Kelheimer Agrarbündnis aus der Taufe gehoben
Umweltschützer und Bauern wollen dafür kämpfen, dass Brüssel die Weichen in der Landwirtschaft richtig stellt.
Das Agrarbündnis Bayern setzt sich für eine artgerechte Tierhaltung ein. Foto: MZ-Archiv
KELHEIM . Heile Welt auf dem Lande? Umweltschützer, aber auch Landwirte aus dem Landkreis sind da skeptisch. Und haben deshalb das „Agrarbündnis Kelheim“ aus der Taufe gehoben. Es soll einerseits ein Forum sein, bei dem Interessensvertreter miteinander ins Gespräch kommen, die sich von vornherein vielleicht nicht unbedingt „grün“ sind. Zum anderen wollen die Teilnehmer die Verbraucher informieren, was die Schweinshaxe auf dem Teller mit der Landschaft im Landkreis oder dem Hunger in Afrika zu tun – oder eben nicht zu tun – hat. Den Startschuss gaben freilich die Bienen und die Blumen, und Walter Haefeker.
Von Bienen und Blumen zur EU
Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes, war im November zu Gast beim Bund Naturschutz (BN) in Kelheim. Die Veranstaltung der Kreisgruppe lockte nicht nur die eigenen Mitglieder und Imker aus dem Landkreis an, sondern auch Landwirte und andere Interessierte. Und hat mehreren Beteiligten klar gemacht, dass ein dauerhaft eingerichtetes Forum für den Landkreis Sinn macht, berichtet Peter Forstner, der BN-Kreisvorsitzende: Auch in Kelheim müssten die Weichen richtig gestellt werden, damit auch bei uns die Grundversorgung mit gesunden Lebensmitteln, der Erhalt von fruchtbaren Böden, genetischer Vielfalt und einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft weiterhin möglich sind.
Bisher vier Partner auf Kreisebene
Forstner ist seither einer der Motoren des Agrarbündnisses und hat zunächst in Einzelgesprächen vorgefühlt, wer zum Mitmachen bereit wäre. Mit von der Partie sind auf Kreisebene bislang der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die Imker, der Landesbund für Vogelschutz und der BN; als nächstes sollen Eine-Welt-Foren und ähnliche Institutionen angesprochen werden; offen sei man aber auch für den Bauernverband und für einzelne Interessierte. Informieren und sich vorstellen will das Agrarbündnis auch beim Frühjahrs- und Umweltmarkt in Abensberg, am 25. März.(hu)
Interessierte, die beim Agrarbündnis mitmachen wollen, können sich an Peter Forstner wenden: (09443) 1811.


