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Sonntag, 25. Juni 2017 27° 4

Neustart

Ein großer Empfang für die Freiwilligen

Saals Bürgermeister Christian Nerb dankt Ehrenamtlichen und Geschäftsleuten für ihre Arbeit. Ein Hüttenwirt sät Begeisterung.

Blick in die volle Aula der Grund- und Mittelschule Fotos: Gemeinde

Saal.Zum Neujahrsempfang für Ehrenamtsleistende und Gewerbetreibende der Gemeinde Saal begrüßte Bürgermeister Christian Nerb in der Dreifachturnhalle der Grund- und Mittelschule Saal rund 270 Gäste. Dem Bericht zur Gemeindepolitik folgte ein Vortrag von Charly Wehrle zum Thema „Aufbruch“. Musikalisch wurde der Abend auf beeindruckende Weise vom Masithi-Chor umrahmt.

Christian Nerb eröffnete den Empfang mit der Feststellung, dass sich die Gemeinde mit dem Neujahrsempfang bei ehrenamtlich Engagierten und der Geschäftswelt für ihren Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit im vergangenen Jahr bedanken möchte.

Mit Gesang und Bongos

Neben den geladenen Gästen begrüßte Nerb auch einige Ehrengäste. Der Einladung waren die 1. Bürgermeister von Kelheim, Horst Hartmann, und Rohr, Andreas Rumpel, sowie Kreisbäuerin Erna Amann, Pfarrer Norbert Große, Pfarrvikar Raphael sowie Rotarypräsident Franz Kürzl gefolgt.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten des Abends trat der Masithi-Chor auf und verwöhnte die Gäste auf eindrucksvolle Weise mit seinen Liedern. Die Gäste waren vom Gesang und der Begleitung mit Keyboard, Gitarre, Bongos und Querflöte begeistert.

Beim Jahresrückblick 2016 und der Vorschau 2017 ging Bürgermeister Nerb auf die finanzielle Situation der Gemeinde ein und erläuterte, was 2016 erreicht worden ist und was 2017 alles geplant sei.

Die Gemeinde Saal hatte 2016 im Verwaltungshaushalt 8,2 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 4,6 Mio. Euro, also insgesamt 12,8 Mio. Euro abzuwickeln. Erfreulich sei, so Nerbs Feststellung, dass das Haushaltsjahr ohne böse Überraschungen planmäßig verlief und man nicht wie ursprünglich geplant auf 3,4 Mio. Euro, sondern nur auf 1,7 Mio. Rücklage zurückgreifen musste.

Musik, große Ehre für Hobmaier

  • Hüttenwirt Charly Wehrle

    spielte auch auf dem Hackbrett auf. m Jahr 2000 lernte er in den Bergen seine spätere Ehefrau kennen, die aus Thaldorf stammt. Durch seine Frau hat er auch heute noch Kontakt nach Thaldorf. Seit 2012 betreibt Wehrle die Frederic-Simms-Hütte. Viele Fans reisen ihm seitdem nach.

  • Neben vielen Ehrenamtlern

    galt Nerbs Gruß den Trägern des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Hans Stark, Dr. Heinz-Horst Möbius und Franz Nerb sen. Stark ist zudem Träger des Bayerischen Verdienstordens. Mit Freude gab Nerb bekannt, dass Sebastian Hobmaier am 13. Februar in Landshut das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen wird.

Die Gemeinde kann zum 1.1.2017 auf eine Rücklage von ca. 3 Millionen Euro verweisen und das, obwohl in den vergangenen zweieinhalb Jahren erhebliche Investitionen getätigt wurden. Als größere Maßnahmen führte Nerb die Renovierung des ehemaligen Sportheims für 1,8 Mio. Euro, den Anbau an die Kinderkrippe für 1,1 Mio. Euro, die Generalsanierung der Ortsdurchfahrt Oberfecking für 420 000 Euro, den DSL-Ausbau in den Dörfern für 448 000 Euro und die Sanierung des Schulgebäudes in Mitterfecking für 700 000 Euro an.

In einem Powerpointvortrag zeigte Nerb auf, welche Baumaßnahmen im Gemeindegebiet erfolgreich abgeschlossen werden konnten bzw. 2017 noch fertiggestellt werden.

Sehr erfreut zeigte sich Nerb darüber, dass auch für Außenstehende, welche durch Saal fahren, zur Zeit unschwer erkennbar sei, dass sich hier hinsichtlich Investitionen viel bewege.

Platz für 80 Senioren bleiben

Der Bürgermeister ging auf die Aktivitäten von Privatinvestoren ein, welche das Seniorenheim in Saal erworben hatten, dieses zur Zeit generalsanieren und unter der Trägerschaft der AWO auch in Zukunft rund 80 Plätze für Senioren erhalten bleiben. Sehr positiv sei auch die Schaffung von Wohnungen im Betreuten Wohnen.

Neben vielen Ehrenamtlern galt Nerbs Gruß den Trägern des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Hans Stark, Dr. Heinz-Horst Möbius und Franz Nerb sen. Stark ist zudem Träger des Bayerischen Verdienstordens. Mit Freude gab Nerb bekannt, dass Sebastian Hobmaier am 13. Februar in Landshut das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen wird.

Als Ziele für 2017 nannte Nerb die Schaffung von neuem Bauland. Sehr zuversichtlich zeigte er sich hierbei, dass in diesem Jahr im geplanten Baugebiet Heide IV ca. 34 Bauplätze, im Baugebiet Alte Turnhalle 14 Bauplätze und in einer durch einen Investor geplanten Wohnanlage ca. 20 Wohneinheiten und acht Reihenhäuser entstehen könnten. Die Sanierung der Schulstraße in Mitterfecking sei bereits beschlossen. Kosten: ca. 200 000 Euro. Für den Bauhof der Gemeinde müsse ein neues Kommunalfahrzeug, ein Lkw mit Kranaufbau und Wechselladebrücke angeschafft werden. Kosten: 260 000 Euro. Der alte Lkw im Bauhof sei so reparaturanfällig geworden, dass die Kosten für Reparaturen nicht mehr wirtschaftlich seien. Schließlich werden auch der Hauptort Saal sowie die restlichen weißen Flecken im Gemeindegebiet bis zum Jahresende mit schnellem Internet erschlossen. Der Vertrag zum Ausbau wurde bereits 2016 geschlossen. Kosten: 316 000 Euro.

Nachbarschaftshilfe unverzichtbar

Bei der Nachbarschaftshilfe bedankte sich Nerb für die hervorragende Arbeit in der Flüchtlingshilfe. Diese sei Garant dafür, dass in Saal eine gute Integration der ausländischen Gäste stattfinde und es im dörflichen Leben zu keinen Problemen komme.

Dann übergab Nerb an Festredner Charly Wehrle, der zum Thema „Aufbruch“ einen einstündigen Vortrag hielt, den er mit beeindruckenden Dias schmückte. Wehrle wurde 1949 im Allgäu geboren und wuchs in der Nähe der Allgäuer Berge auf. Der 67-Jährige, wie er von seinen Freunden genannt wird, bezeichnet sich selbst als Buchautor, Referent, Fotograf, passionierten Alpinisten und langjährigen Hüttenwirt.

Wehrle brachte er den Gästen seine beeindruckende Lebensgeschichte näher und zeigte auf, dass das Leben trotz Schicksalsschlägen immer wieder Wege aufzeigt, die begeistern und dazu motivieren, in eine positive Zukunft zu schauen. Er selbst hat u. a. als Bergsteiger diese extremen Höhen und Tiefen des Lebens durchlebt und erlebt. Zu Beginn seines Vortrags sagte er: „Glaubt mir, dass eine Stunde er Begeisterung mehr gilt, als ein Jahr gleichmäßigen und einförmigen dahinziehenden Lebens.“ Dieses war auch sein Moto, das er seinen Zuhörern übermitteln wollte.

Sein Leben bezeichnete er bis heute als einen einzigen Aufbruch. Erfolge, Niederlagen, Höhen, Tiefen, all das sei notwendig, da es ohne diese Motivatoren keinen Aufbruch im Leben des Menschen geben würde. Bereits im Alter von fünf Jahren wurde er mit dem Tod konfrontiert, als sein damals 18-jähriger Bruder beim Bergsteigen tödlich verunglückte. Das Besondere daran: Seinen Vater motivierte das Unglück, ihm das Bergsteigen zu lernen.

Hüttenwirt Charly Wehrle spielte auch auf dem Hackbrett auf. m Jahr 2000 lernte er in den Bergen seine spätere Ehefrau kennen, die aus Thaldorf stammt. Durch seine Frau hat er auch heute noch Kontakt nach Thaldorf.

Bereits mit fünf Jahren begann er mit seinem Vater und einem weiteren Bruder mit Klettern in der Breitachklamm in Oberstdorf. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in den Bergen, u. a. auch als Hütejunge von Kühen. 1976 brach er dann zu seiner ersten Nanga - Parbat Expedition auf. Auch hier wurde er mit dem Tod konfrontiert, als ein Sherpa ca. 700 Meter abstürzte und hierbei den Tod fand.

Im Herbst 1978 übernahm Charly als Hüttenwirt die Oberreintal- und Reintalangerhütte. Damals war ihm nicht bewusst, dass er diese sechs Winter und 30 Sommer bewirten würde. Unter seiner Bewirtung stiegen die Übernachtungszahlen pro Jahr von 2800 auf 8500 an. Sein Beruf als Hüttenwirt erlaubte es ihm, im Sommer hart zu arbeiten und in den Wintern Reisen um die ganze Welt zu machen. Auf einer dieser Reisen lernte er im Jahr 1993 den Sherpa Ang Gyalzen kennen. Dieser war einer der letzten Träger bei Edmund Hillarys erfolgreicher Himalayaexpedition auf den Mount Everest 1953.

Musikalisch wurde der Abend durch den Masithichor umrahmt.

Mit seinem Vortrag, den Charly mit tollen Dias aus seinem Leben untermalte, versuchte er, den Zuhörern aufzuzeigen, dass sie immer eine positive Einstellung zum Leben beibehalten sollten, sich mehr Zeit für sich und die Natur schenken sollten und nicht nur dem Alltagsstress erliegen sollten.

Beim Stehempfang konnten die Gäste bei netten Gesprächen das Motto von Charly, „leben und leben lassen“, gleich in die Praxis umsetzen.

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