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Region Kelheim
Montag, 11. Dezember 2017 5

Barriere

Verschlossener Weg ärgert Patienten

Klaus Zorn stand plötzlich vor einem versperrten Weg. Jetzt sucht Abensberg nach der Lösung, mit der alle leben können.
Von Wolfgang Abeltshauser

Klaus Zorn will, dass dieses Gitter wieder verschwindet. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Klaus Zorn ist wütend. Regelmäßig besucht er mit seinen beiden behinderten Töchtern eine Physiotherapiepraxis in Offenstetten. Sie liegt direkt neben dem Friedhof. Bisher war der Fußweg einigermaßen einfach. Der schnellste Weg führt durch den Friedhof. Es gab vom Parkplatz des Gottesackers einen direkten Durchgang zu den Stellplätzen der Praxis. Und von dort in die Praxis. Seit einigen Tagen ist der nun versperrt.

Von heute auf morgen ein Hindernis

Den Anfang habe ein Baustellengitter gemacht, das mittels Ständer vor den Durchgang, der breit genug für Fußgänger und Autos ist, gestellt war. „Das ging noch“, sagt der 77-jährige Rentner, der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau um die beiden erwachsenen Töchter kümmert. Denn man konnte das Gitter beiseite schieben und durchgehen. Nun aber ist dieses fest im Boden verankert.

Für Zorn und seine Töchter bedeutet das: Sie müssen einen deutlichen Umweg gehen. Was besonders für eine der Töchter, die schlecht zu Fuß ist, beschwerlich sei. Oder Zorn nimmt eben das Auto. Er betont, dass seine die Zorns nicht die einzigen sind, die jetzt Umwege in Kauf nehmen müssen. Viele Bewohner des Cabrinihauses sind laut seinen Worten Patienten besagter Praxis. Und überhaupt: Der Fußweg von der anderen Seite her sei viel risikoreicher. Die Straße muss überquert werden. Außerdem ist dieser Weg ziemlich steil. Und so leiden sicherlich auch ältere Menschen, die einfach nicht gut zu Fuß sind, und auch Mütter mit Kinderwägen unter der jetzt geschaffenen Situation. Außerdem: Wenn die Kommune den Weg zusperre, dann müsse sie auch den Weg zur Praxis ausreichend ausschildern. Auch das sei nicht geschen.

Die Kommune hat den Weg gesperrt. So viel hat Zorn mittlerweile herausbekommen. Was Bauamtsleiter Peter Schmid unserem Medienhaus auch bestätigt. Grund seien Klagen des Seniorenbeirats gewesen. Patienten der Praxis hätten immer wieder ihre Autos auf den Stellplätzen des Friedhofs abgestellt. Besonders bei Beerdigungen sei es dann eng geworden.

Verwaltung ist diskussionsbereit

Um die Wagenlenker dazu zu bringen, auf dem Praxisparkplatz zu parken, sei man auf die Idee mit der Absperrung geklommen. Zorn kann das nicht nachvollziehen. Sicherlich müsse es doch eine andere Möglichkeit geben, dieses Problem zu lösen. Außerdem hat er hier eher grundsätzliche Kritik an der Parkmoral seiner Mitbürger anzubringen. Oftmals sei der Parkaplatz derart zugestellt – außerhalb der markierten Flächen – dass es für Fußgänger schwierig sei, durchzukommen.

Schmid ist durchaus diskussionsbereit. Auch weil die Sperrung durchaus Reaktionen ausgelöst hat. Sein Telefon klingelt regelmäßig wegen der Angelegenheit. Mittlerweile hätten sich auch schon Stadträte aus dem Ortsteil eingeschaltet. Davon berichtet auch Klaus Zorn. Schmid hält es für nicht unwahrscheinlich, binnen zweier Wochen eine Lösung gefunden zu haben.

Konkret kann sich Bauamtsleiter Peter Schmid vorstellen, ein Schild auf dem Parkplatz anzubringen, auf dem steht, dass nur Friedhofsbesucher berechtigt sind, dort ihre Autos abzustellen.

Sollte das auf Zuspruch unter den Offenstettenern stoßen, sei es gut möglich, dass die Sperrung des Durchganges so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist.

Hier finden Sie weiter Artikel über Abensberg.

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