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Region Kelheim
Sonntag, 22. Oktober 2017 12° 7

Konzert

Wolfgang Ambros kommt ganz intim

Der Erfinder des Austropops spielt in Abensberg Lieder, „ohne die es nicht geht“. Dazwischen erzählt der Wiener G’schichtln.

Wolfgang Ambros (Mitte) mit Günter Dzikowksi und Roland Vogel Foto: Tony Schönhofer

Abensberg.Wolfgang Ambros zählt zu den bedeutendsten österreichischen Musikern der Gegenwart und gilt als einer der Begründer des Austropops. Am 1. Oktober gastiert er mit „Ambros Pur – Volume 5“ im Abensberger Weißbierstadl.

Direkter Draht zum Publikum

Unplugged, akustisch, reduziert… Ambros Pur läuft seit über zehn Jahren konstant gut. Volle Häuser, der direkte Draht zum Publikum, die Lieder in einer aufs Wesentliche zurückgeführten Art und ein Wolfgang Ambros, der sich in dieser Konstellation sichtlich wohlfühlt. „Es macht Spaß so zu spielen und wenn man älter wird, will man es eh nicht mehr so laut“, sagt er.

So wie der Mensch, der Künstler sind die Lieder und die Show. Ungeschminkt, authentisch und mittlerweile zeitlos. Es sei Wolfgang Ambros hoch anzurechnen, dass er keine Sekunde versuche, das Älterwerden zu übertünchen, heißt es in der Ankündigung des Veranstalters. Aus dem Rock’n’Roller, der die Wiener Stadthalle mehrfach bis zum Bersten gefüllt hatte, ist der Singer-Songwriter geworden, der seinen Liedern heute einen Rahmen gibt, wie sie nur Klassiker verdienen.

Ambros sitzt am Hocker, spricht, spielt, singt. Und es ist einfach nur wunderbar, ihm dabei zuzusehen und zu hören.

Bereits zum fünften Mal ist Ambros nun ‚pur‘ unterwegs. Begonnen hatte er seinerzeit mit seinem langjährigen Freund, dem Keyboarder Günter Dzikowksi im Duo. Wolfgang an der Gitarre, Günter drückte die Tasten. Die zwei von der Number One. Seit anderthalb Jahren ist man nun zu dritt. Roland ‚Roli‘ Vogel ergänzt die Arrangements mit seiner Gitarre, dem Bass, der Ukulele und was er sonst noch so während des Programms auf der Bühne zupft, schlägt, streicht.

Vom ersten Pur-Gig an hat Ambros aus seinem reichen Repertoire geschöpft. Die Palette reicht von Songs vom Jahr 1971 bis hin zu aktuellen Titeln. Eine Zeitreise, die sich keine Sekunde wie eine solche anfühlt. Obwohl zum Teil mehr aus mehr als 40 Jahren hervorgeholt wird, sind die Altersunterschiede der Lieder nicht spürbar.

Ambros’ charakteristische Stimme, die reduzierten Arrangements, die Moderationen, sprich die Gschichtl’n zwischen den Liedern und die offenkundige Spielfreude, welche die drei Herren immer wieder an den Tag legen, das ist Ambros-pur. Humorvoll, harmonisch, melancholisch und wunderbar österreichisch. Statt Zeitgeist haben Wolfgang Ambros’ Lieder, gesungen und gespielt in dieser Dreier-Konstellation, eine Stufe erreicht, die nur wirklich gute Songs jemals erreichen können: Die Zeitlosigkeit! Gestern gut, heute gut und morgen auch noch.

Es lebe der Zentralfriedhof

Der Zentralfriedhof feiert wie einst, hoffnungslos bleibt hoffnungslos – auch im 21. Jahrhundert und im Espresso darf man zwar nicht mehr rauchen, aber sonst ist alles wie damals.

Wolfgang Ambros erfindet sich nicht neu. Er ist, wie er war, wie er ist. Auf seine Art direkt und intensiv. Da gibt es jene Lieder, ohne die es sowieso nicht geht. „Da singen die Leute mit“, sagt Ambros. Lieder sind zu Freunden geworden, andere zu alten Bekannten, die man lange nicht mehr getroffen hat. Und wenn der Wolfgang dann genau diese Lieder abräumt bis aufs nackte Gerüst, sie gemeinsam mit Günter und Roli und mit viel Feingefühl wieder einkleidet, dann braucht man sich auch um Bettina keine Sorgen mehr zu machen. Sie ist genauso wie der Herr Ambros gut im neuen Jahrtausend angekommen.

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