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Samstag, 3. Dezember 2016 3

Vortrag

1500 Jahre alte Regel noch wirkungsvoll

Managementtrainer Karl Herndl spricht in Abensberg zu „Mein neuer Boss heißt Gott“ – nicht nur für Manager interessant.
Von Walter Dennstedt

Karl Herndl Foto: Herndl

Abensberg. Karl Herndl (54) seit 17 Jahren selbstständiger Managementtrainer, vorher Vertriebschef und Versicherungsmanager, wird am Mittwoch, 15. Juli, in Abensberg zum Thema „Mein neuer Boss heißt Gott ,Führen mit Gott‘“ sprechen. Vorab stellte er sich unseren Fragen.

Herr Herndl, 1500 Jahre alte Regeln sollen heute, in einer komplexen Welt helfen?

Absolut. Die Benediktsregel ist im deutschen Kulturkreis stark verwurzelt. Schon Kaiser Karl der Große hat sie sich aus Rom kommen lassen, später ordnete er an, dass die Benediktiner, denen er die Schulen übertrug, ihre Regel dort anzuwenden haben. Und ich kenne viele Manager, die bei den Benediktinern in die Schule gegangen sind … Notker Wolf, der jetzige Chef der Benediktiner, sieht darin ebenso wie ich eine große Weisheit und praktischen Nutzen. Wenn der Mensch, der Ziele hat oder Führungsaufgaben verwirklichen will, egal ob in der Wirtschaft oder als Vater und Mutter oder als Lehrer, sie einhält, kann er davon Nutzen ziehen.

Stichwort Ziele: Mangelt es nicht gerade daran in der heutigen Zeit?

An Zielen mangelt es meist. Es wird nicht mehr geführt, weil sich der Mensch in den Mittelpunkt stellt. Werte, die unsere Gesellschaft geformt haben, werden nicht mehr ernstgenommen, man versucht, sie zu kippen. Der Mensch stellt sich extrem in den Mittelpunkt. Ein Beispiel sind die Vergnügungstempel und Wellnessoasen, ich kann das Wort gar nicht mehr hören. …

Wie kamen Sie darauf, dass die Benediktinerregel auch dem Menschen heutzutage helfen kann? Sowohl dem Wirtschafter als auch dem Privatmenschen?

In der Wirtschaft, besonders im Vertrieb, gibt es kaum Führung. Ich würde das sogar als orientierungslos bezeichnen. Aber der Mensch sucht Orientierungsmuster. 2008 war ich bei einem Seminar in einem Kloster als Tagungsort, und der dortige Abt eröffnete das Seminar mit den Worten „Bei uns gilt folgende Ordnung …“. Da habe ich gedacht, Karl Herndl pass auf. Ich habe die Benediktinerregel entdeckt, sie 2009 auf den Vertrieb übertragen. Und – ganz überraschend – haben die Menschen ganz offen darauf reagiert. Der Wunsch des Menschen nach Ordnung, nach Angenommenwerden, ist sehr groß. So habe ich, in Absprache mit den Benediktinern, die Marke „Salescoaching by Benedikt“ gegründet.

Aber jetzt wollen Sie nicht nur Wirtschafter ansprechen …

Nein, alle Menschen. Für Menschen außerhalb der Wirtschaft habe ich mir überlegt, wie führt unser Boss, Gott? Ich sehe die Familie als Keimzelle der Gesellschaft, wenn wir weniger über Gender und mehr über die Rolle von Vater und Mutter sprechen würden und die Menschen diese Rolle ausfüllten, ginge es uns besser.

Muss man gläubig sein, wenn man Ihren Vortrag besucht?

Ich glaube, jeder Mensch ist gläubig. In Diskussionen mit Freunden und Bekannten bin ich oftmals provokant. Ich frage sie dann, was würde Gott dazu sagen? Und ich habe erfahren, dass sich viele Menschen intensiv mit Gott beschäftigten. Freilich, andere verdrängen das, weil sie das Leben auf der Erde auskosten wollen. Die schieben Gott weg. Vom Vortrag, den ich in Abensberg unentgeltlich halten werde, kann jeder profitieren – alle, die führen, egal ob einen Konzern oder die Kinder in einer Kleinfamilie. Und die Geschichte Gottes ist eine Führungsgeschichte seit 3000 Jahren.

Was kann man da übertragen? Das Gottesbild im Alten und im Neuen Testament ist ja ziemlich verschieden.

Am Anfang hat Gott die Menschen bei sich gehabt. Aber zugegeben, der Führungsprozess zwischen Gott und den Menschen ist konfliktbelastet. Gott ist ein lernender Gott. Erst durch die Vertreibung aus dem Paradies, weil sich die Menschen nicht an die Regeln gehalten haben, lernte er dazu. Er gab den Menschen den freien Willen aber auch die zehn Gebote als Richtschnur. Zwar gibt es auch den strafenden Gott, aber er ist auch immer wieder derjenige, der den Menschen ein Angebot macht. Er klopft immer wieder beim Menschen an und fragt, willst Du die gute Sache mit aufbauen.

Und das wollen Sie in Abensberg vermitteln?

Ja, ich freu mich schon drauf.

Kostenlose Karten für die Veranstaltung am 15. Juli um 19.30 Uhr in der Klosterkirche Abensberg (Einlass 18.30 Uhr) gibt es im Pfarramt sowie in der Sparkasse Abensberg und in den Filialen der Kreissparkasse.

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