Der Hitze zum Trotz: Beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim wurden neue Rekorde aufgestellt.
Von Alexander Reichmann, MZ
KELHEIM.
Das 14. 24-Stunden-Rennen des RSC Kelheim war ein Rennen der Rekorde. Gleich mehrere Bestmarken in verschiedensten Kategorien sind gefallen. Für zwei Höchstleistungen waren auch die Sieger verantwortlich: Mit 56 Runden stellte die Mannschaft „Sport 2000“ um Stefan Thaller bei den Herrenteams einen neuen Rekord auf. Auch die Damen sorgten für eine neue Bestmarke. Die „Keldorado Badenixen“ um Martina Stoiber verteidigten ihren Titel und fuhren mit 50 Runden einen neuen Rekord.
Sportler trotzten dem Wetter
Diese sportlichen Höchstleistungen kamen bei neuen Rekordtemperaturen zustande. Zeitweise stieg das Thermometer über 36 Grad Grad am bislang heißesten Wochenende des Jahres. Da tat Abkühlung not. „Wenn man dieses Wetter sieht, dann kann man über die Leistungen an diesem Wochenende nur noch staunen“, betont Klaus Roithmeier, Vorsitzender des RSC Kelheim. Roithmeier war auch froh, dass es trotz der Hitze nur bei einer Handvoll Teilnehmern Kreislaufbeschwerden gegeben hat.
Rekord Nummer drei war die Teilnehmerzahl. Fast 150 Teams und 100 Einzelstarter kletterten um 14 Uhr am Samstag nach dem Startschuss von Landrat Dr. Hubert Faltermeier den ersten Anstieg in Richtung Befreiungshalle hinauf.
Wer ist Erster auf dem Berg?
Und schon gleich am Start wurde es richtig spannend. Der RSC Kelheim hatte eine Regeländerung durchgeführt und eine Bergwertung am „Gipfel“ des Stausackerer Berges eingerichtet. Das sollte das Feld entzerren und zugleich dafür sorgen, dass die Startfahrer nicht mehr zwei Runden am Stück fahren mussten.
Benedikt Schäffer, der Paintner im Team der „Lowriders Kelheim“, war von Beginn an mit vorne dabei und wollte sich die 100 Euro für den ersten Platz auf dem Berg holen. Er führte eine Gruppe von rund acht Fahrern, die sich absetzen konnte, den Anstieg hinauf. Doch für Schäffer sollte nur der zweite Platz bleiben. Davide Beccaro von den „Soave Roadrunners“ aus der italienischen Partnerstadt Kelheims konnte nämlich kurz vor der Wertung noch davon ziehen.
Zweikampf zwischen „Sport 2000“ und „Lowriders“
„Ich habe einen taktischen Fehler gemacht“, so Schäffer später im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. Im Prinzip aber stimme er der Regeländerung zu: „Das Feld entzerrt sich dadurch schon.“ Die erste Runde absolvierte die Spitzengruppe in 22 Minuten und 30 Sekunden – auch das dürfte ein Rekord sein.
Auf der Strecke entwickelte sich im Lauf der nächsten Stunden ein Zweikampf zwischen dem Team „Sport 2000“ und den „Lowriders“. Die beiden hatten sich vom Feld absetzen können und drehten gemeinsam ihre Runden. „Wir haben uns darauf geeinigt, zusammen zu arbeiten und erst am Sonntag die Entscheidung zu suchen“, berichtet Stefan Thaller. Am Vormittag war es dann soweit. „Sport 2000“ nutzte eine Möglichkeit, um wegzukommen und führte so die Entscheidung herbei. „Wir wussten, dass sie stärker sind, es war nur eine Frage der Zeit, bis sie uns abhängen“, so Florian Strobl von den „Lowriders“.
„Eine tolle Mannschaftsleistung“
Für Stefan Thaller und seine Teamkollegen ging es nun noch um den Rundenrekord. Thaller blieben noch knapp 30 Minuten, er hätte nicht mehr rausfahren müssen, tat es aber dennoch und kam wenige Minuten vor Ablauf der Zeit ins Ziel. „Wir wollten diesen Rekord und wir haben es geschafft. Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, jubelte der Großmußer.
In der Damenkonkurrenz war es weit weniger spannend. Die „Keldorado Badenixen“ hatten bereits im Vorjahr gesiegt und damals 48 Runden gedreht. Die fünf Sportlerinnen um Martina Stoiber konnten sich auch dieses Jahr wieder früh absetzen und packten auf die Rekordmarke noch zwei Runden oder 34,4 Kilometer drauf. „Mich freut es ganz besonders, weil ich erst vor ein paar Tagen schwer gestürzt bin und gar nicht wusste, ob ich durchhalte. Es ging aber alles gut“, jubelte Stoiber.
791 Kilometer in 24 Stunden
Der Sieger in der Einzelwertung der Herren kam erneut aus der Schweiz. Thomas Ratschob gewann heuer bereits zum dritten Mal. In überlegener Weise stellte er den Rundenrekord des Pösingers Bernhard Steinberger ein. 46 Mal trat Ratschob um die Schleife. Das entspricht sage und schreibe 791,2 Kilometer, die der Schweizer in 24 Stunden zurücklegte.
Natürlich trug auch die Unterstützung der Fans ihren Teil zu den Höchstleistungen bei. Klaus Roithmeier war der Ansicht, dass noch nie so viele Zuschauer beim 24-Stunden-Rennen live mit dabei waren. Die Innenstadt war ständig voll und auf dem Stausackerer Berg machten unter anderem die Fans aus Hienheim wieder einmal die Nacht zum Tag. „Wir als Veranstalter können nur total zufrieden sein“, so Roithmeier.