Behr-Mitarbeiter stecken zurück
Der Autozulieferer mit Werk in Neustadt baut Stellen ab und kürzt die Weihnachts- und Urlaubsgelder.
Produktion in Neustadt: Der Standort ist bis 2015 gesichert. Foto: Archiv
Neustadt/Stuttgart. Die Behr-Gruppe, Automobil-Zulieferer, will ihre Überkapazitäten reduzieren und Kostennachteile, die Behr gegenüber Mitbewerbern hat, ausgleichen. Das sieht eine Einigung mit Betriebsräten und IG Metall vor. Von der Geschäftsführung der Behr-Gruppe wird dies als „wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum Turnaround“ gewürdigt.
Die Restrukturierungsmaßnahmen für die auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung spezialisierte Behr-Gruppe waren bereits am 30. November 2009 angekündigt worden. Die Restrukturierung sieht zum Teil deutliche Einschnitte beim Personal vor. Nach Unternehmensangaben ist aber kein Personalabbau unter den mehreren hundert Mitarbeitern in Neustadt vorgesehen.
Allerdings werden auch die Neustädter Mitarbeiter ihren Beitrag zur Restrukturierung leisten müssen. Wie alle Mitarbeiter der Behr GmbH & Co. KG (Behr Deutschland), der Behr Kirchberg GmbH und der Behr Thermot-tronik GmbH am Standort Kornwestheim leisten sie einen zusätzlichen Sanierungsbeitrag: Die im Tarifvertrag 2010/2011 vorgesehene Einmalzahlung in Höhe von 160 Euro im Dezember 2010 entfällt. Das Urlaubsgeld der Jahre 2011 bis 2015 wird gekürzt: 2011 um 37,5 Prozent, 2012 bis 2014 um 50 Prozent und 2015 um 33 Prozent. Zusätzlich wird in den Standorten Kornwestheim und Neustadt – ähnlich wie in der Region Mühlacker bereits seit 2008 – das Weihnachtsgeld in den Jahren 2011 bis 2014 erfolgsabhängig gestaltet. An den Standorten Kirchberg, Region Mühlacker und Stuttgart (Entwicklung und Verwaltung) gilt diese Regelung für die Jahre 2010 bis 2014.
Personalabbau ist an den Behr-Standorten Kirchberg (Sachsen), Behr Thermot-tronik in Kornwestheim (bei Ludwigsburg) und beim Behr Industry-Werk in Reichenbach (Sachsen) vorgesehen. Betriebsbedingte Kündigungen im Werk Stuttgart können vermieden werden, wenn sich die betroffenen Mitarbeiter für Aufhebungsvereinbarungen mit Abfindungen, individuellen Lösungen bei rentennahen Jahrgängen, freie oder frei werdende Arbeitsplätze an anderen Standorten oder den Wechsel in eine Transfergesellschaft ab dem 1. Oktober für maximal drei Jahre entscheiden. Für 150 Mitarbeiter stehen Arbeitsplatzangebote an anderen Standorten zur Verfügung, unter anderem 35 in der Region Mühlacker und 80 in Neustadt.



