mz_logo

Gemeinden
Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Abensberg

„Mann mit Gewehr“ lautete Alarmmeldung

In Abensberg wurde er am Dienstag gesichtet. „Waffe“ entpuppte sich als Regenschirm, Träger war sich keiner Schuld bewusst
Von Walter Dennstedt

Einen Großeinsatz löste ein Passant in Abensberg am Dienstag aus. Er trug eine Gewehrattrappe, die eigentlich ein Regenschirm ist, über der Schulter und marschierte damit durch die Stadt. Foto: Neumaier

Abensberg. Als kurz nach 9 Uhr am Dienstagvormittag bei der Polizei Kelheim die Mitteilung einging, dass in der Abensberger Bahnhofstraße ein Mann mit einem Gewehr unterwegs sei, schrillten die Alarmglocken. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften, das auf die Schnelle auf die Beine gestellt wurde, hauptsächlich rekrutiert aus Kräften der Polizeiinspektionen Kelheim und Mainburg sowie des operativen Ergänzungsdienstes aus Landshut wurde nach Abensberg beordert.

Anfangs ohne Erkenntnisgewinn, denn in der Bahnhofstraße war niemand mehr. Zudem gab es nach Recherche unserer Zeitung auch keine weiteren Hinweise mehr bei der Polizei, dass der Mann gesichtet worden sei.

Die Polizei machte das einzig Richtige: In der Annahme, dass der Mann irgendwo in einem Haus verschwunden sei, wurde die Präsenz vor Ort aufrechterhalten; zudem die gesamte Altstadt abgesucht. Und siehe da: Nach etwa einer Stunde fiel ein Fußgänger der Besatzung eines Streifenwagens in der Münchener Straße auf, rund 900 Meter Luftlinie entfernt vom Bahnhof. Der Mann querte gerade die Straße und hatte einen Regenschirm, der täuschend ähnlich einem Gewehr ausgebildet ist, geschultert. Das Hauptteil des Schirms, da, wo die Mechanik zum Aufspannen sitzt, sah aus wie ein Futteral, die Spitze des Schirms war ausgeformt wie ein Gewehrlauf mit Korn; der Griff aus Plastik sah aus wie ein Holzschaft. Für den Laien war es schwer erkennbar, ob es sich um eine Waffe handelt.

Gott sei Dank erkannten das die eingesetzten Polizisten auf den ersten Blick, dass es sich um keine Waffe handelt. Sie hielten den völlig verdutzten 52-Jährigen an.

Der war wenig nicht einsichtig, etwas falsch gemacht zu haben. Ob die Aufklärung über jüngste Vorfälle von „Reichsbürgern“ über Amoklauf in München bis hin zu Terroranschlägen in Würzburg und Ansbach etwas gefruchtet hat, lässt der Polizeibericht offen. Nur so viel: Dem 52-jährigen Mann aus dem nördlichen Landkreis Kelheim „war nicht bewusst, dass er mit einer derart unbedachten Handlung bei anderen Menschen berechtigte Angst auslösen könnte“, heißt es.

Die Polizei Kelheim prüft, „ob die entstandenen nicht unerheblichen Einsatzkosten dem Mann in Rechnung gestellt werden können“.

Weitere Meldungen aus der Region Kehlheim finden Sie hier

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Kommentar

Das ist kein Scherz mehr

Wie unbedacht muss man sein, nicht einen Gedanken daran zu verschwenden, mit einem einem gewehrähnlichen Gegenstand auf der Straße zu spazieren? Wie unbedacht...

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht