Strenge Auflagen verhindern Fischerfest
Es ist das Ende für die beliebte Veranstaltung der Bad Abbacher Petrijünger. Das Fest fällt aus – die Auflagen seien zu hoch.
Ist nun Vergangenheit: Die Petrijünger brieten am Fischerfest Fisch am laufenden Band.
BAD ABBACH.
„Das schaffen wir nicht mehr!“ Resigniert zuckt Michael Metz die Schultern. Der Chef der Bad Abbacher Petrijünger muss das diesjährige Fischerfest auf der Freizeitinsel absagen. Der Grund: zu hohe Auflagen. Zweimal ging das große Fest des kleinen Vereins schon über die Bühne. Jedes Mal genossen über tausend Bürger die leckeren Fische und die Musik. Nun ist Schluss damit.
Zwei Probleme sind es, die Michael Metz und seine Petrijünger haben. Zum einen, wie er sagt, die Regelung, die verhindern soll, dass sich Jugendliche im Umfeld eines Festes mit Alkohol zuschütten. Vorglühen, wie es im Jugendjargon Sprache der jungen Leute heißt. Die Veranstalter müssen für Ordnungskräfte sorgen. Auch bei den beiden Festen im Juli 2008 und 2006 hatte Metz aus dem eigenen Verein zwei Ordnungskräfte abgestellt.
Diesmal hätte er zwei professionelle Security-Leute engagiert, aber das sei zu wenig. Sechs müssten es sein. Das aber können die Petrijünger nicht finanzieren. Und eigene Leute abzustellen, das ist Metz zu gefährlich, denn bei anderen Festen sei es durchaus schon zu Ausschreitungen gekommen. Außerdem umfasst der Verein nur insgesamt 25 Personen, die bei dem Besucheransturm sowieso alle Hände voll zu tun haben.
Der zweite Knackpunkt sind die lebensmittelrechtlichen Auflagen. Die Petrijünger sind nicht der einzige Verein, der darüber stöhnt. Viele kleine haben zum Beispiel Probleme damit, für die vorgeschriebenen Buden zu sorgen, die Personaltoiletten oder die Handwaschbecken an den Ständen. Für die Petrijünger wäre das alles kein Problem gewesen. Aber die Sache mit dem Kühlschrank hat ihnen den Rest gegeben. Natürlich verfügen sie über Kühleinrichtungen. Fisch ist empfindlich. Er muss laut Vorschrift bei zwei Grad gelagert werden.
Wenn nun an einem heißen Tag der Kühlschrank geöffnet und Fisch entnommen wird, könnte es passieren, dass das Thermometer mehr als die zwei Grad zeigt. Falls ein Kontrolleur kommt, könnte es eng werden, fürchtet Metz. Das Risiko, dass das Fest abgebrochen wird und der Verein mit all den finanziellen Vorleistungen im Regen stehen bleibt, wollen die Petrijünger nicht eingehen. Dies alles hat nun dazu geführt, dass der Verein das Fest absagt. Für die Petrijünger eine sehr schwere Entscheidung, denn bereits 2009 haben sie mit den Vorbereitungen begonnen. Michael Metz ist massiv enttäuscht: „Wir machen das ja nicht, um eine Masse Geld zu verdienen, sondern weil wir ein schönes Fest für die Bad Abbacher veranstalten wollen.“ Der Chef der Petrijünger sucht die Schuld für die Absage durchaus nicht bei den Behörden. Er will aber an diejenigen appellieren, die mit ihrem Verhalten oder ihren Beschwerden eine solche Fülle an Auflagen nötig machen.



