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Region Kelheim
Montag, 11. Dezember 2017 3

Verkehr

Staus sorgen für Verärgerung

In der Kreisstadt Kelheim bringt die Vollsperrung im Stadtosten den gewohnten Rhythmus gewaltig durcheinander.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

In der Schäfflerstraße staute es sich war am Montag ziemlich. Foto: privat.

Kelheim. Ob in Geschäften, auf der Straße oder in Facebook – ein Thema beschäftigt in Kelheim und darüber hinaus die Menschen: die Vollsperrung der Osttangente nach der Einfahrt Schäfflerstraße bis fast zum Kreisverkehr beim Donaupark seit Montag. In Facebook ist u. a. zu lesen: Barbara de Vries: „... müssen wir jetzt fliegen lernen, um irgendwo dort hinzukommen“, Hans Schmid: „Das is nicht Kelheim..das is das Straßenbauamt LA...außerdem unter Halbsperrung hätts viel länger gedauert....“, Christine Stark: „Einfach außenrum ist die Standardumleitung und mit dem Fahrrad ist das auch nicht lustig. Die genervten Autofahrer holen dich fast vom Rad. Meine Kinder müssen durch dieses Chaos jeden Morgen mit dem Rad in die Schule. Über die Situation in der Innenstadt will ich erst gar nicht reden. Niemand kann mir weismachen, dass das nicht anders gegangen wäre.“

„Halbe Ewigkeit“ unterwegs

Viele, die in Kelheim mit einem motorisierten Fahrzeug unterwegs sind, haben in den vergangenen Tagen die sich seit Wochenbeginn nochmals verschärfte Verkehrssituation kennengelernt.

Bei der Einmündung der Starenstraße in die Kreisstraße 38 wird der Verkehr per Ampeln geregelt. Foto: Bachmeier-Fausten

Von langen Staus, vor allem am Montag, im Stadtnorden berichten Leser. Aber auch Leute, die Busse beispielsweise für den Fahrt zur Arbeitsstätte nutzen, trifft die Situation. Laut VLK ist der zentrale Umsteigepunkt derzeit das Donau-Gymnasium. Das sei „eine halbe Ewigkeit von der Innenstadt entfernt“. Näher kommt beispielsweise der 6036 (Bahnhof Saal – Ihrlerstein etc.) nicht an die Innenstadt heran, die Alternative ist der 6022 ab Maximilianbrücke. Hier ist es aber so, dass der Fahrplan offenbar einfach gekürzt wurde, sprich kein Stau auf der Umleitung berücksichtigt ist.

In der Kelheimwinzerstraße sind die Straßenbauer im Einsatz. Foto: Bachmeier-Fausten

Der Bus, der laut Fahrplan um 17.17 Uhr an der Maximilianbrücke Richtung Bahnhof Saal fahren soll, kam beispielsweise erst um 17.32 Uhr, weil er an der Baustellenampel bis Gronsdorf zurück im Stau stand, zum Bahnhof Saal, gerade noch eine Minute vor Zugabfahrt Richtung Regensburg.

Laut Pressestelle am Landratsamt können seit Montag die öffentlichen Buslinien die Haltestellen Wöhrdplatz, Alleestraße, Einkaufszentrum, Kelheimwinzerstraße/Abzweigung Hallstattstraße nicht mehr anfahren. Die Verkehrsgemeinschaft hat mit der RBO Ersatzfahrpläne erstellt. Die sind an den Haltestellen angebracht und auf der Homepage der VLK unter www.vlk-kelheim.de einsehbar.“

Polizei verwarnt

„Am Montagvormittag war Chaos“, so der Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Kelheim, Gerald Halbritter. Fahrer seien vom Kreisel beim Krankenhaus Richtung Biller-Kreuzung runtergefahren und hätten dort festgestellt, „dass es nicht mehr weitergeht“, obwohl man bei Tageslicht vom Kreisverkehr aus schon die Sperre sehe. Der Fahrer eines Lastwagens, der in der Schäfflerstraße bei seiner Liefertätigkeit mit dem Fahrzeug die Straße blockierte, bekam eine Anzeige, vier Autofahrer, die die Sperre ignoriert haben, wurden von der Polizei verwarnt; das kostete jeweils 25 Euro. Am Dienstag und Mittwoch in der Früh habe er feststellen können, dass sich „der Verkehr entzerrt“.

Manche Autofahrer wollen es nicht glauben, bis es wirklich nicht mehr weitergeht. Immer wieder fahren Autos von der Bahnhofstraße aus auf die Maximilianbrücke zu, obwohl bereits weit vorher die Fahrbahn komplett gesperrt ist. Foto: Forster

Bei Betrieben in Kelheim wirkt sich die Sperrung auch aus. Seit der Brückensperrung im August „stellen wir einen Rückgang der Kundenfrequenz von mindestens 20 Prozent fest“, so der geschäftsführende Gesellschafter des Hagebaumarkts im Donaupark Kelheim, Wolfgang Gural. Seit Wochenbeginn habe sich das Ganze noch verschlechtert.

Die jährliche Wartungswoche ist diese Woche bei der Brauerei Schneider. Wie Hans-Peter Drexler, Geschäftsführer Technik und Logistik, sagt, habe man gesehen, den gesamten Lkw-Verkehr nächste Woche zu verschieben, dass dieser erst ab Donnerstag wieder erfolge, „weil da soll’s wieder frei sein“, um über die Alleestraße und die Bahnhofstraße fahren zu können. Drexler erwähnt eine Info, die man vom Staatlichen Bauamt Landshut bekommen habe. „Wir haben es so organisiert, dass bis Mittwoch die Produktion ohne Einschränkung laufen kann.“„Wir haben uns bevorratet“. Die Sperrmaßnahmen seien „freilich eine Beeinträchtigung“, da man entsprechend organisieren müsse. „Das kostet Zeit und Geld.“

Bei der Auffahrt zur Maximilianbrücke unweit des Donauparks ist der Fahrbahnbelag bereits abgefräst. Foto: Bachmeier-Fausten

Laut dem für die Baumaßnahme in Kelheim zuständigen Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, Tobias Lindner, der vor einigen Wochen nur eine einwöchige Vollsperrung angekündigt hatte, sei es jedoch nicht möglich, die Vorarbeiten ohne die große Sperrung zu erledigen. Es werde auch etwas mehr in der Kelheimwinzerstraße für die Stadt gemacht. Für kommende Woche kündigte er die Asphaltierungsarbeiten auf der 1,3 Kilometer langen Strecke an. Voraussichtlich könne im Laufe des 23. Oktobers stadtauswärts wieder über die Maxbrücke gefahren werden. Die Fertigstellung sei Ende Oktober geplant.

Interview mit Gärtnereieigentümer Karl Biller

Karl Biller Foto: Bachmeier-Fausten

Herr Biller, Ihr Gärtnereibetrieb ist
unmittelbar an der gesperrten Kreuzung Osttangente/Kelheimwinzerstraße. Welche Auswirkungen hat das
für Ihre Firma?


Seit der Sperrung der beiden Brücken im August haben wir schon mehr als ein Drittel weniger Kundenfrequenz, seit der Kreuzungssperrung am Montag weniger als die Hälfte der Kunden vom vergleichbaren Zeitraum im Vorjahr.

Was bedeutet das für den Betrieb?

Ab August werden bei uns die Pflanzen für Allerheiligen kultiviert. Aber der Verkauf stockt momentan gewaltig, weil unsere Kunden durch die momentane Verkehrssituation schlecht zu uns herfinden.

Bereitet Ihnen die derzeitige Situation Sorgen?

Es ist so, dass der Umsatz fehlt. Unsere laufenden Betriebskosten fallen trotzdem an und müssen gedeckt werden.

Haben Sie Maßnahmen getroffen?

Einige Mitarbeiter nehmen jetzt Überstunden, was üblicherweise im Winter geschieht.

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