Kelheim 07.09.2012, 17:46 Uhr

Kelheim schnuppert Denkmalluft

Am Sonntag zeigen zwölf Kleinode im Landkreis ihr geheimes Innenleben. Das Thema des Tages des offenen Denkmals ist diesmal ein Werkstoff Holz.

Kunst aus Holz steht am Sonntag, während des Tages des offenen Denkmals, im Vordergrund. Foto: dpa

Kunst aus Holz steht am Sonntag, während des Tages des offenen Denkmals, im Vordergrund. Foto: dpa

Von Heike Haala, Mz

Landkreis. Wenn Christoph Straßer aus der Bauabteilung der Bayerischen Schlösser-, Gärten- und Seenverwaltung ein altes Stück Bauholz genauer betrachtet, dann entlockt er dem Balken seine Geschichte. Vielleicht entdeckt er Kerben und winkelförmige Markierungen an den Hölzern in unterschiedlicher Anzahl und Kombination. Das sind Abbundzeichen. Sie sind ein Ordnungssystem, die es den Konstrukteuren erleichterten, die Einzelteile eines Dachstuhls wieder zusammenzusetzen.

Auch die Jahresringe so eines Balkens geben Straßer Aufschluss über das, was er bereits erlebt hat: So erinnert ihn eine Stütze auf der Burg Prunn aus dem Jahr 1312, an die Zeit, in der Kaiser Ludwig der Bayer gelebt hat: „Die Löcher in manchen Hölzern können Floßlöcher sein, durch die ein Seil oder eine gedrehte Weiden- oder Haselnussrute geschoben werden konnte“, sagt er. So wurden die Baumstämme oder auch fertig behauene Balken zu Flößen zusammengebunden und auf Flüssen vom Gebiet des Holzeinschlags zur Baustelle transportiert – das alles kann Straßer aus einem Stück alten Holz herauslesen.

Weil Holz so viele Facetten hat, entschloss sich Generalkonservator Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, dazu, den Tag des offenen Denkmals 2012 diesem Baustoff zu widmen: „Ohne Holz, keine Denkmäler“, ist die Devise. An diesem Tag öffnen die Denkmäler der Bundesrepublik ihre Türen für die Besucher und präsentieren geheime Nischen oder verborgene Schätze, die dem Gast den Rest das Jahres verborgen bleiben – im Landkreis Kelheim sind insgesamt zwölf solcher altehrwürdiger Gebäude, die am Sonntag ihr ungeahntes Innenleben präsentieren werden.

Holz darf am Sonntag glänzen

Wo es möglich ist, wird dabei der Baustoff Holz in den Vordergrund gestellt werden. Immerhin wird es seit jeher verwendet: ob für Pfahlbauten in vorgeschichtlicher Zeit, für die Altäre eines Tilmann Riemenschneider, für Baseball- oder Tennisschläger – Greipl könnte diese Reihe endlos fortsetzen. Holz sei zwar vergänglich, aber auch gut zu reparieren. Zudem ist es ein nachwachsender Rohstoff.

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