Kelheim 18.08.2012, 11:07 Uhr

Jugendliche trinken weniger

Seit Mai ist im Landkreis Kelheim kein einziger Jugendlicher mehr mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus gekommen. Die Zuständigen geben sich vorsichtig optimistisch.

Leere Bierflaschen stehen unter einer Bank, auf der Jugendliche sitzen. Foto: dpa

Leere Bierflaschen stehen unter einer Bank, auf der Jugendliche sitzen. Foto: dpa

Von Heike Haala, MZ

Landkreis. Während die AOK Bayern die Zahlen über Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen in helle Aufregung versetzte, reagiert Ralf Schledorn, der in der Gesundheitsabteilung des Landratsamts Kelheim für Suchtprävention zuständig ist, eher gelassen auf das Thema. Nach Angaben der AOK ist Alkoholmissbrauch im Freistaat die zweithäufigste Diagnose für Krankenhausaufenthalte.

So würden die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2011 zeigen, dass über 24600 Krankenhausaufenthalte wegen psychischer Verhaltensstörungen durch Alkohol notwendig waren. Davon seien zehn Prozent junge Erwachsene und Kinder unter zwanzig Jahren gewesen. 2011 gab es im Landkreis Kelheim 198 Behandlungsfälle. Dies bedeutet eine Steigerung zu 2010 um 33 Fälle in der Region. 2365 Krankenhausaufenthalte waren im Regierungsbezirk Niederbayern wegen behandlungsbedürftigen Alkoholmissbrauchszu verzeichnen.

Anstieg bei unter 52-Jährigen

Wie diese Zahlen zustande kommen, kann sich Schledorn nicht erklären. Er weiß aus dem Kontakt mit anderen Jugendämtern, dass sich die Zahlen für den Landkreis Kelheim im Rahmen bewegen. Während es in den Jahren zwischen 2000 und 2008 zu einem enormen Anstieg beim Alkoholmissbrauch bei den unter 17-Jährigen gekommen sei, gehe der Trend in dieser Altersgruppe nun eher zurück. Bei den Jugendlichen bis zu 25 Jahren hingegen kann er einen leichten Anstieg verzeichnen.

Schledorn hatte im Mai die Initiative „Halt“ gestartet, bei der Jugendliche, die wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus gelandet sind, von Experten angesprochen werden. Seit die Initiative im Mai startete, sei jedoch im Landkreis Kelheim kein Jugendlicher mehr mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Während der Testphase der Initiative hätte Schledorn allerdings Kontakt mit derartigen Patienten gehabt. Während dieser Gespräche hätte sich herausgestellt, dass die Exzesse bei den meisten Jugendlichen nicht geplant oder gewollt seien. Zu den Ausfällen käme es, weil sie die Droge nicht richtig einschätzen könnten.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo