Storchenwirt ist besser als gedacht
Statiker bestätigt gute bauliche Substanz. Stadtrat beschließt, dass das Hauptgebäude saniert und der hintere Bauteil abgerissen wird.
Der Stadtrat hat es beschlossen: Der „Storchenwirt“ wird nicht abgerissen. Foto: Dannenberg
Neustadt. Vor wenigen Wochen forderte der Neustädter CSU-Ortsverband lautstark den Abbruch des „Storchenwirts“. Es handele sich um eine Problemimmobilie, für die es nur eine Zukunft gebe – den Abbruch. In der jüngsten Stadtratssitzung musste sich die CSU eines anderen belehren lassen. Der Zustand des Objekts, das die Stadt Neustadt vor mehreren Jahren ersteigert hatte und nach jahrelangem Rechtsstreit heuer räumen ließ, ist besser als erwartet.
Nach einigen einleitenden Worten von Bürgermeister Thomas Reimer in der Stadtratssitzung stellte ein Statiker des Büros Kugler und Ziegler aus Kelheim die Ergebnisse der statischen Untersuchung des Anwesens Stadtplatz 13 vor. Das Ergebnis war deutlich: Das Gebäude ist unter wirtschaftlichen Aspekten sanierbar und weiterbaubar. Ein Ersatzneubau könnte kaum anders erstellt werden. Das bestehende Gebäude erfüllt alle Auflagen des Brandschutzes (F90), lässt jegliche Nutzung (Volkshochschule, Museum, Büros etc.) zu und kann weitgehend frei gestaltet werden. Somit stellt es einen Wert dar. Einen Abriss und Ersatzneubau vorzunehmen, bezeichnete der Statiker als absolut unwirtschaftlich.
Bauoberrätin Maria Schiederer von der Regierung von Niederbayern, zuständig für den Bereich Städtebauförderung, erläuterte die Fördersituation. Ein ersatzloser Abriss scheide aus Gründen des Ensembleschutzes aus, stellte sie klar. Während die Sanierung und der Weiterbau des Hauptgebäudes mit 60 Prozent förderfähig sei, gebe es für einen Ersatzneubau keine Förderung.
Neubau kommt teurer
Bei geschätzten Gesamtkosten von Sanierung und Weiterbau von rund drei Millionen Euro, so Bürgermeister Reimer, und unter Berücksichtigung der in Aussicht gestellten Förderung müsse die Stadt rund 1,5 Millionen Euro finanzieren. Bei einem kompletten Neubau müsste man da mit wohl mindestens vier Millionen Euro rechnen. Das sagte er auch in Hinblick auf Äußerungen des CSU-Fraktionssprechers Rupert Treitinger, der unlängst vollmundig bekundet hatte, dass eine Sanierung im Vergleich zu einem Neubau nicht wirtschaftlich sei.

