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Region Kelheim
Samstag, 16. Dezember 2017 6

Kultur

Vom Handwerk zur Kunst in Saal

Die Vernissage zu „Rathaus wird Kunsthaus“ in Saal war ein Erfolg. 29 Künstler und Gruppen zeigen mannigfaltige Kunstwerke.
von Roland Kugler

  • Simone Pirthauer ist Teil der „Weiberwerkstatt“. Die Gruppe bastelt im Werkraum der Saaler Schule. Foto: Kugler
  • Kunstwerk von Winfried Schneider. Foto: Kugler

Saal.„Ich war sehr positiv überrascht, dass sich so viele Künstler meldeten mit so vielen verschiedenen Ausrichtungen“, sagte Bürgermeister Christian Nerb zur Vernissage „Rathaus wird Kunsthaus“ in Saal. Zum dritten Mal findet die Ausstellung von Hobbykünstlern aus dem Gemeindebereich statt. Nach Malerei im Vorjahr stehen heuer auf zwei Etagen Handwerkskunst und Kunsthandwerk im Vordergrund.

Ausgelassen heitere Stimmung

Im großen Sitzungssaal herrschte angenehm heitere Vernissage-Atmosphäre. Digeridoo-Klänge erfüllten den Raum, Künstler und Besucher standen bei Häppchen und Sekt plaudernd zusammen und überall konnte man Kunstwerke bestaunen. Windspiele, Schmuck, Fotokunst, Steinsäulen, Weihnachtskrippen, Holzarbeiten, Keramiken – die Fantasie und das Können der Teilnehmer waren bewundernswert. Aber nicht nur Kunst zum Anschauen gibt es, sondern auch für den täglichen Gebrauch: Besondere Tassen, Uhren oder Lampen.

Bis 5. Januar geöffnet

  • Öffnungszeiten:

    Die Ausstellung kann bis zum 5. Januar während der Rathaus-Geschäftszeiten besucht werden.

  • Künstler:

    Mehr als 28 Kreative stellen ihre Werke aus.

Die Künstler sind dabei bunt gemischt: Alte Hasen wie Anna-Hedwig Grebler, die schon seit mehr als dreißig Jahren an der Kreativ-Ausstellung in Ihrlerstein teilnimmt, stellen ebenso aus wie viele junge Talente, die zum ersten Mal dabei sind. Neben einigen gebürtigen Saalern sind auch Zugezogene wie Stefanie Richter aus Frankfurt mit von der Partie. Sie betreibt verschiedene Techniken, malt, arbeitet aber am liebsten mit Holz.

Künstler geben Einblicke

Es gab auch praktische Tipps: Die Besucher lernten von Edith Blaimer wie Taschen und Kissen durch Upcycling aus Stoffresten hergestellt werden. Maria Gaßner klöppelte und erklärte ihr Hobby. Ewald Stöckl – Fotograf aus Leidenschaft – gab Tipps.

Besonders erfreut zeigte sich Bürgermeister Nerb weil „nicht Profikünstler, sondern Menschen die Kunst aus Spaß an der Freude ausüben. Und das mit vielen tollen Ideen mit handwerklichem Geschick.“ Die Ausstellung sei an Vielfalt kaum zu übertreffen. Vom Nähen über Töpfern oder Schweißen, bis zu Specksteinschnitzen und Modellbau seien „alle erdenklichen Handwerks-, Bastel- und Kunstarten vertreten“. Die auch vielfältig interpretiert werden können, wie Nerb von einem Gespräch mit seiner Mitarbeiterin Helga Vehlow erzählte. Während Nerb in einer Holzskulptur den Gipfel des Mount Everest sah, war es für Vehlow ein eng umschlungenes Liebespaar. „Das ist das interessante an Kunst, jeder kann sie für sich deuten, man kann sich an ihr freuen oder über sie streiten“, sagte Nerb. Die beste Erklärung für das diskutierte Kunstwerk gab Künstler Mathias Reichl selbst: „Do wollt oana moderne Kunst. I hob einfach mid da Motorsägn ogfanga zum Schneidn. Wos sei soll woaß i selba ned.“

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