich einer Taufpatin.

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