Kelheim 15.07.2010, 15:21 Uhr

Kein DSL in Offenstetten

Die Stadt will Mvox den Vertrag entziehen. Seit der Unterzeichnung vor zehn Monaten ist offenbar nichts mehr passiert.

So langsam wie diese Schnecke sich bewegt, entwickelt sich der Breitband-Anschluss in Offenstetten.

So langsam wie diese Schnecke sich bewegt, entwickelt sich der Breitband-Anschluss in Offenstetten.

Offenstetten. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl zeigte sich optimistisch. „Jede Krise hat auch eine Chance“, sagte er bei der außerordentlichen Bürgerversammlung und der Sondersitzung des Stadtrats am Mittwoch bezüglich DSL in Offenstetten. Im Cabrizio wurden die Weichen neu gestellt. Der bisher verantwortlichen Firma Mvox soll der Auftrag wieder entzogen werden. Der Stadtrat beschloss einstimmig, den Vertrag mit dem Unternehmen aufzulösen. Die Firma habe auch die eigenen Zeitvorgaben einfach nicht eingehalten, so Bürgermeister Brandl.

Der Rathauschef betonte, dass es keinen Grund gebe, dem Stadtrat oder der Verwaltung Vorwürfe zu machen, dass es nach wie vor kein sinnvolles DSL in Offenstetten gebe. „Wir mussten den Auftrag an den wirtschaftlichsten Anbieter vergeben.“ Immerhin stand der auf einer Präferenzliste des Bundeswirtschaftsministeriums. Es habe zu Beginn keinen Grund gegeben, der Firma zu misstrauen. Allerdings habe es schon bald nach Vertragsunterzeichnung im September vergangenen Jahres Hinweise auf einen Verzug gegeben. Es folgten laut Brandl mehrere Versprechen des Unternehmens. Taten seien aber nicht gefolgt. Wichtig sei jetzt, weiterhin auf Fördergelder seitens des Freistaats setzen zu können.

Jetzt die Fördergelder sichern

Deshalb habe es Gespräche mit der Regierung gegeben. Herausgekommen sei, dass das nächstniedrigste Angebot der damaligen Ausschreibung zum Zug kommen soll. Die Alternative wäre, das Verfahren ganz von vorne zu beginnen. Deshalb schlug der Bürgermeister vor, der Deutsche Telekom den Zuschlag zu geben. Hier ist laut Brandl mit Kosten in Höhe von 188000 Euro zu rechnen. An Förderung würden grundsätzlich 100000 Euro fließen.

Im Angebot der Telekom sei von einer Realisierungszeit von einem Jahr ab Auftragsvergabe die Rede. Die Stadt werde auf alle Fälle das ihre unternehmen, um alle bürokratischen Hindernisse so schnell wie möglich zu überwinden. Es werden in Offenstetten Erdarbeiten notwendig werden. Denn die Breitbandversorgung des Ortsteils soll mittels Glasfaser bewerkstelligt werden. So sehe es das Angebot, das nun den Zuschlag erhalten soll, vor.

Der Stadtrat beschloss ferner, die Münchner Fachanwaltskanzlei Seufert mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen der Kommune zu beauftragen.

 

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