Goldberg-Klinik braucht Geld
Der Landkreis Kelheim muss eine Erhöhung des Stammkapitals seiner Klinik von 2,6 Millionen Euro schultern. Die Verschuldung steigt damit weiter.
Der Operationssaal in der Goldberg-Klinik wird derzeit saniert.
KELHEIM. Ein schwarzer Tag für die Finanzen des Landkreises. Die Goldberg-Klinik braucht eine Erhöhung ihres Stammkapitals um 2,6 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Für die Mainburger Klinik wird außerdem ein Investitionskostenzuschuss von 250 000 Euro fällig. Dazu kommt, dass beide Kliniken im vergangenen Jahr ein nicht geplantes Defizit verbuchen mussten.
DagmarReich, Geschäftsführerin der Goldberg-Klinik, zeigte dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit bei seiner gestrigen Sitzung auf, dass die Belüftungsanlage des Krankenhauses dringend erneuert werden muss. Wie sie der MZ gegenüber sagte, sei dies bei den laufenden Umbaumaßnahmen deutlich geworden. Die Kosten werden bei 2,6 Millionen Euro liegen, die bisher in keiner Kalkulation vorgesehen waren. Dies ist ein finanzieller Brocken, den die Klinik nicht schultern kann.
Nicht mehr kreditwürdig
Bei Banken könne die Klinik keine Kredite mehr aufnehmen, da kein beleihungsfähiges Anlagevermögen bilanziert sei. Außerdem sei die Klinik wegen der laufenden Sanierungsarbeiten bereits hohe Verpflichtungen eingegangen und die Banken sehen die Kapitaldienstfähigkeit der Klinik über dieses Maß hinaus nicht als gegeben an.
Der Ausschuss wird dem Kreisausschuss und dem Kreistag empfehlen, das Stammkapital der Klinik um 2,6 Millionen Euro zu erhöhen. Der Beschluss im Ausschuss für Soziales und Gesundheit fiel einstimmig. WolfgangGural (CSU) sagte dazu: „Das ist schon eine unerwartete Summe. Wir können aber die Augen nicht zumachen.“ Für den Landkreis bedeute dies eine weitere Verschuldung von 2,6 Millionen Euro. Wenn über die Verschuldung des Landkreises geredet werde, müsse man im Blick haben, dass es sich bei dieser neuen Summe um unvorhergesehene Ausgaben handelt, so Gural.
LandratDr. HubertFaltermeier war sichtlich erleichtert, dass alle Ausschussmitglieder sich eindeutig für die Unterstützung der Kelheimer Klinik aussprachen. Für den Landkreis bedeutet dies, dass er innerhalb der nächsten drei Jahre, in denen die Lüftungsanlage erneuert wird, eine Summe von 2,6 Millionen Euro aufnehmen muss. Voraussichtlich 650000 Euro werden bereits heuer fällig, der Löwenanteil von 1,3 Millionen Euro im nächsten Jahr, der Rest dann 2014.

