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Region Kelheim
Montag, 20. November 2017 3

Hobby

Vor „Petri Heil“ heißt’s Büffeln

Zum Angeln braucht’s einen „Führerschein“ – den Fischereischein. Neue Kurse laufen an. Wir stellen zehn wichtige Inhalte vor.
Von Renate Beck

Vor das neue Hobby hat der Staat die Fischerprüfung gelegt. Foto: Beck

Kelheim.Seit Sonntag, 4. November, laufen wieder die neuen Kurse zum Fischereischein im Landkreis Kelheim. Unsere Mitarbeiterin Renate Beck stellt einige wichtige Inhalte des Lehrgangs vor.

Einfach so mal die Angel auswerfen? Lieber nicht!

Angeln ohne gültigen Fischerei- und Erlaubnisschein kann in Bayern teuer werden. Der Bußgeldkatalog 2017 sieht dafür eine „Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe“ vor. Eine Fischereiprüfung ist Pflicht. Vor der Prüfung müssen die angehenden Fischer einen Vorbereitungskurs belegt haben. Die Teilnehmer lernen während der Unterrichtsstunden alles Wichtige zur Fisch- und Gewässerkunde sowie zu den unterschiedlichen Fanggeräten. Er besteht aus 30 Pflicht- und mehreren freiwillig zu besuchenden Stunden zu Theorie und Praxis.

Biotope sind wichtig für den Fischnachwuchs. Foto: Beck

Ohne Kinderstube kein Anglerlatein

„Wie kann man den Fischbestand in einem Gewässer fördern?“ „Unterstände schaffen, Nebengewässer anbinden“ ist die dazu passende Antwort. Biotope sind wichtig für die natürliche Reproduktion, sprich den Nachwuchs. Unter Ästen im Wasser, dem Schilf und Schwimmblattgewächsen können sich die Fische vor fischfressenden Vögeln verstecken. Durch häufig fehlende Uferrandstreifen an den Gewässern und Erosionen verschwinden immer mehr Laichhabitate. Diese Rückzugsorte sind für die Fortpflanzung und Kinderstube vieler Fischarten sehr wichtig.

Per Fischtreppe können die Wasserbewohner Hindernisse überwinden. Foto: Beck

Die Fischtreppe ist nix für den Angler

„Was sind Fischtreppen oder Fischpässe?“ Nein – keine Zugangswege für Angler zum Gewässer, sondern spezielle Bauten, die den Fischen das Überwinden von Wanderhindernissen ermöglichen. Viele Fischarten nehmen zur Laichzeit Wanderungen zu ihren Laichplätzen auf sich. Durch Querverbauten wie Staustufen, Kraftwerke und Schleusen sind deren Wanderwege nicht passierbar. Sie können nicht zu ihren angestammten Laichplätzen aufsteigen. Durch diese Maßnahme können die Fische die Querbauten umgehen und sich bei ihrer Wanderung in den Pools der Fischtreppen ausruhen.

Nur mit Erlaubnisschein dürfen Angler an entsprechend ausgewiesenen Stellen parken. Foto: Beck

Wild parken – ist für Fischer tabu

Nicht auf jeder Fläche ist das Abstellen des Fahrzeuges erlaubt. Auch nicht jede grüne Wiese ist öffentlicher Parkgrund. In Landschaftsschutzgebieten ist nur an bestimmten Stellen das vorübergehende Abstellen der Fahrzeuge erlaubt. Uferwege sind teilweise gesperrt. Da auch der Umgang mit der Natur auf dem Lehrplan steht, ist es für die angehenden Fischer selbstverständlich, nicht wild in der Natur zu parken. Für die Angler mit Erlaubnisschein ist man im Landkreis Kelheim bemüht, Parkmöglichkeiten naturverträglich auszubauen.

So darf die Jugend an die Angel

  • Für Kinder und Jugendliche

    vom vollendeten zehnten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gibt es den Jugendfischereischein.

  • Hierfür ist keine

    staatliche Fischerprüfung erforderlich. Allerdings darf der Inhaber nur in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers zum Fischen gehen.

  • Der Jugendfischereischein

    ist bei den Gemeinden erhältlich.

  • Die theoretische Ausbildung

    durch den Kreisfischereiverein Kelheim startete am 4. November. Informationen zur Prüfung und zu den Kursen finden Interessierte online unter www.kfv-kelheim.de und www.fischerpruefung-online.bayern.de

  • Der Kreisfischereiverein

    Kelheim ist laut eigenem Bekunden der zweitgrößte Fischereiverein im Freistaat.

Unser Foto zeigt einen Huchen Foto: Beck

Regenbogenforelle oder Huchen – das ist die Frage?

„Wie unterscheidet man Huchen und Regenbogenforelle?“, lautet eine der Prüfungsfragen. Als mögliche Antworten können die Prüflinge wählen: Antwort A: „Der Huchen ist rot getupft, die Regenbogenforelle schwarz.“ Antwort B: „Die Schwanzflosse der Regenbogenforelle hat schwarze Tupfen, die des Huchens keine.“ Antwort C: „Der Huchen hat keine Tupfen am Körper, die Regenbogenforelle hat rötlich gefärbte Flanken.“ Anhand der Prüfungsunterlagen ist die Frage leicht zu beantworten. Das Bild zeigt einen Huchen, der in der Weltenburger Enge eingesetzt wurde.

Der Schwimmer heißt im Anglerjargon auch Pose. Foto: Beck

Was ist bitteschön eine „Angler“-Pose?

Auf die Frage: „Welchen Zweck erfüllt in erster Linie eine Pose (Schwimmer)?“ gibt es in der Prüfung drei mögliche Antworten: „Sie verhindert das Hängenbleiben der Schnur im Kraut“, „sie ermöglicht erst den gezielten Wurf des Köders“ oder „sie bietet den Köder in einer bestimmten Wassertiefe an und zeigt den Biss“. Richtig ist die letzte Antwort. Auch auf die Gefahr einer losen und verwickelten Angelschnur am Fischwasser wird hingewiesen: „Weil sie eine Gefahr für Vögel und andere Tiere darstellt und Abfall ordnungsgemäß zu beseitigen ist.“

Alles eine Frage des richtigen Köders Foto: Beck

Qual der Wahl – Made, Mais oder Wobbler?

Welcher Köder für welchen Fisch? Für diese Frage ist Angelwissen und Erfahrung gefragt. Ob klassisch mit Wurm, Made oder Mais; oder mit Gummifisch, Wobbler oder Streamer – für jede Fischart gibt es Empfehlungen: Den Tauwurm zum Aalangeln; Blinker und Gummifisch für den Hecht; Mais aus der Dose für den Karpfenfang; Mistwurm für die Schleie und Twister für den Zander. Eines ist dabei laut Gesetz sehr wichtig: Den Fischen darf kein unnötiger Schmerz zugeführt werden. Er darf nicht ohne vernünftigen Grund gefangen werden. Zum Essen also schon.

Filettieren mit dem richtigen Werkzeug will gelernt sein Foto: Beck

Die richtigen Handgriffe und Werkzeuge fürs Filettieren

Auch „waidgerechtes Versorgen und Verwerten von Fischen“ steht auf dem Stundenplan zur Fischerprüfung. Wie filetiert man einen Fisch? Eine Frage, die sich auch Hobbyköche stellen. Am Beispiel von verschiedenen Fischarten wird während einer praktischen Vorführung den angehenden Anglern gezeigt, welche Handgriffe und Werkzeuge dazu notwendig sind. Am Ende ist der Fisch küchenfertig vorbereitet. Das Foto zeigt einen Barsch. Bei ihm wird das Filet idealerweise nicht von den Gräten geschnitten, sondern die Haut wird komplett mit den Schuppen abgezogen.

Auch Umwelt- und Gewässerschutz gehören zum Lehrplan. Foto: Beck

Wider illegale Feuerstellen und Müllsünder

Die Prüfungsfragen bestehen neben Themen der Fisch-, Geräte- und Gewässerkunde auch aus der Gesetzeskunde und dem Natur- und Tierschutz. Auch illegales „Feuermachen am Gewässer“ und die manchmal damit verbundene Ufer- und Gewässerverschmutzung wird thematisiert. Die künftigen Petrijünger sollen sensibilisiert werden, die Natur zu schützen, den Angelplatz sauber zu halten, waidgerecht zu fischen und sich kameradschaftlich zu verhalten. Auch die nichtangelnden Mitmenschen darauf aufmerksam zu machen, ist dabei ein Ziel.

Fischfilet mit Salzkartoffeln Foto: Beck

Ein Gaumenschmaus ratzfatz zubereitet

Küchenrezept: Fischfilet mit Salzkartoffel: Etwas Olivenöl in die Pfanne und eine in Ringe geschnittene Zwiebel mit etwas scharfem Paprikapulver darin anbraten. Fisch salzen, pfeffern und leicht bemehlen. In die Pfanne geben und jede Seite etwa 5 Minuten anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Eine Dose stückige Tomaten, einen kleinen Zweig Rosmarin und 2 TL geriebene Bio-Zitronenschale oder Sumach in der Pfanne erhitzen. Kurz leicht köcheln lassen. Abschmecken. Die Fischfilets auf Teller anrichten und mit der Tomatensoße servieren. (erb)

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