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Freizeit & Tourismus
Montag, 11. Dezember 2017 7

Festmarathon

Advent bringt den Nikolaus ins Schwitzen

In Abensberg, der Weihnachts-Hauptstadt im Kreis, könnte die „stade Zeit“ hektisch werden. Fast alle anderen Orte feiern auch
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Märkte in der Babonenstadt locken viele Gäste. Foto: Pieknik

Abensberg.Jetzt beginnt sie im gesamten Landkreis: die Zeit der Weihnachtsmärkte. Aber in einer Stadt hat der Nikolaus besonders viel zu tun: In Abensberg wird er sicherlich ins Schwitzen kommen. Denn dort steht wieder ein wahrer adventlicher Marathon an. Dann weihnachtet es wieder an allen Ecken und Enden. Und der Nikolaus muss viele Tage die Menschen beglücken.

Mit der oft besungenen staden Zeit hat das aber nicht mehr viel zu tun. Hans-Peter Rickinger von der Brauerei zum Kuchlbauer erwartet alleine für die Turmweihnacht rund um den Hundertwasserturm, die morgen eröffnet wird, 300 000 Besucher. Damit ist aber die Obergrenze auch erreicht, sagt Rickinger. Abensberg wird damit wahrlich die Weihnachtshauptstadt im Landkreis Kelheim.

Weiter geht es in Abensberg am ersten Adventswochenende. Die Mädchen und Buben des Kindergartens Regenbogenland werden am 30. November um 16 Uhr auf der Naturbühne des Schlossgartens mit weihnachtlichen Liedern den Niklasmarkt einsingen, um 18 Uhr wird der Markt dann offiziell eröffnet. An den beiden ersten Adventswochenenden findet der Markt mit seinen 30 Buden jeweils ab Donnerstag um 15 Uhr statt. Verschiedene Abensberger Interpreten und Gruppen werden sich auf auf der Bühne abwechseln.

In unserer Bildergalerie sehen Sie mehr Abensberger Impressionen aus den Vorjahren:

Weihnachtliche Impressionen aus Abensberg

Eine Abensberger Besonderheit ist auch die Babonenspende. Damit erinnert man an Niklas, den letzten Herrn von Abensberg (1441 bis 1485), der noch zu Lebzeiten eine wohltätige Stiftung zugunsten der armen Bevölkerung gegründet hat. Alle Armen sollten einmal im Jahr ein Stück Brot und ein Stück Fleisch erhalten. Die Armenspeisung fand alljährlich an seinem Namenstag, dem Fest des Hl. Nikolaus, statt. Heute werden nach der szenischen Darstellung (30. November und 3. Dezember, jeweils 18.30 Uhr) Lebkuchen verteilt. Das weihnachtliche und kulinarische Angebot ist für viele aber immer noch der eigentliche Höhepunkt. Das bestätigt Carolin Wohlgemuth von der Touristikabteilung der Stadt. Der Markt sei nach wie vor noch sehr beliebt.

Ein zweischneidiges Schwert

Auf dem Stadtplatz findet ein weiterer Hüttenzauber statt – hier geht es ins „Märchenhafte Abensberg“ – dahinter steckt der Werbekreis „MiA“ („Marketing in Abensberg“): Neun Stände locken die Gäste rund um den großen Weihnachtsbaum vor das Rathausgebäude. Lichter strahlen von vielen Häusern. Das Rathaus wird zu einem überdimensionalen Adventskalender. Hexenheisl, Krippenausstellung, schiefe Krippe und schwimmende Krippe, Krampus-Nacht und diverse Märchenwanderungen ...

Eine Karte mit den Christkindlmärkten aus der Region finden Sie hier:

Wohlgemuth hört die Stimmen, die das alles als zu viel empfinden. „Es ist schon ein zweischneidiges Schwert“, sagt sie. Sicherlich sei der Ansturm der Weihnachtstouristen nicht einfach für die Abensberger. Allerdings gibt es die „stade Zeit“ in ihren Augen auch anderswo längst nicht mehr.

Und die ganze Geschichte sei eben eine einmalige Chance für Abensberg. So sieht es auch Rickinger. Der Bekanntheitsgrad Abensbergs sei doch noch einmal enorm gestiegen, seit alle auf die Weihnachtszeit setzen. Auslöser für das geschäftige Weihnachtstreiben die Turmweihnacht rund um den Kuchlbauerturm. Diese beginnt schon am morgigen Freitag um 18 Uhr. Sie dauert bis zum 22. Dezember und öffnet jeweils von Mittwoch (14 Uhr, Wochenende 12 Uhr) bis Sonntag, nur am Totensonntag bleibt geschlossen. Der Start mehr als eine Woche vor dem ersten Advent muss sein, sagt Rickinger, damit die Fieranten, die ja davon leben, genügend Verkaufstage hätten.

Die Premiere vor sieben Jahren fand im geradezu kleinem Rahmen statt. 18 Kunsthandwerker bauten 2010 ihre Buden im Bereich des Biergartens auf. Mittlerweile sprechen wir von über 80 Standlern – die zum Teil auch schon in der Tiefgarage der Brauerei ihre Stände aufstellen. An fünf Tagen in der Woche kommt der Nikolaus – der hat dann wahrlich viel zu tun. Was die Größe und Dauer des Marktes angeht, sind Grenzen erreicht, sagt Rickinger.

So feiern die Gemeinden im Landkreis

  • Bad Abbach:

    Am 26. November, 10 bis 18 Uhr, öffnet im Kursaal, Kaiser-Karl-V.-Allee 5, der Weihnachtsmarkt der Hobbykünstler. Diese verkaufen u.a. Krippen, weihnachtliche Deko, Kränze, Gestecke, Schmuck, Liköre oder Gestricktes.

  • Lengfeld:

    Am 27. November wird beim alten Gerätehaus der FFW Lengfeld Christkindlmarkt gehalten.

  • Bad Abbach:

    Vom 1. bis 3. Dezember feiert der Markt den Advent in der festlich geschmückten Fußgängerzone um die Marktkirche. Geöffnet ist am Freitag von 16.30 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 22 Uhr. Der heilige Nikolaus eröffnet den Christkindlmarkt. Weitere Höhepunkte sind der Auftritt einer Perchtengruppe und eine Feuershow. Buden von Handwerkern aus der Region laden zum Bummeln und Geschenke kaufen ein.

  • Poikam:

    Am 2. Dezember ab 16.30 Uhr laden die Poikamer zur Dorfweihnacht beim Feuerwehrhaus ein.

  • Saalhaupt:

    Am 2. Dezember ist Saalhaupter Christkindlmarkt. Von 17 bis 23 Uhr treffen sich Adventsfreunde auf dem Dorfplatz zu Glühwein und dem Verkauf von Selbst-Hergestelltem.

  • Dünzling:

    Am 2. und 3. Dezember ist beim Schulhaus Weihnachtsmarkt der Motorradfreunde Dünzling. Samstag ab 18 Uhr, am Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Der Erlös geht heuer an Traumzeit e.V., der gemeinnützige Verein erfüllt krebskranken Kindern und ihren Familien Herzenswünsche.

  • Bad Abbach:

    Am 9. und 10. Dezember lädt das Team der Marktbücherei zum „romantischen Weihnachtsmarkt“ in den Kurpark ein. Geöffnet ist am Samstag von 14 bis 21 Uhr, am Sonntag von 14 bis 19 Uhr.

  • Oberndorf:

    Am 10. Dezember, 15 bis 20 Uhr , wird es am Oberndorfer Kirchplatz, Donaustraße 45, vorweihnachtlich. Der Singkreis lädt um 16.30 Uhr zum traditionellen Adventssingen in die Kirche ein.

  • Ihrlerstein:

    Am 25. November von 16 bis 20 Uhr laden die Brandler Minis und der Frauenbund zum Adventsbasar bei der Kirche ein. U.a. gibt es Advents- und Türkränze zu erstehen. Für die Kinder schaut schon mal der Nikolaus vorbei.

  • Langquaid:

    Am 2. und 3. Dezember , jeweils 11 bis 19 Uhr, feiert Langquaid Nikolausmarkt. Auf und um den geschmückten Marktplatz schlagen Fieranten ihre Buden auf.

  • Mainburg:

    Von 8. bis 10. Dezember ist in der Hopfenstadt Christkindlmarkt am Marktplatz. Handwerker und Künstler zeigen Waren und Werke. Auch eine lebendige Krippe gibt es zu sehen. Gefeiert wird am Freitag, 18 bis 23 Uhr, Samstag, 15 bis 23 Uhr, und Sonntag, 14 bis 20 Uhr.

  • Painten:

    Am 2. Dezember ab 15 Uhr treffen sich Adventsliebhaber beim Pernpeintner-Stadl am Neuloher Weg. Feuerstellen und musikalische Auftritte laden zum Verweilen ein. An vielen Ständen gibt es Selbstgebasteltes.

  • Rohr:

    Am 16. und 17. Dezember, tauchen die Rohrer das Areal vor der Asamkirche in weihnachtliches Flair. Am Samstag ist der Christkindlmarkt von 15.30 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 12 bis 20 Uhr. Es gibt viele Auftritte von den Kindergartenkindern bis zum Alphorn-Trio. Weiter: Christkindlauftritt, Märchenhütte, lebende Krippe.

  • Riedenburg:

    Am 9. und 10. Dezember , jeweils ab 16 Uhr ist am Marktplatz Christkindlmarkt. Für Kinder gibt es eine Kinderbackstube, in der Raiffeisenbank wird die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ aufgeführt, mit Tieren aus dem Fuchsgarten gibt es eine lebende Krippe zu sehen.

  • Teugn:

    Am 26. November ist am Radlerhäusl am Liedlberg Weihnachtsmarkt angesagt. Ab 14 Uhr, gibt es selbst gebundene Adventskränze vom OGV und vieles mehr. Eine Tombola verspricht jedem Teilnehmer einen Gewinn.

  • Teugn: Am 17. Dezember

    ab 15 Uhr ist am Dantscher Hof der Weihnachtsmarkt der Werbegemeinschaft Teugn. Die Vereine machen mit, Schule, Kindergarten und Mutter-Kind-Gruppe bieten Aufführungen.

  • Siegenburg:

    Am 9. und 10. Dezember wird am Marienplatz der Siegenburger Advent gefeiert. Am Samstag ab 18 Uhr, am Sonntag von 10.30 bis 16 Uhr. Am Samstag ab 20.30 Uhr heißt es „Rocking Christmas“.

  • Saal:

    Am 16. und 17. Dezember tauchen die Organisatoren des Saaler Christkindlmarkts den Platz vor der alten Kirche in stimmungsvolle Atmosphäre. Am Samstag ist von 15 bis 21 Uhr geöffnet, am Sonntag von 15 bis 20 Uhr. Zum Abschluss gibt es am Sonntag, 19.30 Uhr, auf der Pfarrwiese das Friedenslicht.

  • Allgemeines:

    Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Alle diese Märkte sind ohne Eintritt zu besuchen. (re)

Am Erfolg der Turmweihnacht wollen auch die anderen teilhaben. Vor allem ging es darum, die Turmgäste auch in die Altstadt zu locken, was laut Carolin Wohlgemuth durchaus funktioniert. Sie geht davon aus, dass immerhin 150 000 Besucher den Weg in die Altstadt und den Schlossgarten finden. Dort ist der Niklasmarkt seit drei Jahren an zwei Wochenenden offen. Pläne, das noch weiter auszubauen, seien aber wieder in der Schublade verschwunden.

Märchen wohin man auch blickt

Und es gibt mittlerweile Abensberg als Märchenstadt. 2011 wurde diese erstmals organisiert. Das Thema Märchen habe laut Wohlgemuth den Werbekreis schon lange bewegt. Und dann habe es eben gut zum Turm gepasst. Auch heuer gibt es ein eigenes Programm dazu: eine Märchenaufführung im Aventinum (17. Dezember, 15 Uhr), eine Weihnachtsbäckerei im Lebkuchenhaus am Schulhausplatz (Niklasmarktsamstage ab 13 Uhr), Wanderungen durch die Altstadt entlang märchenhaft geschmückter Schaufenster, und und und ...

Den Hüttenzauber am Stadtplatz gibt es seit 2014 – heuer wieder vom ersten bis zum dritten Advent, jeweils donnerstags bis Sonntag (ab 16 Uhr, Samstag/Sonntag 13 Uhr) mit Kulinarischem, Musik und Kinderprogramm. Und zum Schluss wird es mit der Krampus-Nacht auch noch spektakulär. Leben soll in die Innenstadt. Das ist der Plan. Bei dem ganzen Trubel ist die „stade Zeit“ nicht leicht zu finden. Aber es gibt sie – die Angebote zum Entspannen. Die Katholische Kirchengemeinde lädt zur „kirchenmusikalischen Atempause“ am 8., 15. und 22. Dezember jeweils um 18.15 Uhr ein). Außerdem organisieren wieder mehrere Abensberger Formationen in der Barbarakirche ein Adventskonzert – am 17. Dezember um 17 Uhr.

Der Krippenverein erinnert gleich zweifach an die Weihnachtsgeschichte: mit der schwimmenden Krippe in der Abens und der schrägen Krippe im Burggraben. Außerdem gibt es eine Krippenausstellung (1. bis 3. und 8. bis 10. Dezember ab 14 Uhr) und ein Krippen Basteln (2. Dezember, ab 13 Uhr) für die Kleinen im Aventinum.

Trotz des Trubels in der Innenstadt ist der Adventsmarkt des Berufsbildungwerks ein Geheimtipp. Er findet am 28. und 29. November ab 16.30 Uhr statt. Die Jugendlichen verkaufen selbst produzierte Geschenkartikel. Am ersten Tag um 18 Uhr erklingt „Musik zum Advent“ in der Hauskapelle des BBW.

Und dann gibt es noch einen Geburtstag zu feiern. Der 2,20 Meter hohe Papp-Nikolaus, den der Abensberger Künstler Johannes Rohen für eine Kinderaktion auf dem Niklasmarkt gestaltet hat, wird heuer 20 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! 1997 hatte der Nikolaus eines Sondereinsatzes der Feuerwehr bedurft: Weil der Pappkamerad nicht mehr durch das Treppenhaus im Rohen’schen Atelier passte, musste ihn die Feuerwehr mit der Drehleiter über das Fenster aus dem ersten Stock „befreien“.

So feiert die Kreisstadt Kelheim den Advent:

Stimmungsvolles Flair am Kelheimer Ludwigsplatz Foto: Stadt Kelheim

Die Kelheimer läuten den Advent gleich mehrfach ein. Am Sonntag, 26. November, ist von 12 bis 17 Uhr verkaufsoffen. Um den Stadtplatz, aber auch an der Schäfflerstraße und im Donaupark sowie in den beiden Möbelhäusern. In der Innenstadt gibt es einen adventlichen Markt und eine Krippenausstellung.

Zur „Stadt der 1000 Christbäume“ wird die Kreisstadt aber erst wieder vom 8. bis 17. Dezember. Von Montag bis Samstag von 15 bis 20 Uhr, sonntags von 13 bis 20 Uhr. Der Kelheimer Christkindlmarkt am Ludwigsplatz punktet mit seinem familiären Flair. Auf der großen Bühne gibt es ein wechselndes Programm mit Musik und Gesang und an den geschmückten Ständen gibt es Weihnachtsschmuck, Handwerkskunst und viele kulinarischen Köstlichkeiten. Mehr über die Geschichte des Weihnachtsfests erfahren Liebhaber bei der Stadtführung „Weihnachtsbräuch’ und Lichterglanz“.

Am 3. Dezember ist ab 16 Uhr in der Halle der Jagdgenossenschaft hinter dem Feuerwehrhaus in Affecking Adventsmarkt. Wer Glühwein trinkt, tut auch etwas für den guten Zweck. Der Reinerlös der Vereine geht an „Rett Syndrom Deutschland e.V.“. Ebenfalls am 3. Dezember ab 14 Uhr feiert der Forstbetrieb in der Hienheimer Straße Advent. Es spielt die Blechlawine. Im romantisch beleuchteten Innenhof gibt’s was der Forst für Weihnachten hergibt: Christbäume, Misteln, Schmuckreisig, Rehgwichtl oder frisches Wildbret. (re)

In Neustadt und Bad Gögging heißt es „Lichter, Buden, Eislaufbahn und Wolfgang Fierek“

Bereits eine Woche vor dem Advent ist Andreasmarkt. Foto: Pieknik/Archiv

Mit dem Andreasmarkt am 25. und 26. November startet ein Wochenende vor dem ersten Advent der Reigen der vorweihnachtlichen Feste im Landkreis. Mit Eislaufbahn, Hüttendorf und verkaufsoffenem Samstag, 15 bis 20 Uhr, und Sonntag, 13 bis 17 Uhr, locken die Andreasmarkt-Macher ihr Publikum. Viele Vereine mischen in Neustadt mit – von der DLRG bis zur Faschingsgesellschaft Spumantia sind viele dabei.

Weitere Attraktionen sind der Waren- und Krammarkt in der Herzog-Ludwig-Straße und das traditionelle Christkindlpostamt für Kinder. In der Tiefgarage am Rathaus findet zudem eine Kaninchenausstellung mit Tombola statt. Und wer möchte, kann auf den Turm der Pfarrkirche steigen – am Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Neben vielen Neustädter Gruppen tritt erstmals auch der Schüler-Lehrer-Chor der Anton-Balster-Mittelschule auf. Am 9. und 10. Dezember, von 14 bis 21 Uhr bzw. am Sonntag von 14 bis 20 Uhr heißt es auf dem Areal rund ums Gögginger Kurhaus „Lichterglanz und Budenzauber“. Am Sonntag tritt Schauspieler und Sänger Wolfgang Fierek im Kursaal auf. (re)

Lesen Sie auch: „Sicherheit bei Christkindlmärkten Thema“.

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Hier geht‘s zur Karte auf Mittelbayerische Maps:

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