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Freitag, 15. Dezember 2017 3

Planverfahren

Herrngiersdorf plant neues Baugebiet

An der Rottenburger Straße soll ein Gewerbe- und Mischgebiet entstehen. Davon sind die Langquaider Nachbarn nicht begeistert.
Von Edith Vetter

Die Erweiterung des Kindergartens schreitet voran. Mit der Fertigstellung ist Ende Oktober zu rechnen. Foto: Vetter

Herrngiersdorf. In seiner jüngsten Sitzung hat der Herrngiersdorfer Gemeinderat beschlossen, für das Baugebiet an der Rottenburger Straße den Flächennutzungsplan zu ändern und den dazugehörigen Bebauungsplan „Burgmayerfeld“ an der Rottenburger Straße aufzustellen.

Fritz Bauer vom Planungsbüro Komplan stellte im Sandsbacher Stadel die vorläufige Planung für das Gewerbe- und Mischgebiet an der Rottenburger Straße vor, das auf Herrngiersdorfer Gebiet, aber direkt gegenüber dem Langquaider Kindergarten Rappelkiste entstehen soll. In Langquaid habe bereits eine Anlieger-Versammlung stattgefunden, um befürchtete Lärmbelästigungen der Anwohner zu zerstreuen, so Bauer. Anlieger sprachen sich teilweise gegen das geplante Gewerbegebiet aus.

Auftrag für Lärmschutz-Gutachten

Geplant sind 25 000 Quadratmeter Misch- und Gewerbegebiet, also für Wohnen und Kleingewerbe. Es solle sich hier ein „nicht störendes Gewerbe“ ansiedeln dürfen, in erster Linie Handwerker; keine lärmintensiven Betriebe. Trotzdem werde ein begleitendes Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Dabei sei die Aufteilung des Areals so geplant, dass vorne an der Rottenburger Straße das Mischgebiet liegt, weiter hinten das Gewerbegebiet. Bei der Bürgerversammlung in Langquaid hätten Anlieger eine starke Verkehrszunahme befürchtet. In der Rottenburger Straße sei zwar Tempo 30 vorgeschrieben; laut Anwohnern werde aber viel schneller gefahren.

Schutz für bestehende Betriebe

Die bestehenden Betriebe dürfen in ihren Lärm-Emissionsrechten nicht eingeschränkt werden. Da sich im Gewerbegebiet eher Kleingewerbe ansiedeln werde, sei aber mit zusätzlicher Lärmbelastung nicht zu rechnen, sagte Bauer. Geplant sind maximal zweigeschossige Bauten, im Gewerbeteil etwas höhere.

Für die Schmutzwasser-Ableitung des Baugebietes werde eine Pumpstation notwendig sein, die Einleitung erfolgt bei der Firma Pritsch in den Kanal. Für das Regenwasser ist größtenteils die Versickerung auf den Grundstücken geplant. Das restliche Regenwasser laufe über ein kleines Rückhaltebecken zum Mordackerbach. Das Gelände wurde auf Tragfähigkeit untersucht und genau aufgemessen. Zur Laber hin ist ein 20 Meter breiter Pufferstreifen geplant; dies sei mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt.

Gemeinderätin Ida Hirthammer fragte nach der Art des Gewerbes. Interessenten gebe es genügend, es herrsche rege Nachfrage, so Bauer. Für kleine Betriebe wäre dies ein idealer Standort. Ausgenommen seien Tankstellen, Vergnügungsstätten und großflächige Handelshäuser.

Die Aufteilung des Areals sieht 6000 Quadratmeter Mischgebiet und 20 000 Quadratmeter Gewerbegebiet voraus. Die Parzellierung des Gewerbegebiets solle flexibel bleiben, hieß es. Die Grundstücke werden über die neue Erschließungsstraße, nicht über die Rottenburger Straße angeschlossen. Angesprochen wurde auch die Reglementierung der Wohneinheiten im Mischgebiet. Drei bis sechs Wohnungen pro Gebäude sollen erlaubt werden. „Wir können bei der ersten Auslegung die Reaktionen der Öffentlichkeit sondieren, und im Herbst können wir uns mit dem Thema explizit beschäftigen“, schlug Bauer vor. Vize-Bürgermeister Josef Ebenslander fragte nach, ob sozialer Wohnungsbau möglich wäre, was Fritz Bauer bestätigte. Auch eine Betriebsleiter-Wohnung sowie Mitarbeiter-Appartements von 25 Quadratmetern Fläche seien möglich.

Die eingegangene Voranfrage zur Errichtung eines Doppelhauses auf Parzelle 2 im Baugebiet „Am Reutstalweg“ durch Markus Müller wurde negativ beschieden. Es seien lauter Einzelparzellen, die Erschließung hierfür sei bereits entsprechend geplant, hieß es zur Begründung: Bei einer Doppelhausbebauung wären zusätzliche Hausanschlüsse und Zisternen notwendig. Die Erschließungsstraße im Baugebiet „Reutstalweg“ erhielt auf Vorschlag von Ida Hirthammer den gleichlautenden Namen.

Endspurt für Kindergartenausbau

Die Erweiterung des Kindergartens schreitet voran. Mit der Fertigstellung ist Ende Oktober zu rechnen. Foto: Vetter

In Sachen Kindergartenerweiterung informierte Bürgermeister Josef Barth, dass inzwischen der Estrich und die Außenfassade fertig seien; die Fertigstellung sei Ende Oktober zu erwarten. Die Gestaltung des Außenbereichs wird voraussichtlich in der dritten Augustwoche erfolgen. Die fünf Krippenkinder können zwei Monate lang im Bürgersaal untergebracht werden. Es wurden provisorische Trennwände eingezogen, damit es die Kinder gemütlich haben, ergänzte Barth.

Genehmigte anträge

  • einer Balkonüberdachung, Tobias Dallmeier, Herrngiersdorf

  • Errichtung

    eines Carports: Josef Ebenslander, Sandsbach

  • Bau

    eines Einfamilienhauses: Wolfgang Schmauser, Herrngiersdorf

  • Ersatzbeschaffungen

    für die Feuerwehren wurden einstimmig genehmigt.

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