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Kultur

Mördersuche zwischen Bücherregalen

Die Stadtbücherei Neustadt feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Deshalb las Alexander Bálly aus „Ein Mord und zwei Leichen“.
Von Johanna Kraus

Alexander Bálly las in Neustadt aus seinem Kriminalroman „Ein Mord und zwei Leichen“. Foto: Johanna Kraus

Neustadt. Am Vorabend zum Tag des Buches hieß es dieses Jahr Krimizeit in Neustadt. Zum 25-jährigen Jubiläum der Stadtbücherei haben sich die Verantwortlichen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Alexander Bálly las deshalb am Freitagabend aus seinem Kriminalroman „Ein Mord und zwei Leichen“ vor.

Zur Begrüßung sagte Büchereileiterin Brigitte Lindenstruth-Folwill ein paar Worte zur Geschichte der Bibliothek. „Mit 2000 Büchern begann die Stadtbücherei 1991. Nach fünf Jahren war sie dann soweit vergrößert, dass sie umziehen musste“, erklärte die Leiterin. Seit 1996 ist die Stadtbücherei im Bürgerhaus untergebracht. „Mit ungefähr 17000 Medien haben wir pro Einwohner in Neustadt ein Buch“, sagte Brigitte Lindenstruth-Folwill.

Krimi spielt in der Holledau

„Ein Mord und zwei Leichen“ ist der dritte Band von Alexander Bállys Holledauer Krimis. „Meine Lokalkrimis spielen in Wolnzach“, erklärte der Autor. Angefangen hat die Reihe mit „Der Tote am Maibaum“ und „Der Tote am Kirchturm“. In den Büchern ermittelt der Metzgermeister Ludwig Wimmer mit seiner Enkeltochter Anna. „In dem Tempo darf das Morden in Wolnzach aber nicht weitergehen, sonst ist Wolnzach bald entvölkert“, sagte Alexander Bálly.

Im Roman geht es um einen Mord, oder besser gesagt zwei Morde, bei einer Bustour durch das Altmühltal. Als die Gruppe eine Besichtigung macht, werden im Bus zwei Teilnehmer ermordet. Da Ludwig Wimmer und Anna auch bei der Busgruppe dabei sind, beginnen sie sogleich als Hobbydetektive zu ermitteln. Doch ihre Taktik ist anders als die der Polizei. Sie hören sich erst einmal in der Gerüchteküche um und schauen, was es dort herauszufinden gibt. „Sie gehen dahin, wo Leute ratschen und schnappen Informationen auf“, so der Autor. Anna ist dabei unentbehrlich für ihren Opa. Sie kann nämlich mit dem Computer umgehen.

Opa lauscht im Frisörsalon

„Im Buch gibt es zwei große Handlungsstränge, die Ermittlungen der Polizei und die der Hobbydetektive“, erklärte Alexander Bálly den aufmerksam lauschenden Zuhörern. Sozusagen um die Wette ermitteln die beiden Fraktionen also und lassen den Leser dabei miträtseln. Während die Polizei die Konten der Toten prüft und sie obduziert, erfährt Anna Gerüchte aus der Schule. Ihr Opa lauscht bei der Gerüchteküche im Friseursalon. Dort haben die alten Damen viel Stoff über die Tote zu berichten.

Mit bayerischem und schwäbischem Dialekt spricht der Autor die verschiedenen Personen nach und bringt die Zuhörer dabei zum Schmunzeln. Zwischendurch erklärt Alexander Bálly auch immer wieder die verschiedenen Charaktere oder was er bei seinen Recherchen zum Buch herausgefunden hat. „Glauben sie hier nichts was im Fernsehen kommt“, gibt er den Zuhörern in der Bücherei oft zu bedenken. Die Dämpfung von Schusswaffen ist zum Beispiel viel komplizierter als es im Film dargestellt wird.

Im Anschluss las Alexander Bálly noch ein Mundart-Gedicht als Zugabe vor. „Das ist ein Nebenprodukt aus meinen Recherchen“, erklärte der Autor. Alexander Bálly schreibt seit etwa 1995 regelmäßig, darunter auch Fantasy-Krimis, Krippengeschichten und seit 2014 die Holledauer Krimireihe. Auch ein neuer Teil der Reihe ist schon in Arbeit, wie der Autor erklärte. Ausgeklungen ist die Lesung mit Obatzn und Rätselraten, wer denn nun der Mörder der beiden Leichen im Bus ist. Herausfinden können die Zuhörer das nur beim Selbstlesen, der Autor verriet es ihnen nicht.

25 Jahre Stadtbücherei

  • 27. April, 15 Uhr:

    Das Figurentheater Ingolstadt spielt im Bürgersaal die Olchis. Olchis sind kleine grüne Wesen die alles fressen, was wir wegwerfen zum Beispiel alte Autoreifen, Blechdosen oder Bananenschalen. Eintritt: 2 Euro. Vorverkauf in der Stadtbücherei und allen Kindergärten in Neustadt.

  • 29. April, 19 Uhr:

    „Dr. Teischinger – ein Neustädter Original“. Lesung mit Peter Groeben, Rita Faltermeier und dem Duo „Sait an Sait“. Peter Groeben hat viele lustige Gedichte ausgegraben und bringt sie mit Rita Faltermeier zu Gehör. Außerdem bereichern sie die Lesung mit Gitarre und Harfe. Der Eintritt ist frei.

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