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Montag, 11. Dezember 2017 7

Vorbeugen

Die Abensberger Drugbusters im Einsatz

An der Realschule hat sich eine Schülerarbeitsgruppe etabliert, die ihre Mitschüler über die Gefahren von Drogen aufklärt.
Von Wolfgang Abeltshauser

Gegen solche Bilder wollen die Drugbusters vorgehen. Foto: Markus W. Lambrecht

Abensberg.Die Drugbusters feiern heuer ihr 20. Jubiläum. Seit 1997 gibt es an der Abensberger Realschule Jugendliche, die ihre jüngeren Mitschülern über die Gefahren von Alkohol und Nikotin aufklären. Sie stellen dabei pro Jahr mehrere Aktionen auf die Beine.

Ins Rollen kam das Projekt, das mittlerweile als Wahlfach an der Schule organisiert ist, als Ralf Schledorn von der Suchtberatung im Landratsamt bei einer Fortbildung auf die damalige Lehrerin an der Schule Gerda Türk traf. Beide konnten sich für die Idee begeistern, Jugendliche mit ins Boot zu holen, um anderen Jugendlichen die Gefahren von Sucht aufzuzeigen. Die Akzeptanz sei sicherlich besser – so glaubt es Schledorn – wenn in etwa Gleichaltrige da miteinander sprechen. Und nicht Erwachsene den Zeigefinger heben.

Luisa Roithmeier: „Ich finde es interessant, jüngeren Mitschülern bei diesem Thema zu helfen.“ Sagt die 15-jährige. Das Thema Alkohol sei für Jugendliche ab einem gewissen Alter einfach aktuell.“ Foto: wo

Der Erfolg gibt ihnen Recht. Und die Erfahrung von Schülerinnen, die sich hier einsetzen. So spricht Lisa Mittermeier davon, dass ihre Mitschüler bei Projekten toll bei der Sache seien. Es blieb also keine Eintagsfliege. Denn wieder einmal geben in diesen Wochen ausgediente Drugbusters den Staffelstab an Jüngere weiter.

Denn erfahrene Kräfte wie Lisa Mittermeier sind mittlerweile in der zehnten Klasse angekommen. Sie sollen sich jetzt auf ihren Schulabschluss konzentrieren. Es rücken Jüngere aus der siebten Klasse nach. Beide Gruppen trafen sich jetzt zu einem Schnuppernachmittag. Einige Monate werden sie jetzt gemeinsam wirken. Die Jungen werden also von den Alten eingearbeitet.

Der Lehrplan wird umgesetzt

Die Schulleitung steht voll und ganz hinter dem Projekt. Schulleiterin Maria Warsitz-Müller lobte kürzlich erst den Einsatz der Schüler in diesem Bereich, als in Abensberg eine Kunstausstellung zum Thema Alkoholmissbrauch eröffnet wurde. Ihr Stellvertreter Thomas Daffner verweist im Gespräch mit unserem Medienhaus auf den Lehrplan. Da stehe Gesundheitsfürsorge darauf. Und deshalb sei ein Projekt wie dieses absolut sinnvoll an einer Schule.

Anna Holzer: „Ich bin absolut gegen Drogen.“ Und so kam sie in der neunten Klassen noch dazu. Sie beeindruckt, dass man mit relativ wenig Aufwand viel erreichen könne.“ Foto: wo

Die Neuen werden von den Lehrerinnen Nicole Böschl und Dr. Alexandra Schrempf unterstützt. Schledorn geht davon aus, dass es wohl schon noch einige Monate dauern werde, bis erste Projekte durchgeführt werden. Denn erst einmal benötigt die neu zusammengesetzte Gruppe eine Einführung. Da bekommen die Mitglieder auch Materialien an die Hand, mit denen sie zukünftig ihre jüngeren Mitschüler aufklären können.

Im Vorfeld der Projekte treffen sich die Drugbusters normalerweise einmal in der Woche. Ansonsten könne es schon sein, dass es einige Wochen keine Zusammenkunft gibt. Sicherlich komme es vor, dass die Gruppe außerhalb der normalen Unterrichtszeit in der Schule ist. Jedoch sei der Aufwand durchaus überschaubar – und keineswegs Stress. So befindet es Anna Holzer – eine der „alten Garde“.

Die Cocktails sind schon legendär

Gut möglich, dass die Neuen beim Schnuppertag der Schule im Einsatz sind. Ein Auftritt dort ist mittlerweile Tradition für die Drugbusters. Da schenken sie schon mal Cocktails aus. Selbstverständlich ohne Alkohol im Glas. Diese Getränke zu mixen ist ein Punkt bei der Schulung, die die Neuen eingangs erhalten werden. „Die schmecken super“, loben die beiden Lehrerinnen Nicole Böschl und Dr. Alexandra Schrempf. Außerdem durften sich diejenigen, die es wollten, eine so genannte Rauschbrille aufsetzen. Und feststellen, wie sich die Umwelt im betrunkenen Zustand anfühlt.

Selina Gareis: Ich bin von Anfang an gegen Drogen.“ Sie wollte einfach noch mehr über das Thema erfahren – und hat sich deshalb für die Drugbusters entschieden. Foto: wo

Auch eine Nichtraucherausstellung wurde schon nach Abensberg geholt. Was das ist? „Da sind nicht etwa extreme Bilder zu sehen, wie sie auf den Zigarettenschachteln zu finden sind“, erläutert sie. Sondern Abbildungen von bekannten Persönlichkeiten, die bewusst nicht Rauchen – oder damit aufgehört haben. Die Drugbusters machten sich mit der Ausstellung vertraut und führten ihre Mitschüler durch die Schau. Die jetzigen Zehntklässler organisierten so genannte Lernzirkel – etwa zum Thema Nikotin und Alkohol. Dahinter verbirgt sich eine Art Parcours, bei dem die Schüler Stationen durchlaufen.

Lisa Mittermeier: Weil ihre Freundin mitgemacht hat, war sich anfangs auch dabei. Sie motiviert vor allem, dass die jüngeren Schüler bei Projekten oft mit viel Spaß dabei sind. Foto: wo

Dabei wurden ihnen beispielsweise Begriffe wie E-Zigarette oder Alkoholkrankheit nähergebracht. Bei der Suchtreppe stellten die Drugbusters die verschiedenen Schritte eines Jugendlichen hin bis zur endgültigen Abhängigkeit vor. Dabei ging es dann auch darum, an welcher Stelle der Eskalation Eltern oder Freunde noch hätten eingreifen können, um ihn davor zu bewahren.

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