Kelheim 20.07.2012, 20:25 Uhr

Bauarbeiter sitzen mittellos fest

In einer Peisinger Mietwohnung sitzen zwölf bulgarische Bauarbeiter und warten auf Geld für ihre Arbeit an Kelheims FOS/BOS. Der Zoll ermittelt.

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Mit den gespendeten Lebensmitteln können sich die bulgarischen Bauleute erst einmal versorgen.

Mit den gespendeten Lebensmitteln können sich die bulgarischen Bauleute erst einmal versorgen.

Bad Abbach. Heute gibt es Currywurst, immerhin. Die letzten Tage war nämlich Schmalhans Küchenmeister bei den bulgarischen Bauarbeitern im Bad Abbacher Ortsteil Peising: Sie haben in Kelheim am Erweiterungsbau der Fach- und Berufsoberschule mitgearbeitet – offiziell als Selbständige und Mitgesellschafter einer Firma aus Gefrees, die wiederum als Subunternehmer für ein Ingolstädter Bauunternehmen tätig war. Dafür haben die anfangs 20, jetzt noch zwölf Bulgaren nicht viel Geld gesehen und zuletzt gar keines mehr, kritisieren die Gewerkschafter Mihai Balan und Michael Kuhles. Sie brachten am Freitag „Care-Pakete“ für die Bulgaren, die freilich ab Sonntag eigentlich auch eine neue Bleibe bräuchten. Die Schuld an der Misere schieben sich alle Beteiligten des Falles gegenseitig zu: Landratsamt, Baufirma, Subunternehmer, Gewerkschafter. Letztere vermuten einen Fall von Scheinselbständigkeit und haben den Zoll eingeschaltet.

Via Subunternehmen nach Kelheim

Bauherr des neuen FOS/BOS-Gebäudes ist der Landkreis Kelheim. Der Kreis-Bauausschuss hatte im Februar die Baumeisterarbeiten – darunter versteht man u.a. Gerüst-, Beton-, Stahlbau- und Maurerarbeiten – an die Ingolstädter Firma Spreng vergeben. Dass Spreng für Beton- und Eisenflechtarbeiten ein Subunternehmen beauftrage, habe die Ingolstädter Firma im Rahmen der Vergabe angezeigt, „das war uns bekannt“, sagt Kreiskämmerer Johann Auer auf MZ-Anfrage. Dabei habe Spreng wohl ein „schwarzes Schaf“ erwischt, das das Geld nicht an die beteiligten Handwerker weitergegeben habe. Deren Arbeit sei „1a“ gewesen, „sehr präzise“, ihre Notlage tue ihm leid, so Auer. Möglichkeiten, derartiges durch Überprüfungen zu verhindern, sowie eine Mitverantwortung des Landkreises sieht der Kämmerer indes nicht. Unzulässig sei es auch, den bulgarischen Kräften jetzt direkt Geld auszuzahlen, wie von Gewerkschaftsseite nun gefordert: „Wir leisten unsere Zahlungen an die Firma Spreng. Etwas ein zweites Mal bezahlen, das dürfen wir gar nicht“. Und für akute Hilfe sei die Gemeinde zuständig.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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