Kein Rauch in Bierzelten
Ab 1. August gilt das absolute Rauchverbot. Von Riedenburg bis Abensberg stinkt es den Festwirten gewaltig.
Dieses Bild gehört ab 1. August der Vergangenheit an. Wer das Rauchverbot kontrollieren soll, ist noch ungewiss. Foto: Tobias Hase dpa/lby
LANDKREIS.
Wenn am 12. August Bürgermeister Fritz Mathes auf dem Kelheimer Volksfest das erste Fass anzapfen wird, dann trübt kein Rauchwölkchen den Blick auf das Geschehen. Rauchfrei soll die Gastronomie sein, so hat es der Bürger entschieden – das gilt auch für die Volksfeste. „Das ist der Wille des Volkes“, sagt Hubert Schmidmüller, Sachgebietsleiter für Gaststätten- und Lebensmittelüberwachung am Landratsamt. Wie die Vorgabe des Souveräns umgesetzt werden soll, darüber herrscht bei Wirten und Behörden kollektives Achselzucken.
„Wir müssen erst einmal mit den zuständigen Behörden reden“, gibt sich Walter Dausinger, Festwirt auf dem Kelheimer Volksfest, abwartend. Er habe gehört, dass es zum Beispiel in Rosenheim und Deggendorf keine Kontrollen geben werde – zumindest in diesem Jahr. Schlagzeilen machte die Ausnahmegenehmigung für das Oktoberfest. „Das ist keine Ausnahme, die vollziehen das Gesetz einfach nicht“, sagt Hubert Schmidmüller hierzu. Das Rauchverbot gelte, soweit die Faktenlage. Die Wiesnwirte haben mittlerweile angekündigt, sich zumindest versuchsweise ans Verbot halten zu wollen.
„Wir werden bei unseren Festen keine eigene Raucherpolizei rumschicken“, sagt Schmidmüller zu den Volksfesten im Landkreis. Das Einhaltung soll im Rahmen der Lebensmittelüberwachung mitkontrolliert werden. „Ich bin zuversichtlich, dass die Festgäste vernünftig sein werden.“ Im übrigen warte man beinahe täglich auf Vorgaben aus München – wie man das Ganze denn nun umsetzen solle.
Diese Zuversicht, dass alle Gäste vernünftig bleiben, teilt Friedrich Riemhofer von der Brauerei Riemhofer in Riedenburg nicht. Am 19. August startet man in der Dreiburgenstadt in die fünfte Jahreszeit. „Es ist ungerecht, dass der Wirt die Strafe zahlen muss wenn ein Gast sich nicht an das Gesetz hält und raucht“, ärgert sich der Brauereichef. Man werde versuchen, sich an die Vorgaben zu halten. „Die Leute müssen zum rauchen raus gehen. Wenn’s da in der Menschentraube dann zu einer Pöbelei kommt, ist eine Schlägerei vorprogrammiert“, befürchtet Riemhofer. Er rechnet in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen, will aber am ausgehandelten Bierpreis von 5,90 Euro die Maß festhalten. Bei schönem Wetter sollen die 300 Sitzplätze im Außenbereich erweitert werden – hier können Raucher nämlich ganz ungestraft ihrem Laster nachgehen.



