mz_logo

Gemeinden
Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Hochsprung

Zwei Teenager übertrumpfen Konkurrenz

Lucas Mihota und Laura Gröll sorgen beim Meeting in Essing für Furore. Sie dominieren den Wettkampf und holen Rekorde.
Von Johannes Heil

Der Regensburger Andreas Plößl übersprang 1,99 Meter und wurde am Ende Neunter. Foto: Heil

Essing. Zuerst war es noch ein Salto auf der Matte, auf den wohl auch Miroslav Klose stolz gewesen wäre. Beim zweiten Mal hingegen war es dann nur noch ein ungläubiges Kopfschütteln. Lucas Mihota von der DJK Sportbund Rosenheim konnte es selbst kaum fassen. Denn er hatte beim Hochsprung-Meeting in Essing gerade seine persönliche Bestleistung nicht nur eingestellt, sondern gleich zweimal gesteigert.

2,21 Meter war der 17-jährige Junioren Europameister zunächst gesprungen, ehe er im darauffolgenden Durchgang gleich im ersten Versuch seine neue Bestmarke von 2,23 Metern folgen ließ. Dies bedeutete gleichzeitig einen neuen bayerischen U 20-Hallenrekord. Schon im Vorjahr hatte Mihota die Zuschauer in Essing nachhaltig beeindruckt, als er mit 2,18 Metern bereits einen U 18-Rekord aufgestellt hatte.

Für Laura Gröll von der LG Eckenthal (bei Nürnberg) war der Nachmittag einige Zeit zuvor ähnlich zufriedenstellend verlaufen. Auch sie konnte ihre persönliche Bestmarke von 1,83 gleich zweimal nach oben schrauben. Erst auf 1,85 und letztendlich auf 1,87, was genau wie bei Mihota einen neuen bayerischen U 20-Rekord bedeutete. Freudestrahlend bewegte sich die 18-Jährige ob des eben geleisteten danach durch die Halle. „Ich war vor dem Wettkampf schon angespannt. Aber auch irgendwie locker“, sagte Gröll. „Ich glaube, da hat heute die Mischung gepasst. Außerdem liegt mir die Anlage.“

Nur vier Frauen am Start

Laura Gröll kann nach ihrem Sprung auf 1,87 ihr Glück kaum fassen. Foto: Heil

Gröll trat wegen ihres Leistungsvermögens gemeinsam mit der Frauen-Konkurrenz an, obwohl sie noch in der Jugend U 20 gewertet wurde. Durch ihre spektakuläre Flugshow wurde letztendlich kaschiert, dass der Frauen-Wettkampf mehr schlecht als recht vor sich dahingeplätschert war. Von den acht angemeldeten Sportlerinnen waren letztendlich nur vier in Essing erschienen. Drei waren gar ohne Erklärung nicht aufgetaucht. „Das ist zwar ärgerlich, durch die Leistung von Laura Gröll sind wir da aber gut entschädigt worden“, sagte Organisator Jörg Nowy.

Von denen, die da waren konnte aber auch niemand Laura Gröll das Wasser reichen. Am Ende erzielte bei den Frauen die Slowakin Tatiana Dunajska mit 1,76 Metern die beste Höhe. Das Männerfeld war da mit 13 Teilnehmern – inklusive Jugend-Starter Mihota – schon besser gefüllt.

Hier finden Sie die Ergebnisse des Hochsprung-Meetings:

Die Ergebnisse

  • Männer:

  • 1. Martin Heindl (2,17 Meter, JAC Brünn), 2. Tobias Potye (2,14, LG Stadtw. München), 3. Matyas Dalecky (2,11, Sokol Kolin), 4. David Sutera (2,08, AC Olomouc), 5. Manuel Marko (2,08, LAZ Kreis Würzburg), 6. Sven Glück (2,05, TV Schierling), 7. Petr Picha (2,02), 8. Lukas Kozarek (2,02), 9. Andreas Plößl (1,99, SWC Regensburg).

  • Frauen:

  • 1. Tatiana Dunajska (1, 76 Meter), 2. Denisa Majerova (1,73, Pilsen), 3. Michaela Galuszkova (1,64, Desna), 4. Lisa Rudel (1,64, TSL Lichtenfels).

  • Männl. Jugend U 20:

  • 1. Lucas Mihota (2,23 Meter, DJK Sportbund Rosenheim), 2. Anton Sobolewski (1,99 LAC Quelle Fürth), 3. Benedikt von Hardenberg (1,99, LG Landkreis Roth).

  • Weibl. Jugend U 20:

  • 1. Laura Gröll (1,87 Meter, LG Eckental), 2. Lisa Sirch (1,70, VfL Buchloe), 3, Denisa Pesova (1,70, Sokol Kolin), 4. Lena Heindl (1,67, LAC Quelle Fürth).

  • Weibl. Jugend U 16:

  • 1. Paula Sophie Pompino (1,67, LG Würm Athl.), 2. Ann Sophie Stamm (1,61, LG Hof), 3. Magdalena Müller (1,61, TV 1861 Amberg)

Lokalmatador wird Sechster

Lucas Mihota Foto: Heil

Als sich der Start des Männerwettkampfs um 16.30 Uhr näherte, wurde die Stimmung in der Halle zunehmend besser. Auch einen Lokalmatadoren konnten die Zuschauer anfeuern. Doch auch diese Unterstützung half nur bedingt. Sven Glück vom TV Schierling wurde am Ende mit übersprungenen 2,05 Metern Sechster.

Einen Extra-Applaus erhielt auch Oldie Markus Rehak vom LAC Quelle Fürth. Der 40-Jährige ist Stammgast beim Meeting in Essing. Er übersprang immerhin 1,85 Meter, auch wenn das am Ende nur zum letzten Platz reichte.

Im Laufe des Wettbewerbs mussten dann immer mehr Sportler den gesteigerten Höhen Tribut zollen und rissen die Latte, so auch der Regensburger Andreas Plößl, der am Ende 1,99 Meter zu Buche stehen hatte.

Bei 2,14 blieben dann noch vier Sportler übrig: Der Junioren-Europameister von 2013 Tobias Potye von der LG Stadtwerke München, die beiden Tschechen Martin Heindl (JAC Brünn) und Matyas Dalecky (Sokol Kolin) und eben Junioren-Starter Mihota.

Während Heindl und Potye die 2,14 ohne Mühe im ersten Versuch überquerten, tat sich der 17-jährige Mihota bei dieser Höhe noch etwas schwer. Erst im zweiten Anlauf schaffte er die 2,14. Der Tscheche Dalecky hatte noch mehr Probleme und musste nach drei Fehlversuchen die Segel streichen.

Lokalmatador Sven Glück begrüßt seine Kontrahenten. Foto: Heil

Bei 2,17 war es dann auch um Potye geschehen. Schon hier sah Mihota kurz als der Sieger aus, nachdem er diese Höhe im zweiten Versuch bewältigt hatte. Doch im dritten Versuch zitterte sich auch Heindl über die 2,17, die Latte blieb nur mit viel Glück und nach langem unentschiedenen Wackeln liegen.

Bei 2,19 versuchte Heindl, der mit einer Bestleistung von 2,22 nach Essing gekommen war, Mihota zu verunsichern und setzte diese Höhe aus. Doch der 17-Jährige entschied sich dann ebenfalls zu diesem Schritt. Die 2,21 übersprang dann Mihota unter großem Jubel im zweiten Versuch, Heindl schaffte es nicht mehr über diese Marke. Als Zugabe überquerte Mihota dann noch die 2,23 und versuchte sich einmal erfolglos an den 2,25, ehe er es gut sein ließ. „Ich kann es gar noch nicht glauben“, sagte der 17-Jährige nach dem Wettkampf. Das Meeting in Essing scheint ihm zu liegen: Nach seinem Rekord im Vorjahr nun gleich die nächste Bestmarke. „Die Atmosphäre hier ist einfach geil. Ich werde sicherlich wieder hier antreten!“

Hier finden Sie weitere Nachrichten aus Kelheim.

Hier lesen Sie ein Interview mit Sebastian Kneifel, Teamleiter Sprung beim Bayerischen

Leichtathletik-Verband:

Sebastian Kneifel Foto: Heil

Herr Kneifel, was ist das Besondere am Hochsprung-Meeting in Essing?

Man weiß einfach, was man erwarten kann. Das Essinger Hochsprung-Meeting ist ein hervorragend organisiertes Springen mit einer ganz speziellen Atmosphäre.

Was macht die Atmosphäre aus?

Die Zuschauer sind hier mittendrin, die Sportler laufen vor dem Sprung direkt am Publikum vorbei. So etwas ist meines Wissens in Bayern einzigartig.

Gibt es auch Nachteile für die Sportler?

Dass hier alles so nah beieinander ist, hat natürlich auch einen negativen Aspekt. Es ist sehr eng und der Platz für den Anlauf ist begrenzt. Aber wirklich gute Athleten kommen auch damit zurecht.

Sie sind hier Ansprechpartner für viele Sportler. Wie kann man einem Springer während des Wettkampfs helfen?

Das kommt immer auch auf den Sportler an. Viele Athleten sind derart fokussiert, dass sie den Sprung lieber selbst gedanklich verarbeiten. Zu denen kommt man dann auch nur schwer durch. Ansonsten kann man von außen Tipps zum Anlauf oder zum Absprung geben und auf die im Training eingeübten Abläufe hinweisen.

Muss man manchmal auch mehr als Psychologe tätig sein?

Natürlich ist es wichtig dem Sportler während eines Wettkampfs immer auch wieder eine positive Rückmeldung zu geben. Das Selbstvertrauen ist beim Hochsprung ein ganz zentraler Punkt.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht