Kelheim 26.08.2012, 15:50 Uhr

Massenpanik auf dem Gillamoos

Explosionen, Rauch und Feuer mitten auf dem Jahrmarkt – ein Horrorszenario. Zum Glück handelte es sich dabei nur um eine Katastrophenübung.

Chaos auf dem Sammelplatz: Die Einsatzkräfte brachten immer mehr Verunglückte mit den verschiedensten Verletzungen. Fotos: Bauer

Chaos auf dem Sammelplatz: Die Einsatzkräfte brachten immer mehr Verunglückte mit den verschiedensten Verletzungen. Fotos: Bauer

Von Birgit Bauer, MZ

ABENSBERG. Die Katastrophenübung „Ägidius“ zur Vorbereitung auf den Gillamoos in Abensberg war ein Tag voller Erkenntnisse. Mit rund 500 Einsatzkräften und 150 freiwilligen Verletztendarstellern probten Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Wasserwacht, DLRG, Bayerisches Rotes Kreuz, die Polizei und Landratsamt sowie die technische Leitstelle Landshut den Gillamoos-Ernstfall. Brand, Explosion, Unfall und Massenhysterie galt es zu bewältigen. Das Fazit: Alle Beteiligten gewannen neue Erkenntnisse, die sie schrittweise in bestehende Konzepte einbringen können.

Hoher Druck für alle Beteiligten

Es war kurz vor dem Start der großen Katastrophenschutzübung „Ägidius 2012“ in Abensberg, als die Freiwillige Feuerwehr einem Rettungswagen, der einen Kabelbrand gemeldet hatte, zu Hilfe eilte. Das Unglück war aber schnell behoben, und die Sirenen signalisierten pünktlich den Beginn der Katastrophenübung „Ägidius 2012“. Die Organisatoren vom Landratsamt Kelheim und der Freiwilligen Feuerwehr Abensberg hatten sich einiges einfallen lassen.

Der angenommene Zeitpunkt: Gillamoos – Samstag, 23 Uhr, das Fest läuft auf Hochtouren. Zehntausende Menschen sind unterwegs, darunter auch viele Betrunkene. Der Notruf verheißt nichts Gutes: Zwischen Hofbräu- und Kuchlbauerzelt brennt ein Wohnwagen. Schaulustige erschweren den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Abensberg den Weg zum Unglücksort. Die Verkehrssituation ist kritisch. Schreie sind zu hören, Rauch behindert die Sicht, Massenpanik bricht aus. Zur Verstärkung rücken weitere Feuerwehren, das Rote Kreuz, THW und Polizei an. Die Übung, die bereits seit Februar vorbereitet wurde, hatte es in sich. Viele Statisten waren bereits seit 6 Uhr morgens vor Ort auf ihren Einsatz vorbereitet und geschminkt worden. Eine Gruppe Jugendlicher stellte, in Bauschuttmulden platziert, Wohnwagenbewohner dar, die mit lautem Geschrei auf sich aufmerksam machten. Mit Bemerkungen wie „Du Depp, kümmere dich endlich um uns, der stirbt“, sorgten die „Verletztendarsteller“ zusätzlich für emotionalen Druck bei den Einsatzkräften.

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