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Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Kostendebatte

Halbe-halbe für die Wasserversorgung?

Bayernpartei fordert, die Investitionen des Zweckverbands Bad Abbach zur Hälfte via Wasserpreis zu finanzieren.
Von Gabi Hueber-Lutz

Fritz Zirngibl stellte in Oberndorf seine eigene Berechnung vor. Foto: Archiv

Bad Abbach.Die Bayernpartei hat kürzlich zu einer erneuten Versammlung wegen des geplanten Verbesserungsbeitrags des Wasserzweckverbands eingeladen. Wie Partei-Kreisvorsitzender Fritz Zirngibl berichtet, kamen zirka 70 Bürger zu der mittlerweile vierten Veranstaltung dieser Art. Diesmal fand sie in Oberndorf statt.

Inhaltlicher Schwerpunkt waren neben den bekannten Themen – wie der Bildung von Rücklagen – Berechnungsbeispiele für die Finanzierung der anfallenden Bau- und Sanierungsarbeiten durch den Verbesserungsbeitrag und über die Wassergebühren. Der Widerstand gegen den Verbesserungsbeitrag sei nach wie vor groß, so Zirngibl. Er verwies auf weitere 121 Unterschriften von Bürgern aus Bad Abbach und Lengfeld, die „mit der einseitigen Umlage auf die Haus-und Grundbesitzer nicht einverstanden sind“. Rosi Hammerl habe die Unterschriften überreicht.

Fritz Zirngibl stellte in Oberndorf seine eigene Berechnung vor. Foto: Archiv

Zirngibl selbst strebt eine 50:50 Lösung an: 50 Prozent der Kosten sollen über den Verbesserungsbeitrag getragen werden, 50 Prozent über die Erhöhung des Wasserpreises hereinkommen. Bei einer Erhöhung des Wasserpreises sind auch Mieter an der Investition beteiligt, bei der Verbesserungsumlage nur die Immobilienbesitzer.

Zirngibl sprach die Zwischeninformation an, die kürzlich vom Zweckverband herausgegeben wurde. Die darin aufgeführten Vergleichsbeispiele seien schöngerechnet zugunsten der Verbandsumlage, so Zirngibl. Er kritisierte etwa, dass Reihen- und Einfamilienhäuser mit einer Belegung von vier Personen gerechnet würden, was zu viel sei. Seine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus: Bei 600 Quadratmetern Grundstückfläche, 300 qm Geschossfläche und einem Wasserverbrauch von 140 Kubikmetern fielen zirka 1500 Euro an, wenn die Verbesserungsumlage umgesetzt wird.

Würde stattdessen seine geforderte 50:50-Lösung greifen, mit einem um 30 Cent erhöhten Wasserpreis, würde dies für den Hausbesitzer zirka 630 Euro Einsparung bedeuten. Schlüsselt man diese Rechnung auf, liegen ihr drei Jahre zugrunde, in denen der Wasserpreis um 30 Cent pro Kubikmeter erhöht wird. Wie der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Ludwig Wachs, mitteilte, müssen dafür aber 30 Jahre angesetzt werden. So lange sei der Zeitraum, mit dem kalkuliert werden müsse. Der tatsächliche Betrag läge dann für die genannten Flächen und den genannten Verbrauch bei gut 2000 Euro.

Im Gemeinderat Teugn hatte Zirngibl die Anfrage gestellt, ob der Zweckverband Baugebiete subventioniert, indem er nicht den vollen Preis für den Einbau der Wasserleitung verlangt. Bürgermeister Manfred Jackermeier widersprach dem. Denn wenn in einem Abrechnungszeitraum aufgrund der bisherigen Zahlenlage eventuell zu viel oder zu wenig berechnet worden ist, werde dies in die nächste Globalberechnung mit eingerechnet. Unterm Strich gleiche sich das über die Zeit hinweg immer aus. Auch hier tut sich also keine Einnahmequelle auf, die darauf schließen ließe, dass die Wassergebühren nur für ein paar Jahre erhöht werden müssen.

Vergleich

  • Je mehr Investitionskosten

    über die Gebühren umgelegt werden, desto günstiger wird es für die Besitzer unbebauter, erschlossener Grundstücke und für große Anwesen mit geringem Wasserverbrauch wie Supermärkten.

  • Mit dem Verbesserungsbeitrag

    kommen Mieter und, bei einer Finanzierungsdauer von 30 Jahren, Besitzer von Einfamilien- und Reihenhäusern günstiger hin. (lhl)

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