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Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Medizin

Burda Award geht an „Das Bier danach“

Dr. Michael Reng und Georg Schneider erhalten einen Preis für ihr Darmkrebsvorsorge-Projekt „Das Bier danach“.
von Benjamin Neumaier

Dr. Michael Reng und Schneider-Mitarbeiter Stephan Butz bei der Einführung der Aktion „Das Bier danach“, die jetzt in Berlin ausgezeichnet wurde. Foto: Archiv

Kelheim.Emotional und bewegend gegen Darmkrebs – unter diesem Motto stand am Sonntagabend die 13. Gala des Felix Burda Awards in Berlin. In vier Kategorien zeichnete die Felix Burda Stiftung fünf herausragende Projekte aus, die sich im vergangenen Jahr mit originellen und nachhaltigen Ideen für die Darmkrebsvorsorge eingesetzt hatten. Unter den rund 300 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Showbusiness tummelten sich neben Stars wie Verona Pooth, Erol Sander, Sophia Thomalla, Paul Breitner oder Jochen Schropp auch zwei bekannte Kelheimer Gesichter: Georg Schneider von Schneider Weisse und Dr. Michael Reng von der Goldberg-Klinik. Sie wurden für ihr Vorsorgeprojekt „Das Bier danach“ in der Kategorie „Engagement des Jahres“ ausgezeichnet.

Award könnte Schub geben

Dr. Reng war überrascht, hatte nicht mit dem Preis gerechnet: „Wir teilen uns den Preis mit dem Projekt Rote Hose, das meines Erachtens noch viel wichtiger ist, als unser Engagement – deshalb bin ich umso glücklicher. Der Award kann uns einen zusätzlichen Schub geben, es ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Auch Brauerei-Chef Georg Schneider war gerührt: „Die Auszeichnung ist eine Ehre und bestätigt uns, dass es richtig ist, sich über den Tellerrand hinaus zu engagieren. Uns freut es einfach, aus eher unangenehmer Droh-Medizin mit ein Stück Froh-Medizin machen zu können.“

Reng und Schneider initiierten vor vier Jahren das Projekt „Das Bier danach“, bei dem Patienten nach der Darmspiegelung ein alkoholfreies Weißbier zur Rehydrierung mitgegeben wird. „Es ist zwar ein skurrile Idee, aber damit nimmt man dem Thema etwas seinen Schrecken und macht es auch salonfähiger. Es ist doch leichter über Freibier zu sprechen als über eine Koloskopie“, sagt Dr. Reng.

Moderator Vince Ebert (l.) und Laudatorin Monika Gruber mit den Preisträgern „Engagement des Jahres“ Georg Schneider (2. v. l.) und Dr. Michael Reng Foto: Felix Burda Stiftung

Das sah auch Laudatorin Monika Gruber so: „Ich dachte zuerst, es geht darum die Zigarette danach, durch ein Bier danach zu ersetzen, aber weit gefehlt. Der großartige Gedanke hinter ,Das Bier danach‘ ist, die Vorsorgemuffel Männer augenzwinkernd auf das Thema Darmkrebsvorsorge zu schubsen und dem Ganzen den Schrecken des ,Darüber-spricht-man-nicht‘ zu nehmen.“

57 Bewerbungen eingegangen

Diese Idee gefiel wohl auch der Jury und so wählten sie das in Kelheim entstandene und mittlerweile in Bayern breit angelegte Projekt aus 57 Bewerbungen zu einem der fünf Sieger.

Und auch beim Publikum kam die Idee scheinbar gut an – zumindest erzählt Dr. Reng von zahlreichen Gesprächen auf der Aftershow-Party im edlen Ambiente des Adlon-Kempinski in Berlin: „Paul Breitner, der selbst engagiert ist, kam auf uns zu und hat uns persönlich gratuliert –das ist schon was Besonderes.“ Und auch mit anderen Stars hielten Reng und Schneider kurze Pläuschchen. „Alle waren entspannt, nett, normale Leute ohne Berührungsängste“, sagt Reng. „Aber auch hochprofessionell, besonders vor der Kamera.“

Professionell gaben sich auch Reng und Schneider im Blitzlichtgewitter, schließlich hatten sie „vor der Gala eine Einführung bekommen, wie wir uns im Falle eines Sieges zu verhalten haben. Das ist alles durchgeplant und es schon gewöhnungsbedürftig, wenn zig Fotoapparate oder Kameras auf dich gerichtet werden und dir alle paar Meter jemand ein Mikro vors Gesicht hält“, sagt Reng. „Man fühlt sich sogar ein bisschen selbst als Star.“

Diese Gefühl brauche er selbst nicht, aber „es war schön, so etwas einmal zu erleben – und des pusht unser Projekt“. Das läuft allerdings auch ohne den neuen Rückenwind gut. Mehr als 15 000 Männer in Bayern hatten sich im Zuge der Aktion einer Darmkrebsvorsorge unterzogen. „Pro Hektoliter Bier haben wir 57 gutartige Polypen gefunden und ein bis zwei bösartige – davon betroffene Personen wurden zu 80 Prozent geheilt.“

Das Projekt soll natürlich weiterlaufen und am besten auf noch breitere Füße gestellt werden, sagt Reng: „Vielleicht wird das Projekt noch bekannter und es kommt mehr Eigeninitiative von Brauern und Ärzten – denn bisher mussten immer wir agieren, um neue Partner zu gewinnen. Das könnte jetzt anders werden.“

Die Preisträger

  • Betriebliche Prävention:

    „Fit im Leben - Fit im Job - 4K: Gesunder Darm ganz sicher“; Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

  • Beste Präventionsidee:

    „SMS-Prep: Eine optimierte multilinguale Koloskopievorbereitung mit Hilfe von SMS“; Klinikum rechts der ISar der TU München

  • Engagement des Jahres:

    „Das Bier Danach“; Dr. Michael Reng, Goldberg-Klinik, Georg Schneider, Scheider Weisse; „Initiative Rote Hose Darmkrebsvorsorge nicht erst mit 50!“; Petra Thomas

  • Medizin und Wissenschaft:

    „Ein Impfstoff zur Prävention und Therapie von erblichem Dickdarmkrebs“; Uni-Klinikum Heidelberg und Krankenhaus Nordwest Frankfurt.

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