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Mittwoch, 1. Juni 2016 20° 7

Empfang

Dr. Prokop beleuchtet die Sportsituation

In Saal plädiert der Leichtathletik-Verbands-Präsident dafür, der Jugend die Ethik des sportlichen Verhaltens zu lehren.
Von Evi Schmidl

Bürgermeister Christian Nerb (li.) dankte Dr. Clemens Prokop mit einem kleinen Geschenk für dessen Festrede beim Neujahrsempfang Foto: Schmidl

Saal.In der örtlichen Schulturnhalle fanden sich über 250 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Ehrenamt zum Neujahrsempfang der Gemeinde ein. Das Ensemble „Tritonus Brass” unter der Leitung von Christian Hopfner begrüßte mit Musik und Bürgermeister Christian Nerb empfing mit seiner Gattin Claudia die Gäste.

MdL Johanna Werner-Muggendorfer fand es schön, dass so viele Menschen anwesend waren, die Interesse an der Kommune zeigten. Bei MdL Martin Neumeyer fiel erst mal das Mikro aus, als dieses mit neuer Batterie „verstärkt” war, sagte er: „322 Tage, an denen vermutlich Glück und Leid nahe beieinander liegen, stehen uns in diesem Jahr noch bevor.“ Doch das Leben in Freiheit „und reden dürfen wie uns der Schnabel gewachsen ist”, seien ein nicht selbstverständliches Privileg.

Auch heuer einige Vorhaben

Nach den Grußworten ging Bürgermeister Christian Nerb in seiner Ansprache auf des Geschehen in der Gemeinde ein – Haushalt, Sanierungen, Entwicklungen, Baugebiete, Infrastruktur, Anschaffungen 2015. Heuer ginge es ebenso aktiv weiter: Baugebiete, durch Leader geförderter Generationenpark, Breitbandausbau, Bebauung Kirchplatz, Flüchtlingsintegration und das Engagement von Betreuern nannte er in diesem Zusammenhang.

Dr. Clemens Prokop, einst aktiver Leichtathlet, heute Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, erinnerte sich in der Schulturnhalle „an manch vergossene Schweißperle beim Training mit dem SV Saal“. Sport sei verbunden mit Emotionen, länderübergreifenden Gemeinsamkeiten und fairem Wettbewerb. Viele Mensch würden für die eigene Gesundheit und zur Entspannung Sport treiben. Der aktive Sport sei einmal organisiert worden für spannende Wettkämpfe, bei denen es keinen monetären Gewinn geben sollte. 1981 mit der Auflösung der Amateurverpflichtung habe sich vieles geändert: Siegen um jeden Preis, Beurteilung des Athleten nach „Marktwert“, existenzielle Abhängigkeiten bis hin zum Riskieren der eigenen Gesundheit.

„Große Risse“ bildeten sich

Zwischen den selben Sportarten – Dr. Prokop führte als Beispiel Fußball an – seien „Welten“: zum einen der Amateur, der sein Bestes gebe, zum anderen der Profi, der wie eine Art Halbgott behandelt werde. Gerade in den vergangenen Jahren hätten sich durch Korruption und Doping „große Risse“ im Sport gebildet. Licht ins Dunkel zu bringen, sei schwierig. Sportler schützten sich mit seltsamen Methoden, um bei Dopingkontrollen nicht erwischt zu werden. Der ein oder andere Funktionär decke dies.

Auch einige Zuschauer, egal ob Klein- oder Großveranstaltung, hielten sich längst nicht mehr mit dem Thema Fairness auf. Wüste Beschimpfungen, Zwischenrufe, Ablenkung der Athleten, dies seien heute alles Dinge, die scheinbar dazugehörten. Natürlich ließe sich die Zeit nicht zurückdrehen und die Situation nicht einfach lösen. „Sportler müssen möglichst lange strahlende Sieger sein“, forderten Fans. Abhilfe gegen unfaires Verhalten böte eine verkürzte Amtszeit und unabhängige Kontrollmechanismen für Führungspersonen.

Gedankenaustausch beim Stehempfang Foto: Schmidl

Das Anti-Doping-Gesetz wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Wichtig sei es, Kindern und Jugendlichen in Schule und Verein die Ethik des sportlichen Verhaltens zu lehren, die positiv in die gesamte Gesellschaft hineinwirken könne. „Denn stürzen und wieder aufstehen, macht auch im Leben Gewinner.“ Sportliche Begeisterung dürfe sich niemand durch das Fehlverhalten einiger vermiesen lassen, schloss Dr. Prokop seinen Vortrag. Nett verpackte Süßigkeiten überreichte Bürgermeister Christian Nerb als kleines Dankeschön.

Dann trafen sich die Gäste in der Schulaula zum Stehempfang, bei dem „Tritonus Brass“ spielte. Es fanden sich schnell Gruppen zusammen. Ob Ehrenamtliche, Geschäftsleute oder Mandatsträger – es gab viel zu erzählen.

Weitere Berichte aus der Region Kelheim finden Sie hier:

Neujahrsempfang in Saal

  • Gastgeber

    Die Gemeinde Saal an der Donau lud 2016 zum zweiten Mal zu einem Neujahrsempfang, der in der Schulturnhalle stattfand.

  • Geladen waren zu der Veranstaltung ehrenamtlich tätige Menschen, Geschäftsleute und Mandatsträger.

  • Redner

    Den Festvortrag hielt Dr. Clemens Prokop, der 1977 erstmals der Leichtathletik-Nationalmannschaft angehörte. Der Saaler Dr. Clemens Prokop ist Direktor des Amtsgerichts Regensburg und seit dem Jahr 2001 Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. (xes)

Neujahrsempfang in Saal

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