mz_logo

Gemeinden
Montag, 11. Dezember 2017 11

Interview

Nicht mit dem Zeigefinger

Suchtexperte Ralf Schledorn vom Landratsamt Kelheim hat Tipps für Eltern von Heranwachsenden auf Lager.
Von Wolfgang Abeltshauser

Ralf Schledorn. Foto: wo

Abensberg.Wie sollen Eltern mit dem Thema Alkohol umgehen?

In der Pubertät ist bei den Jugendlichen viel in Bewegung. Auch beim Alkohol wollen sie den richtigen Umgang für sich herausfinden. Die Eltern sollen einfach präsent ein. Wichtig ist grundsätzlich, eine gute Beziehung zueinander zu haben. Allerdings sollte man immer Dinge ansprechen. Wenn der Sohn oder die Tochter mit einer Alkoholfahne nach Hause kommt, müssen die Eltern darauf auf alle Fälle reagieren. Allerdings keine unangemessenen Strafen aussprechen.

Soll man zu Hause Alkohol erlauben?

Persönlich finde ich es nicht schlimm, da geht die Welt nicht unter. Immerhin dürfen Kinder schon ab 14 Jahren laut Gesetz unter dem Beisein der Eltern Bier oder Wein trinken. Wichtig ist, dass das gemeinsam geschieht – also beim gemeinsamen Abendessen zum Beispiel. Jeder für sich alleine – Eltern im Wohnzimmer, der Sohn auf seinem Zimmer – das finde ich komisch. Und wie gesagt: Wir reden von Bier oder Wein, nicht von Hochprozentigem. Und wir sprechen darüber, dass das nicht jeden Tag geschieht.

Was sollten Eltern Minderjährigen etwa bei einem Gillamoos-Besuch erlauben?

Da gibt es nicht die goldene Regel. Da müssen wir den gesunden Menschenverstand wallten lassen. Wenn die Jugendlichen nicht mehr in der Lage sind, alleine nach Hause zu kommen, ist das sicherlich nicht in Ordnung. Die Eltern sollten hier auf alle Fälle diese Gefahren ansprechen.

Gibt es im Landkreis Probleme in Sachen Alkohol und Jugendliche?

Es gibt hier keine Zahlen für den Landkreis. Jedoch überregionale regelmäßige Befragungen von Jugendlichen zu ihrem Konsumverhalten. Das Ergebnis ist, dass Rauchen und Alkoholgenuss deutlich zurückgegangen sind. Das hat sich im vergangenen Jahrzehnt halbiert. Diese Aussagen decken sich auch mit den Fällen von Alkoholvergiftungen im Landkreis in dem Altersbereich. Die sind ähnlich gesunken.

Wie gehen Jugendliche mit dem Thema um?

Die reden sehr offen darüber. Und die überwiegende Anzahl hat in meinen Augen auch vernünftige Ansichten, was das betrifft. Was allerdings nichts darüber aussagt, wie sich dann Gruppendynamik in konkreten Situationen auswirkt.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht