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Samstag, 16. Dezember 2017 5

Spezial-Navi

„Lardis“ bringt die Retter ans Ziel

Mehr Einsätze, größerer Wirkungskreis: Dafür sind die „Helfer vor Ort“ in Painten jetzt noch besser gewappnet.
Von Manuel Kopfmüller

Bei der Geräteeinweisung lernten die Paintner HvOler das neue Gerät kennen. Fotos: Kopfmüller

Painten. Painten. Die „Helfer vor Ort“-Gruppe Painten verfügt seit kurzem über ein hochwertiges und automatisches Zielführungssystem in ihrem BRK-Einsatzfahrzeug. Dadurch ist es den Paintnern Rot-Kreuz-Sanitäterinnen und -Sanitätern möglich, bei Notfällen schneller und sicherer zu Patienten zu gelangen. Das rund 1400 Euro teure Gerät ergänzt die hochwertige Ausrüstung der Paintner BRKler.

Bei der Geräteeinweisung lernten die Paintner HvOler das neue Gerät kennen. Fotos: Kopfmüller

Die „Helfer vor Ort“ (HvO) gibt es in Painten als Ergänzung zum Rettungsdienst schon seit 2002, unter dem Dach des BRK-Kreisverbands Kelheim. Grund waren die längeren Anfahrtszeiten, die Rettungswagen und Notarzt von ihren Stützpunkkten bis nach Painten benötigen, wenn dort jemand den Notruf 112 wählt.

Die Arbeitsweise der Helfer vor Ort

  • Alarmierung:

    Wenn in Painten und Umgebung per Notrufnummer 112 Hilfe angefordert wird, alarmiert die Integrierte Leitstelle (ILS) Landshut automatisch neben Rettungsdienst und Notarzt auch die Helfer vor Ort-Gruppe (HvO) Painten.

  • Einsatz:

    Die HvO stellen dank medizinischen Ausrüstung und qualifizierten Kenntnissen die notfallmedizinische Erst-Versorgung des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungswagens sicher und informieren die anfahrenden Kräfte per Funk über örtliche Bedingungen, den Gesundheitszustand des Erkrankten oder Verletzten, fordern bei Bedarf weitere Einsatzmittel wie Feuerwehr oder Rettungshubschrauber nach.

  • Kooperation:

    Hand in Hand arbeiten dann alle Einsatzkräfte zusammen, um die Patienten bestmöglich versorgen zu können.

  • Info:

    Wichtig für jeden, der einen Notruf unter der 112 absetzt, ist die Beantwortung der fünf so genannten „W-Fragen“: Wo ist es passiert? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte sind betroffen? Welche Art von Verletzung/Erkrankung? Und: Warten auf Rückfragen durch die ILS! (eko)

Den Patienten und ihren Angehörigen kommt die Wartezeit oft nicht nur wie eine Ewigkeit vor; sie kann unter Umständen auch über Leben und Tod entscheiden. Vor diesem Hintergrund machten es sich die ortsansässigen Sanitäterinnen und Sanitäter zur Aufgabe, die Wartezeit mit qualifizierter basismedizinischen Hilfe zu überbrücken.

Bis zu 120 Einsätze jährlich
In den zurückliegenden 15 Jahren haben sich die derzeit 19 Aktiven ein enormes medizinisches Equipment angeschafft. Freilich sind auch die Einsatzzahlen deutlich gestiegen: In den Anfangsjahren rückten die HvO im Schnitt rund 50 Mal aus; in der jüngeren Vergangenheit meisterten sie bis zu 120 Einsätze pro Jahr – von weniger dramatischen Notfällen bis hin zu Wiederbelebungen und schweren Verkehrsunfällen.

Kürzlich nun entschieden sich die Paintner Helfer, ihr Einsatzfahrzeug „PAI 79-1“ (so lautet der Funkrufname) mit einem weiteren Gerät zu bestücken: das Zielführungssystem Lardis One. Dabei handelt es sich um ein Navigationssystem, das bei einer Alarmierung automatisch die Einsatzdaten von der Integrierten Leitstelle (ILS) Landshut zugesendet bekommt: also den Einsatzort, aber beispielsweise auch die vermutete Diagnose. Per Berührung des Bildschirmes startet die Navigation zum Einsatzort.

Daneben lässt sich über das Navigationsgerät einfach und übersichtlich das Funkgerät des Fahrzeuges bedienen. Eine Anschaffung, die Sinn macht, erklärt Rettungsdienstleiter und Vize-BRK-Kreisgeschäftsführer Stephan Zieglmeier: „Die automatische Zielführung hat sich auf den öffentlich-rechtlichen Rettungswagen schon lange bewährt. Zum einen spielen damit Verständigungsprobleme und Hörfehler über Funk keine Rolle mehr, durch die zusätzlich schriftliche Mitteilung ans Navigationssystem. Zum anderen wird Sicherheit und Schnelligkeit garantiert, zwei wichtige Attribute in einem gut funktionierenden Rettungsdienst im Landkreis Kelheim“.

Daher war laut Zieglmeier auch schnell klar, dass der Kreisverband Kelheim die Finanzierung des Gerätes mit rund 500 Euro unterstützt. Den fehlenden Rest des Gerätes stemmte die HvO-Gruppe mit Spenden aus der Bevölkerung. Darüber zeigte sich Paintens Bürgermeister Michael Raßhofer bei der offiziellen Übergabe besonders erfreut. „Die Bointara sind froh, die HvO zu haben und wissen ihre Arbeit sehr zu schätzen, was man schon alleine anhand der Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung sieht. Da müssen wir als Gemeinde kaum unterstützend eingreifen“, so Raßhofer.

Stolz nahm die HvO-Gruppe ihr „Lardis One“ entgegen, im Beisein von Vize-Rettungsdienstleiter Klaus Fuhrmann, Bürgermeister Michael Raßhofer und Christoph Weininger sowie Maximilian Ditmer (Fa. Abel&Käufl).

Auch Maximilian Ditmer von der Landshuter Firma, die das Gerät lieferte, zollte dem Paintner HvO allen Respekt. „Als Kommandant einer freiwilligen Feuerwehr weiß ich, was Ehrenamt bedeutet“, so Ditmer, und die HvO seien ja „zu einhundert Prozent Ehrenamt und Freiwilligkeit“. Er erklärte den Paintner Rettern das Gerät.

Die wohl strahlensten Gesichter während der Übergabe hatten die BRKler um HvO-Leiter Lorenz Selinger-Heinemann und sein Stellvertreter Manuel Kopfmüller. Sie hoben die sichere und schnelle Navigation bis zur richtigen Hausnummer hervor und die Möglichkeit, das Funkgerät über den Navigationsbildschirm steuern zu können. Zumal die diensthabenden HvOler, die oft alleine unterwegs sind, zunehmend auch in die Nachbargemeinde Ihrlerstein alarmiert, schilderten die beiden HvO-Leiter. „Spätestens da weiß man dann nicht mehr aus dem Stehgreif, wer genau wo wohnt und wo welche Straße ist“.

Gute Zusammenarbeit mit FFW

Einen großen Dank richteten die HvO an Christof Weininger. Der Vize-Kommandant der Paintner Feuerwehr sei stets Ansprechpartner für Umbauten am Fahrzeug und habe sich auch dem Einbau des Lardis One-Gerätes angenommen. Neben vielen Gemeinschaftsübungen zeige auch dies das kameradschaftliche Verhältnis zwischen HvO und Feuerwehr in Painten unter dem Motto „Hand in Hand, zum Schutz unserer Bürger“. Als Sinnbild für das Ehrenamt und die Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen, beschrieb auch Klaus Fuhrmann, stellvertretender Rettungsdienstleiter im Landkreis diese starke Partnerschaft.

HvO-Gruppe und Feuerwehr Painten üben regelmäßig gemeinsam.

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