Kelheim 18.08.2012, 08:43 Uhr

„Klappe!“ für die Grundschüler

Zusammen mit der Gymnasiastin Maximiliane Nirschl lernten die Kinder in Bad Abbach einen Tag lang, wie es ist, einen Film zu drehen. Die Schauspieler ließen sich nicht lange um Emotionen bitten.

Mit Spannung schauen sich die Kinder und Maxi Nirschl an, was sie gedreht haben. Fotos: Hueber-Lutz

Mit Spannung schauen sich die Kinder und Maxi Nirschl an, was sie gedreht haben. Fotos: Hueber-Lutz

Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

BAD ABBACH. „Nicht stören – Filmaufnahmen!“ Bei der Mittagsbetreuung an der Bad Abbacher Grundschule war eines der Schulzimmer teilweise tabu für Besucher. Maximiliane Nirschl (17) drehte mit den Ferienkindern einen eigenen Film. Die junge Gymnasiastin mit Hang zu Kunst und Musik hatte sich einen Tag Zeit genommen, um mit den Sechs- bis Zehnjährigen deren Alltag in der Mittagsbetreuung filmisch in Szene zu setzen.

Die Kinder waren Feuer und Flamme für dieses Projekt, wollten am Liebsten immer wieder nachsehen, ob sie nicht bald selber dran sind. Aber beim Film geht’s streng zu: Erst wenn eine Sequenz im Kasten ist, geht die Türe wieder auf. Nun sind Sonja, Luca, Leonie, David, Fabian und Viktor dran. Sie werden beim Lego-Spielen gefilmt.

Die Jungs spielen, die Mädchen sind für die Technik zuständig. Luca bedient die Klappe, Sonja die Kamera und Leonie das Mikrofon. David hat sich überlegt, dass er mit einem großen Lego-Flugzeug Kreise ziehen könnte. Regisseurin Maxi verfeinert den Vorschlag etwas, und schließlich düst David mit seinem Flieger direkt auf die Kamera zu und schwenkt elegant durch’s Bild.

Beim ersten Mal funktioniert das nicht so gut. Drum ist ein zweiter Dreh nötig. Dafür muss erst der Text auf der Klappe umgeschrieben und die Kulisse verändert werden. Schnell sind die Kinder mit solchen Fachbegriffen vertraut. Beim zweiten Versuch passt alles, die Szene ist im Kasten.

Bei der nächsten Sequenz sollen die Jungs in der großen Legokiste wühlen, und mit den schon fertig gebauten Teilen spielen. Und „Klappe“! Völlig stumm bewegen die Jungs ein paar Autos von hier nach da. Da will der Begeisterungsfunke nicht so recht überspringen.

Maxi zeigt ihnen die Szene auf der Kamera, auch den Buben gefällt das nicht so besonders. Was könnte man ändern? Maxi gibt einen kleinen Tipp: „Was Spektakuläres kommt immer gut im Film. Ein Crash vielleicht.“ Aber die Jungs können sich nicht dazu überwinden, zwei der vollständig zusammengebauten Lego-Autos aufeinander krachen zu lassen. Sie spielen den zweiten Versuch lieber auch unspektakulär, aber deutlich lebhafter als den ersten. Nun sind sie zufrieden und das Filmteam zieht weiter zur Kicker-Gruppe, die ein Match und ein kleines Elfmeterschießen in den Kasten bringen soll.

Regisseurin Maxi will Emotionen sehen. Wieder sind es die Jungs, die den schauspielerischen Part übernehmen. Sie lassen sich bei Thema Fußball auch nicht lange um die Emotion bitten. Und als Felix auch noch eine richtige Schiedsrichterpfeife bekommt, steht einem lebhaften Agieren nichts mehr im Wege.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo