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Region Kelheim
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Workshop

Wie fließt die Entwicklung in Kelheim?

Stadt will Profil schärfen. Einwohner bewerten „merklich schlechter“ als Gäste. Zusammenarbeit mit Wirtschaft ist ein Thema.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Der Kelheimer Donaudurchbruch Foto: hu/Archiv

Kelheim.Es ist spannend, welche neue Marke für die Stadt Kelheim für die Zukunft kreiert wird. Zu einem Zielfindungs-Workshop trafen sich Vertreter des Gastgewerbes, von Freizeiteinrichtungen, Einzelhändler, Stadträte, Bürgermeister Horst Hartmann, Abteilungsleiterin Barbara Wieben, Stadtmarketingvereins-Vorsitzender Bernd Lotter im Alten Rathauses in Kelheim mit Vertretern der von der Stadt eingeschalteten Agenturen dwif Consulting, München, und Magenta 4, Eichstätt.

Kerstin Schaible, Hotelbetreiberin: „Sehr gute Ideen gesammelt.“

Kerstin Schaible, Hotelbetreiberin in Kelheim, sagte nach dem Workshop, dass „sehr gute Ideen gesammelt werden“. Sie erwähnte das riesige Potenzial.

Silvia Kolmer, Gästeführerin: „Es ist so eine wunderschöne Landschaft.“

Gästeführerin Silvia Kolmer, die auch teilnahm: „Ich finde es wichtig und interessant, dass daran gearbeitet wird, die Stadt für die Einheimischen und Gäste attraktiver zu machen. Es ist so eine schöne Landschaft hier. Diese soll erhalten bleiben und geschätzt werden.“ Nach Ansicht von Silvia Kolmer soll die Landschaft „zur Erholung und zum Kraft schöpfen dienen“.

Liebenswerte Situation schaffen

Markus Aumer, Besitzer eines Denkmals in Kelheim, das als Frühstückspension verpachtet ist: „Ich finde, dass es ein sehr exaktes, analytisches und professionelles Arbeiten ist, bei dem versucht wird, für Einwohner und Touristen eine möglichst positive, liebenswerte Situation für Kelheim zu schaffen.“

Markus Aumer: „Ich finde, dass es ein sehr professionelles Arbeiten ist.“

Seine Erwartung? Dass „die kleinen, feinen Ideen, die entstehen, relativ schnell“ umsetzen können“. Beispielsweise: „Lebenswerte Momente nach 20 Uhr für Einwohner und Gäste in der Stadt. Die langfristigen Themen seien „ganz andere“ als die kurzfristigen Themen“. Er erwähnte: „Die Qualität der natürlichen Umgebung zu erhalten und zu verbessern, die Lebendigkeit der Altstadt zu erhalten und im Detail zu verbessern.“

Dr. Andrea Möller, Senior Consultant bei dwif, berichtete von drei wesentlichen Schwerpunkten, die sich herauskristallisierten. „Das Profil von Kelheim stärker herausarbeiten – woran erkennt man Kelheim.“ Es sei herausgekommen, das Thema Donau „mehr zu stärken“. Der jetzige Slogan lautet „Kelheim – Stadt im Fluss“. Es könne noch nicht gesagt werden, ob ein neuer Slogan käme. „Die grafische Lösung wird erst noch erarbeitet.“ Wichtig ist laut Dr. Andrea Möller auch „der Bezug zum Naturpark Altmühltal“ gewesen. Von Vermieter-Seite sei vorgebracht worden, dass ihre Urlaubsgäste sich als Naturpark-Urlauber betrachteten.

Ansichten unterschiedlich

Der zweite Schwerpunkt: die Identifikation der Einwohner mit Kelheim. „Stolz auf eine Stadt zu sein, die andere Leute gerne besuchen.“ Beim Thema Kooperation und Teilhabe an der Tourismusentwicklung „ist eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung durch die Gäste und der Einwohner in Bezug darauf, was Kelheim zu bieten hat. Die Einwohner bewerten einiges merklich schlechter – vor allem bezüglich Einzelhandel, Abendsangebote und Nachtleben und Veranstaltungen allgemein.“ An einer gemeinsamen Befragung (Dr. Möller: „Nicht repräsentativ“) von dwif und Stadt Kelheim hätten ab September bis November 74 Einwohner und 24 Gäste teilgenommen.

„Die Frage ist, wie können wir die Einwohner stärker bei der Tourismus- und Altstadt-Entwicklung mitnehmen“, so Dr. Andrea Möller. Welche Lösungsansätze gibt es? „Den Einwohnern stärker bewusst machen, welche Angebote für sie auch da sind, zum Beispiel die Schifffahrt mit zehn Prozent Rabatt durch die Altmühl-Donau-Card, freie Fahrt für Einserschüler.“ Die Angebote ließen sich sicherlich in der Zukunft noch ausbauen.

Bei der Kooperation innerhalb des Tourismus wies sie darauf hin, dass beispielsweise Stammtische abgehalten werden könnten, „damit jeder weiß, was es Neues gibt und wer mit wem Angebote offerieren kann, zum Beispiel „Radverleih mit Hotel oder Schifffahrt mit Orgelmuseum. Und andererseits mit der Industrie und dem Gewerbe zusammenarbeiten, „weil international tätige Unternehmen Prospekte auf ihre Messen mitnehmen oder auf der Web-Site einen Link zur Stadtseite oder Texte und Bilder auf der Homepage einbauen könnten.

Der dritte Schwerpunkt: touristische Angebotsentwicklung und Zielgruppen. Dr. Müller: „Erstmal ist wichtig, dass es dabei um Qualität und Erlebnis statt Masse geht.“

Ein Thema sei gewesen, die Bierkultur „stärker herauszuarbeiten“, weil es mit den Brauereien bereits „Ankerpunkte gibt“, die stärker in thematische Spaziergänge im Ort eingebunden und gastronomische „Bierschmankerl“ angeboten werden könnten.

Dr. Andrea Möller, dwif Consulting GmbH, und Klaus Dorsch, Magenta 4

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden Dr. Möller zufolge ausgewertet . „Im Protokoll sollen auch schon erste, einfach umzusetzende Maßnahmen benannt werden ab Januar 2018.“ Für Januar/Februar kündigte sie einen Maßnahmen-Workshop an. Angepeilt sei, dass der abschließende Bericht bis April 2018 fertig sei.

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Mit Dr. Andrea Möller wird für die Stadt Kelheim ein neues Profil erarbeitet. Es geht dabei um den Tourismus, aber auch die Einwohner sollen mit ins Boot geholt werden. Sie können nach Ansicht von Dr. Möller „Botschafter für den Tourismus“ werden. Video: Bachmeier-Fausten

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