Saal: Immer mehr Geschäfte stehen leer
2011 wurden drei Läden geschlossen. Der Bürgermeister ist besorgt. Die Werbegemeinschaft fordert mehr Engagement.
Saal. Immer mehr Läden machen im Innerort von Saal machen dicht. Zum Jahreswechsel schließt nun auch noch der kleine Lebensmittelladen an der Hauptstraße. Saals Bürgermeister Peter Buberger sieht das mit wachsender Sorge. Die Anbindung durch Busse und Bahn sei Fluch und Segen zugleich. Den täglichen Bedarf würden die Bürger durchaus vor Ort decken. „Doch beinahe alles, was drüber hinaus geht, kaufen die Leut’ eben wo anders“, sagt das Gemeindeoberhaupt.
Dies sei mit Sicherheit ein Grund, warum die Problematik sich derzeit verschärfe. Beim geschlossenen Drogeriemarkt ginge es um die Geschäftspolitik des Gesundschrumpfens. Bei Traditionsgeschäften seien es die persönlichen Verhältnisse – und eben jene Einkaufspolitik, die für eventuelle Nachfolger keinen großen Anreiz bietet.
Die Gemeinde steht im Kontakt zu den Hausbesitzern, erklärt der Bürgermeister. Dabei rede man auch über den Zustand der Immobilien. Investitionen und eventuelle Mieteinnahmen müssten sich die Waage halten. Eine Bedarfsermittlung könne er sich, auch in Zusammenarbeit mit der örtlichen Werbegemeinschaft, gut vorstellen. Ein Gespräch mit Städteplanern ebenfalls.
Elisabeth Scheidt, Vorsitzende der Saaler Werbegemeinschaft, wirf der Gemeinde zu wenig Engagement vor. „Eine schöne Straße alleine lockt niemand an, ein Geschäft zu eröffnen“, sagt sie. Ihrer Meinung nach müsse auf den Alten Kirchplatz ein attraktives Geschäftshaus entstehen. Dort könnten Läden, Praxen und Büros Platz finden. Auch die Frage nach der Attraktivität von Mietobjekten stellt sie. Jeder Neuansiedler sollte wissen, dass er Kunden von außerhalb gewinnen müsse. „Von den Saalern allein kann man nicht leben.“


