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Mittwoch, 28. September 2016 22° 2

Baudenkmal

Schmuckstück aus Stein und Glas

Nach über zehn Jahren künstlerischer Arbeit und Sanierung ist der Kreuzgang jetzt fertig. Er wertet Abensberg auf.
von Wolfgang Abeltshauser

Pfarrer Georg Birner– rechts Pfarrerin Barbara Dietrich – segnet die Fenster. Im Hintergrund die Abbildung des Wappens der Karmeliten. Foto: Abeltshauser

Abensberg. Der Abensberger Kreuzgang ist ein Schmuckstück. Spätestens seit vor wenigen Wochen das letzte noch fehlende bemalte Glasfenster eingesetzt worden ist. Die Fenster wurden jetzt im Rahmen eines kleinen Festaktes eingeweiht. Die Segensworte sprachen dabei Pfarrer Georg Birner und Pfarrerin Barbara Dietrich.

Ohne viele Spender hätte das Projekt nicht realisiert werden können. Das betonten Bürgermeister Dr. Uwe Brandl und Mitinitiator Franz Piendl. Deshalb erhielten die Wohltäter Medaillen und Urkunden überreicht. Neben Privatleuten und Firmen haben am Gelingen des Vorhabens der Arbeite-Kranken-Unterstützungsverein, die Evangelische Kirchengemeinde und die Kirchenverwaltung Sandharlanden mitgewirkt. Ihnen allen dankten Bürgermeister und Franz Piendl. Genau so wie dem Abensberger Künstler Johannes Rohen, der die Motive entwarf und umsetzte.

Dr. Uwe Brandl (l.) und Franz Piendl (r.) überreichten Medaillen – unter anderem an Johannes Rohen, der die Motive entwarf. Foto: Abeltshauser

Dazu waren Gäste aus Straubing nach Abensberg gekommen. Denn der Kreuzgang ist auch ein Zeichen der Geschichte des Karmeliterordens in Bayern. Vertreter des Ordens weilten dem Festakt bei. Pfarrer Birner erinnerte in seinen Worten an die Gründung des Klosters. Diese fand am 27. März 1389 statt. Die Geschichte der Karmeliten in Abensberg fand dann am 29. März 1802 ihr Ende. Das Kloster wurde aufgelöst – ein Ereignis, an das eines der Fenster erinnert.

Einst eine Heimat der Tauben

In seinen einführenden Worten blickte Dr. Uwe Brandl noch einmal zurück auf die Anfänge des Projekts. Vor 18 Jahren habe der Kreuzgang noch ganz anders ausgesehen. Er stellte sich stark sanierungsbedürftig dar. Und war seinerzeit kein Anziehungspunkt für die Kultur, so wie es mittlerweile ist. Sondern lockte die Abensberger Taubenwelt an – mit schlechten Folgen für das Gemäuer.

So beschlossen die Abensberger in einem ersten Schritt, Fenster einzubauen. Damals noch ganz normale – nicht die Kunstwerke, wie sie es jetzt sind. Dafür mussten erst einmal die Experten des Denkmalschutzes überzeugt werden. Denn im Originalzustand gab es keine Glasfenster. Und als erst einmal die Fenster eingebaut waren, entstand die Idee für die verschiedenen Motive, die laut Piendl eine Reise durch die Abensberger Geschichte darstellen. Längst ist das Bauwerk ein Ort für kulturelle und kirchliche Veranstaltungen geworden. Es sei eine Bereicherung für Abensberg. Das letzte Fenster wurde Ende 2015 eingesetzt.

Blick in den Innenhof des Abensberger Kreuzgangs. Foto: Weigert/Archiv

Erst einmal galt es aber, den Kreuzgang grundsätzlich zu sanieren. Zwischen 2002 und 2004 gingen die Arbeiter daran, den Boden und das Mauerwerk wieder instand zu setzen. Seit 2005 wurden schließlich Zug und Zug insgesamt 15 Fenster in die historischen Fensterlaibungen eingebaut. Brandl kündigte an, dass auch noch die beiden Türen in den Innenhof mit Motiven versehen werden.

Es blieb Franz Piendl vorbehalten, den Inhalt der Darstellungen auf den Fenstern zu erläutern. Der Dank an die Wohltäter durfte da nicht fehlen. Damit erinnern die Abensberger nicht nur an die Menschen, die mithalfen, den Kreuzgang aufzupeppen. Sondern auch an die Babonenspende, die es seit Jahrhunderten gibt. Rohen verwendete dafür eine Vorlage, die einst Pfarrer Dollinger schuf.

Vier verschiedene Themenbereiche

Dieses Fenster ist im so genannten Wappenflügel zu bewundern. Dort finden sich weiterhin die Wappen der Abensberger Grafen, die Heilige Barbara als Patronin der Pfarrei und selbstverständlich das Wappen des Karmelitenordens. Genau vor dem standen die Geistlichen bei der Segnung.

Abensberg zeigt den Kreuzgang gerne her - unter anderem bei Stadtführungen. Foto: Wolf/Archiv

Im Westflügel sind vier Kirchen verewigt, die für Abensberg wichtig sind – außer der Pfarr-- und der Klosterkirche. Es ist einmal das Gotteshaus in Sandharlanden, welches zur Pfarrei gehört. Es sind die Wallfahrtskirchen Allersdorf und Bettbrunn, die laut Piendl für die Babonenstädter eine große Bedeutung haben. Die evangelische Kirche fehlt nicht. Die feiert kommendes Jahr laut Barbara Dietrich immerhin ihr 90-Jähriges in Abensberg.

Der Südflügel ist der sogenannte Figurenflügel. Abbildungen der Aunkofener Madonna, der Heiligen Ägidius und Petrus sind dort abgebildet. Und dazu der Heilige Nikolaus. Es handelt sich um die Darstellung der Figur, die einst in der Schlosskapelle stand. Das Original ist die einzige Figur, die aus der 1648 abgebrannten Kapelle erhalten ist. Motive aus der Geschichte – Babonenspende, die Bauenbruderschaft und eben das Ende des Klosters – sind im Motivflügel im Osten dargestellt.

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