Deponie in Wildenberg wird abgedichtet
Rekultivierung Das Gelände war wegen möglicher Verunreinigung der nahen Fischweiher häufig in den Schlagzeilen.
Die Deponie in Wildenberg wird rekultiviert und ist daher geschlossen. Foto: by
Wildenberg. Die Tore der Deponie in Willersdorf bei Wildenberg sind seit Montag geschlossen. Bis Herbst soll der Wertstoffhof erneuert und die Deponie rekultiviert werden, teilt das Landratsamt Kelheim mit. Am Freitag hat der Umweltausschuss beschlossen, auch die Bauschuttdeponien Haunsbach und Rohr umzubauen.
Der Grund dafür sind nach Angaben des Landratsamtes neue Vorgaben der Deponienverordnung, die im Juli 2009 erlassen wurden. Danach müssen „alle Bauschuttdeponien ohne künstliche oder natürliche Barriere geschlossen oder mit großem Aufwand nachgerüstet werden“, so das Landratsamt. Bei der Rekultivierung werde „insbesondere eine dem Stand der Technik entsprechende Oberflächenabdichtung aufgebracht“. Für beide Maßnahmen geht das Amt von Kosten in Höhe von ca. 500 000 Euro aus.
Die Deponie in Wildenberg war immer wieder in den Schlagzeilen, weil Teichwirt Sigmund Bayerl vermutete, dass das Sickerwasser aus der Deponie seine beiden Fischteiche, die 100 Meter entfernt liegen, verunreinige. Bis zuletzt hat er die beiden 2,6 Hektar großen Teiche bewirtschaftet.
Seit 1980 gibt es die Deponie in Wildenberg, seit 1989 ist es eine Bauschuttdeponie. Anfang der 90er-Jahre bekamen die Fische Geschwüre, der Bestand ging stark zurück. Seitdem gab es mehrere Gerichtsprozesse, auch wegen Schadensersatzforderungen von Bayerl. Die Verhandlungen endeten mal mit Urteil für Bayerl, mal für das Landratsamt Kelheim.
Bereits 2003 hat Wildenberger Bürgermeister Winfried Roßbauer den Landkreis aufgefordert, die Sanierung der Deponie voranzutreiben. Damals habe jedoch „kein Handlungsbedarf“ für eine Sanierung bestanden, hieß es in einem Schreiben des Landratsamtes.
Alle Fischarten im Weiher von Siegmund Bayerl – Karpfen, Hechte, Grasfische, Schleien und Zander – waren von Geschwüren betroffen. „Es war ein unerfreulicher Anblick“, sagt Teichwirt Bayerl. Hat er 5000 Fische eingesetzt, haben maximal 2000 von ihnen überlebt. „Von Natur aus ist es aber ein guter Weiher“, sagt Sigmund Bayerl. Kommen denn andere Gründe als die Deponie für die Fischkrankheiten infrage? „Ja, aber in diesem Ausmaß ist es nur durch Chemikalien möglich“, sagt Bayerl. Das haben ihm auch mehrere Gutachten von Geologen und Gewässersachverständigen nachgewiesen. „Früher hat man doch alles auf der Deponie abgeladen: Waschmittel, Altöl, Spritzmittel. Die Deponie liegt einige Meter höher als die Weiher. „Das ist eine Aufgabe für Erstklässler: Wo fließt das Wasser wohl hin?“, sagt Bayerl.
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