"Napoleons Koffer" soll in luftiger Höhe bleiben
Der Forstbetrieb und die Stadt Kelheim lassen die markante Gesteinsformation am Klösterlweg sichern.
Die Mineure der Spezialfirma arbeiten in luftiger Höhe.
kelheim.
„Napoleons Koffer“, ein auffallender Felsen an der Donaupromenade, ist brüchig geworden und deshalb hat ihn eine österreichische Spezialfirma bis Donnerstag mit einem Betongürtel ummantelt. Bis zu 20000 Euro verschlingt die aufwendige Maßnahme. Weil der Klösterlweg zur Stadt Kelheim gehört und der Felsen auf dem Gelände der Bayerischen Staatsforsten liegt, teilen sich beide die Kosten.
Georg Sinzenhauser vom Kelheimer Ordnungsamt lobte beim Pressegespräch am Donnerstag, dass der Forstbetrieb regelmäßig die Felssicherheit überprüfen lasse. Wenn ein Felsen brüchig wird, gebe es drei Möglichkeiten: die kostspielige Sanierung, eine Sprengung oder eine Straßensperrung. An diesem touristisch bedeutenden Hauptwanderweg zur Weltenburger Enge sei nur die Sicherung infrage gekommen. „Eine Sperrung des Klösterlwegs ist undenkbar“, betonte Sinzenhauser.
Erwin Engeßer, der Leiter des Kelheimer Forstbetriebs, erläuterte, dass nur der mittlere, etwas fragile Teil der Felsformation mit Spezialbeton umhüllt worden sei. Im Volksmund heißt die Kalksteinformation „Napoleons Koffer“, weil oben auf dem Felsen ein rechteckiger Block liegt. Erwin Engeßer stellte fest, das Gestein werde nicht nur mit Beton, sondern auch mit fünf Meter langen Stahlstiften gesichert, sodass keine Spaziergänger oder Sportler auf dem Klösterlweg in Gefahr geraten.
Forstbetriebschef Engeßer schilderte kurz die höchst interessante Geschichte der Donauhänge. „Das Kalkgestein geht auf Korallenriffe im warmen, subtropischen Jurameer vor rund 180 Millionen Jahren zurück“, sagte er. Wenn sich das Wasser zurückgezogen habe, seien die Korallenriffe wieder erodiert. Daraufhin bildeten sich die Plattenkalke in den Meeresbuchten.
Ab dem heutigen Freitag ist die Teil-Absperrung entfernt, Sportler und Wanderer können den beliebten Weg wieder ohne jedes Hindernis genießen.



