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Schnelligkeit ist nicht alles

Um Sicherheit ging es beim StaplerCup: Der Autozulieferer SMP aus Schwaig ist deutscher Vizemeister bei den Meisterschaften.
Von Jochen Dannenberg

  • Stapler fahren erfordert Konzentration und Augenmaß. Das gilt auch bei der Übergabe von Paletten. Foto: Klaus Voit, Linde StaplerCup
  • Die Kulisse in Aschaffenburg sucht ihresgleichen. Die Zuschauer sind dicht am Geschehen und können „hautnah“ beobachten, wie die Fahrer den Parcours meistern. Foto: Klaus Voit, Linde StaplerCup
  • Der StaplerCupvermittelt viel Action, beschränkt sich aber nicht auf den Wettbewerb. Zum krönenden Abschluss trat der ehemalige Teeniestar der Kelly-Family, Michael Patrick Kelly, auf. Foto: Klaus Voit, Linde StaplerCup
  • Auf dem Schlossplatz in Aschaffenburg findet jährlich der StaplerCup statt, der von der Firma Linde organisiert wird. Für die Staplerfahrer ist er Beitrag zur Sicherheit im Betrieb. Foto: Klaus Voit, Linde StaplerCup
  • Im vorigen Jahr hatte die Mannschaft von SMP in Schwaig den ersten Platz beim StaplerCup erreicht. Heuer reichte es „nur“ zum zweiten Platz, worüber sich das Team aber auch freute. Foto: Klaus Voit, Linde StaplerCup

Schwaig.Von den Zuschauerrängen tönt Jubel. Die Fans drängen sich hinter dem Absperrgitter, sie wollen den Stars so nah wie möglich sein. Es geht nicht um ein Rock- oder Schlagerkonzert – es geht um den StaplerCup in Aschaffenburg! Und der ist für die Fans der Gabelstaplerfahrer genauso wichtig wie Helene Fischer oder DJ Ötzi.

Denn in Aschaffenburg kommen jährlich die geschicktesten und ambitioniertesten Staplerfahrer zusammen, um sich zu messen. Damit ist der StaplerCup das Event für Gabelstaplerfahrer. Auch 2017 war die Veranstaltung der Firma Linde ein voller Erfolg. Am Start waren die Fahrer zahlreicher großer Unternehmen, darunter auch eine Mannschaft des Autozulieferers SMP aus Schwaig mit Benjamin Franz, Thomas Schels, Karsten Eugen und Johann Gruber als Logistiker. Im Vorjahr hatte SMP die Mannschaftswertung des StaplerCups gewonnen und durfte sich damit Deutscher Meister nennen.

Weltweiter Vergleich

„Heuer fand der StaplerCup zum 13. Mal statt. Bei diesem Wettbewerb können Fahrer der gesamten Welt in einer Einzel- und Mannschaftswertung ihr Können im Staplerfahren unter Beweis stellen. 2005 fand der erste StaplerCup statt, seither haben über 20000 Experten teilgenommen“, sagt Volker Folwill, Personalchef beim Autozulieferer SMP in Schwaig.

Dabei geht es zwar um ein eher sportlich angelegtes „Kräftemessen“. Im Hintergrund der Veranstaltung steht ein Thema, das aus dem Straßenverkehr bekannt ist: Verkehrssicherheit. Damit verbunden ist die Frage: Wie vermeide ich Unfälle? Auch für Staplerfahrer ist das ein wichtigges Thema, auch wenn Firmengrundstücke im Normalfall nicht der Straßenverkehrsordnung unterliegen.

Wie schnell es zu einem Unfall im Betrieb kommen kann, hat sich erst jetzt – ausgerechnet bei dem Neustädter Autozulieferer – gezeigt. Ein Staplerfahrer hatte mit der Gabel des Staplers eine Leiter berührt, weshalb ein Mann, der auf der Leiter stand, zu Boden stürzte und sich schwerst verletzte. Für Volker Folwill ist das genau die Situation, die vermieden werden soll. Er sagt: „Die Verantwortung der Staplerfahrer ist sehr hoch bei den Transport- und Beladevorgängen. Das ist immer auch mit Unfallgefahren verbunden.“ Umso mehr bedauere er es, wenn wie in diesem Fall durch eine Verkettung unglücklicher Umstände der Mitarbeiter einer Fremdfirma, die auf dem Werksgelände eingesetzt war, zu Schaden komme.

Reaktionsvermögen gefordert

Das Hauptanliegen des StaplerCups ist es deshalb, einen Beitrag zur Verringerung von Unfällen mit Staplern zu leisten. Die Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften spielt bei den Wettbewerben eine entscheidende Rolle: Verstöße führen zu Zeitstrafen!

Welche Fähigkeiten müssen die Teilnehmer mitbringen? „Man muss ein gutes Reaktionsvermögen haben“, sagt Benjamin Franz von der SMP-Mannschaft. „Augenmaß braucht man auch.“

Verschiedene Aufgaben und ein Parcours werden absolviert, die dem Betriebs- und Logistikalltag nachempfunden sind. Da das Hauptanliegen dieses Events die Senkung von Staplerunfällen ist, spielen vor allem alle relevanten Sicherheitsvorschriften eine große Rolle. Natürlich spielt immer auch die Zeit, in der die Aufgaben erledigt werden, eine Rolle. Deshalb läuft immer die Stoppuhr mit.

In diesem Jahr auf Platz zwei

Natürlich wollte die Mannschaft von SMP ihren Titel „Bestes Firmen-Team 2016“ verteidigen. Doch für einen erneuten Titelgewinn reichte es in diesem Jahr nicht. Das Team des Autozulieferers SMP war gefordert. Auch die 14 weiteren Gegner des Mannschaftswettbewerbes waren ehrgeizig. Die Fahrer aus Schwaig waren gut und gehörten eindeutig zu den besten dieses Jahres, aber die Glanzleistung aus dem vorigen Jahr konnten sie nicht wiederholen. Sie verpassten in einem spannenden Finale knapp den ersten Platz gegen „Lorenz Snack-World“ und holten sich heuer Silber. Damit war der StaplerCup noch nicht gelaufen, denn es gab ja noch die Einzelwertung. Da traten in diesem Jahr 64 Teilnehmer an. Der erste Platz ging an Jörg Klößinger von Helukabel GmbH. SMP landete mit Benjamin Franz auf einem stolzen Platz 11.

Kleines Missgeschick

Benjamin Franz hatte wohl mit mehr gerechnet – auch aufgrund des Erfolgs im vorigen Jahr. Doch heuer passierte ihm das, was natürlich nicht passieren soll, ein kleines Missgeschick – er war etwas schief an sein Ladegut herangefahren. „Mir ist damit ein Fehler passiert, der nicht hätte passieren sollen“, gesteht Benjamin Franz. „Mit meinem 11. Platz musst ich mich dann selber erstmal orientieren.“ Ohne den Fehler, weiß Benjamin Franz, wäre er deutlich weiter vorne gelandet.

Die Kollegen, ist zu hören, waren dennoch zufrieden. Ein zweiter Platz in der Firmenwertung ist schließlich nicht schlecht. Geübt hatten die Staplerfahrer von SMP vorher nicht. Dafür gibt es ausreichend Praxis im Job und die Regionalentscheide. Dazu gehörte auch eine schriftliche Prüfung. „Das ist nicht schlecht, das hilft ungemein“, sagt Benjamin Franz.

Zum krönenden Abschluss trat am Samstagabend der ehemalige Teeniestar der Kelly-Family, Michael Patrick Kelly, auf und sang für die zahlreichen Zuschauer.

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